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Direktflug Dubai - Yangon teuer, Alternativen? (Gelesen: 3637 mal)
ardesign
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Antwort #15 - 04.02.17 um 10:01:01
 
Wir sind wieder aus Myanmar zurück und haben tatsächlich den Landweg von Bangkok nach Dawei gewählt. Diese Variante ist natürlich etwas anstrengender, aber landschaftlich attraktiv und deutlich billiger als jede Flugverbindung.

Im Detail: Wir sind nachmittags in Bangkok angekommen und haben dort einmal zentral übernachtet. Am frühen Morgen des nächsten Tages sind wir dann mit dem Taxi zum Busbahnhof Sai Tai Mai (30 min., 120 Baht), von dort mit dem Minivan nach Kanchanaburi (2 Std., pro Person 100 Baht) und weiter nach Phu Na Rom an der Grenze (2 Std., pro Person 80 Baht) gefahren. Das Ticket nach Dawei kann man dort bei einer Agentur unmittelbar neben der Immigation für 800 Baht kaufen, der Transfer zur burmesischen Grenzstation Htee Khee (ca. 4 km) ist darin enthalten. Die Fahrt nach Dawei im geländegängigen Kleinbus oder Pickup dauert ca. 4 Std. Transferkosten in Dawei entstehen nicht, denn jedes beliebige Ziel im Stadtgebiet wird angefahren, in unserem Fall die Wohnadresse meiner Schwiegermutter. Wir sind dort gegen 16:30 h angekommen. Die Rückreise lief genauso ab. Tickets nach Htee Khee gibt es in örtlichen Reisebüros.

Unter Berücksichtigung der weiter oben genannten Tarife von Emirates nach Bangkok bzw. Yangon und der zuvor gezahlten 120 EUR für den Flug Yangon - Dawei und zurück mit Apex, Air KBZ o. ä. habe ich einen Kostenvorteil der Reise über Land von ca. 640 EUR für zwei Personen errechnet. Davon sind ggf. Übernachtungskosten in Bangkok abzuziehen, sofern aufgrund der Flugverbindungen ein Stopover in Yangon entfallen kann.

Ich werde im April/Mai dieses Jahres erneut nach Dawei reisen und wieder diese Strecke nehmen. Sie ist sicher auch für Myanmar-Touristen als Ein- oder Ausreiseroute empfehlenswert, da Dawei durch Flug-, Bus- und Bahnverbindungen gut an die zentralen Landesteile angebunden ist.
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Myanmarfreund
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Antwort #16 - 04.02.17 um 16:54:46
 
Ich habe im Nov. 16 die gleiche Einreiseroute nach Dawei gewählt. Die erste Etappe bin ich allerdings mit dem Zug gefahren. Landschaftlich war die Reise wirklich sehr schön. Da der gesamte Weg von Bangkok nach Dawei ziemlich anstrengend und zeitaufwendig ist, würde ich nach einem langen Flug eine Übernachtung auf jeden Fall empfehlen. Allerdings ist ein Flug von Bangkok nach Dawei über Yangon ebenfalls recht zeitaufwendig und viel teuerer, so das der Landweg durchaus eine reizvolle Alternative ist.
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ardesign
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Antwort #17 - 05.02.17 um 07:54:21
 
Ich möchte noch einige ergänzende Hinweise zu der Einreise über Phu Na Rom/Htee Kee geben, da in verschiedenen Blogs und Homepages z. T. unterschiedliche Angaben gemacht werden.

Im Einzelnen:

Den Transport von Phu Na Rom über die Grenze nach Htee Khee (ca. 4 km) führt ein fröhlicher junger Thai mit einem 30 Jahre alten, aber gepflegten Toyota-Kleinbus durch. Er wartet meist bereits am Immigration-Container auf Kundschaft. Auf dem Hinweg ist der Transfer im Fahrpreis nach Dawei enthalten, für den Rückweg verlangt er 100 Baht. Er fährt die Einreisenden erst zur Myanmar Immigration und setzt sie dann in der Ortsmitte ab, wo burmesische Fahrer mit ihren Autos warten. Gefahren wird mit geländegängigen Pickups oder Kleinbussen, in einigen Fällen auch mit Pkw Kombi (z. B. Toyota Probox). Die Fahrzeit nach Dawei beträgt ca. 4 Stunden.

Es gibt kein "Niemandsland" zwischen Thailand und Myanmar. Der Grenzverlauf ist klar markiert und an der Straße stehen ein Schlagbaum sowie ein Grenzposten. Im Unterschied zu anderen Grenzübergängen ist es nur so, dass die Dienststellen der Immigration jeweils ca. 2 km im Landesinneren liegen. 

Die Grenzkontrollen sind auf beiden Seiten schnell und unkompliziert.

Die auf etwa drei Vierteln der Gesamtstrecke von etwas mehr als 100 km unbefestigte, steinige Piste (Straße wäre übertrieben) nach Dawei ist nicht, wie verschiedentlich dargestellt, Teil des nördlich der Stadt geplanten Tiefseehafenprojekts, das durch eine Autobahn und eine Bahnlinie mit Thailand verbunden werden soll. Die Strecke führt auch nicht an den bereits bestehenden Industrieanlagen vorbei.

Bei Google maps ist die Strecke von Dawei über Myitta bis Sinbyudaing dargestellt, aber nicht bis zur Grenze. Sie beginnt im Osten von Dawei in Richtung des außerhalb der Stadt liegenden Bahnhofs.

Die Piste schlängelt sich an unzähligen Bergflanken sowie Flussläufen entlang und besitzt zahlreiche steile Rampen. Es gibt einige kurze Brücken, aber keine Tunnels. Auch wenn die Strecke einmal einen durchgehenden Unterbau und eine Fahrbahndecke erhalten sollte, bleibt sie eine schmale und kurvenreiche Landstraße wie das erste Stück hinter Dawei, das heute schon befestigt ist. Die Fahrzeit dürfte sich auch nach einem Ausbau nicht wesentlich reduzieren.

Auf der gesamten Strecke sind uns sowohl bei der Hin- als auch der Rückfahrt weniger als ein Dutzend Fahrzeuge begegnet, einige Lkw eingerechnet.

An drei Stellen bestanden "offizielle" Straßensperren der KNU (Karen National Union) mit Schranke, Bürohütte und Flaggenmast, an denen ausländische Reisepässe zur Kontrolle vorzulegen sind. Dies erledigt der Fahrer, ein Ausstieg der Fahrgäste wird nicht verlangt. Fotografieren ist verboten. In zwei Fällen habe ich beobachten können, dass der Fahrer kleine Bündel Geldscheine übergeben hat. Diese Wegelagerei finanziert man - leider - mit.

Wenn man aus Bangkok über Kanchanburi per Bus oder Minivan anreist, sollte man früh losfahren, um gegen Mittag die Grenze zu erreichen und bis zum Einbruch der Dunkelheit in Dawei einzutreffen. Genau kalkulieren kann man die Fahrzeit nicht: Auf der Hinfahrt wartete unser Fahrer (vergeblich) eine Stunde in Htee Khee auf weitere Mitreisende, bevor er meine Frau und mich als einzige Fahrgäste beförderte. Zur Rückfahrt, die in Dawei stets um 7:00 h morgens angesetzt ist, erschien der Fahrer eine halbe Stunde zu spät und setzte mich dann am Ortsrand von Dawei in einem Restaurant ab mit dem Hinweis, dass er in 15 min. wieder da sei - tatsächlich benötigte er 45 min., um einen wartenden Kumpel nach Hause zu bringen.

Beide Fahrer fuhren relativ langsam und sicher, so dass man den Blick in die teilweise spektakuläre Landschaft genießen kann.
« Zuletzt geändert: 05.02.17 um 10:32:06 von ardesign »
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asahi
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Antwort #18 - 05.02.17 um 11:25:20
 
ardesign schrieb am 04.02.17 um 10:01:01:
Ich werde im April/Mai dieses Jahres erneut nach Dawei reisen und wieder diese Strecke nehmen. Sie ist sicher auch für Myanmar-Touristen als Ein- oder Ausreiseroute empfehlenswert, da Dawei durch Flug-, Bus- und Bahnverbindungen gut an die zentralen Landesteile angebunden ist.
Wenn man Dawei oder den Süden erkunden will, ist der Landweg eine Alternative. Aber nicht für die zentralen Landesteile.
So frage ich mich was an einer 15h Busfahrt oder 24h Bahnfahrt ab Dawei nach Yangon gut sein soll? Da ist man ja allein ab BKK mindestens 2 Tage unterwegs und braucht danach die gleiche Zeit um sich von den Reisestrapazen zu erholen. Und der Flug frisst die Ersparnis für den Umweg über BKK wieder auf.
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ardesign
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Antwort #19 - 05.02.17 um 12:18:20
 
So war das nicht gemeint. Klar: Wer ausschließlich Ziele in Zentral- oder Nordmyanmar hat, wird nicht von Dawei mit dem Bus dorthin fahren. Wir haben aber mehrfach Touristen in Dawei getroffen, die z. B. die Tour Yangon - Golden Rock - Mawlamyine - Ye - Dawei gemacht haben und zur Ausreise wieder nach Yangon zurück- und von dort weiter nach Bangkok geflogen sind. In diesen Fällen stellt die Ein- oder Ausreise über Phu Na Rom/Htee Khee eine günstige und zudem spannende Alternative dar.

Übrigens haben uns mehrere dieser Touristen erzählt, dass sie sich in Dawei am wohlsten gefühlt haben. Sie hoben die relative Sauberkeit der Stadt, ihre Überschaubarkeit, die zahlreichen gut erhaltenen Kolonialbauten, das prächtige und frisch renovierte buddhistische Zentrum, das ordentliche Hotelangebot und vor allem die netten Menschen hervor. Ohne zuviel werben zu wollen, kann ich mich diesen Darstellungen vorbehaltlos anschließen.
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