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Yangon echte Insidertipps (Gelesen: 2690 mal)
DERSchorschi aus Kölle
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Beiträge: 5
18.05.16 um 07:01:48
 
Hallo Forum,

die üblichen Sehenswürdigkeiten spare ich mir hier. Die kann man in jedem Reiseführer lesen. Ich versuche mal ein paar echte Tipps. abseits der ausgetretenen Pfade.

Bei Ankunft am Flughafen natürlich erst mal Geld  ziehen und eine Touristen-SIM kaufen. So ist man flexibler. Dann fängt schon das Thema Taxi an. Das ist Verhandlungssache und letztlich hatte ich eine Fahrgemeinschaft gebildet. Zunächst sagte ein Mitfahrer seine noble Adresse (12.000 Kyat). Nachdem wir verglichen haben, dass mein einfaches Hostel ganz nah ist, nannte ich meine Adresse (6.000 Kyat). Soweit zu der Preisspanne. Die Taxifahrer wissen schon, wer zu einer teuren und wer zu einer günstigen Absteige fährt. Wer Zeit hat, cool ist und Geld sparen will, kann auch zur nächsten Bahnstation (Mingaldon). Dort fährt der Circle-Train, auf  den ich später nochmal zu sprechen kommen. Für 300 Kyat fährt der einmal rund um Yangon und auch in die Innenstadt (Central Station), nahe der zentralen Sule Pagoda. Dauert aber vom Flughafen auch 1 - 1,5 h (Taxi 30 - 45 min). Daher eher für Sparfüchse gedacht und ihr müsst zur Mingaldon Bahnstation. Wichtig ist Bahnstation, denn ist gibt auch die gleichnamige Central Busstation (Busse nach Norden).

Unterkünfte sucht sich jeder nach seinem Geschmack und Geldbeutel. Gut sind Bewertungen bei Tripadvisor und Buchungen über Agoda oder Booking. Die sind meist deutlich günstiger, als vor Ort selbst. Interessant auch, dass Tripadvisor u.a. die beiden Portale anzeigt. Auf deren Seiten (insbesondere Agoda APP) die Akkommodation aber nochmals teilweise günstiger sind.

In Yangon sind m.E. die Stadt selbst und die Bewohner das Highlight. Die Stadt ist laut, dreckig, hektisch und stinkt, also kurzum: Richtig super asiatisch und authentisch. Willkommen.

Wenn also die Sehenswürdigkeiten (oft sind die gar nicht so toll) abgearbeitet sind, einfach mal treiben lassen. Den Kontakt mit den Menschen suchen (siehe Hinweis auf Longhy). Als Tourist wird man oft einfach angesprochen. Meist ist es einfach nur nett und man will nur helfen und gar nichts verkaufen. Aber selbst wenn, dann ist es meist fair. Also die westliche Brille absetzen und auch mal darauf einlassen. Auch bitte ein Dauerlächeln aufsetzen. Das passt hier und Freundlichkeit trifft auf Erwiderung.

In der Innenstadt gibt es versteckte Markthallen (z.B. in Chinatown). Einfach mal durch eine Tür reingehen und feststellen, dass dort riesige Verkaufshallen sind. Eher Großmärkte, aber auch Einzelkäufe sind machbar. Z.B. einen lokalen Longhi (eine Art Wickelrock für Frauen UND Männer) kaufen und auch anziehen. Die Leute wissen das sehr zu schätzen und es ist oft ein Aufhänger für ein Gespräch. In der 17th St. oberhalb der Maha Bandoola (Dalhousie) St. gibt es z.B. Fisch u.ä. Die Maha Bandoola ist selbst eine Einkaufsstraße mit unzähligen Straßenständen. Dann liegen die Hallen im Bereich Kreuzung Maha Bandoola zu Shwedagon Pagoda Rd. (nicht auf die genaue Lage festnageln). Hier gibt es in den umliegenden Straßen auch überall die üblichen Straßenverkäufer mit Lebensmitteln etc. Die sind natürlich draußen.

Dann unbedingt an Straßenständen essen. Wo viele Einheimische sind, kann es nicht schlecht sein. Super lecker und ruhig mal probieren. Wenn es nicht schmeckt, kann ja unauffällig entsorgt werden.

Als Attraktion wird die Fähre auf die andere Seite des Flusses angegeben. Die kostet 4000 Kyat, was eigentlich  fast unverschämt ist. Einheimische zahlen 100 (auf jeden Fall deutlich weniger). Es gibt aber auch private Boote, die kosten pro Boot 1.000 Kyat. Es passen 10 Leute rein, also eine Strecke 100 Kyat. Der  Spaß ist unbezahlbar, da es Kontakt mit Einheimischen gibt. Wenn auf der Seite von Yangon kein Schiff gefunden wird, dann die Fähre nur Hinfahrt buchen. Auf der anderen Seite sind die kleinen Schiffe einfach zu finden (sonst fragen). Zur Not geht ja immer noch die Fähre. Drüben ist nicht so dolle, wie in Reiseführern beschrieben. Aber mit den Cyclo (Fahrradrikscha) ganz nett. Kann für 45 Min. auf 2500 Kyat runtergehandelt werden. Das sind aber ganz arme Schlucker und daher am Ende den Preis ruhig wieder großzügig aufrunden.

Ein paar Worte Landessprache. Ich schreibe wie es klingt, also bitte keine Rechtschreibkorrektur und Tipp am Ende noch schauen.
Mingalabar = Hallo
Ni kong la = wie geht es
Mai kong pa tai = Hallo gut
Ji su tin ba dai = Vielen Dank
Myanmar, pi go shitte = Ich liebe Myanmar
Myanmar, pi go scheide = ich mag Myanmar
da bei lau pale = was kostet das?
ok = ja
ma ho pu = nein
di mha shin = Bitte
tschi no German lu myu ba = Ich bin Deutscher
...

Dann den oben schon angesprochenen Circle-Train bewusst nutzen. Kostet 300 Kyat und man sieht wirklich das Leben, aber auch den Dreck. Tagsüber ist er nicht zu voll, aber zur Rushour die Hölle. Im Zug werden Lebensmittel und u.a. Eis verkauft. Oft sind Kinder im Zug und das Lachen eine Kindes für ein Eis ist unbezahlbar. Also etwas Geld investieren und ein paar Eis spendieren. Dann ist man auch schnell im Gespräch mit den Einheimischen. Wer die Zeit hat, mal aussteigen. Ich habe  die Station nicht aufgeschrieben. Müßte Thiri Myaing,  Tha Mine oder Insein sein. Plötzlich hat man das Gefühl, in einer neuen Stadt angekommen zu sein (viele Menschen, viele Stände etc.) Also nicht zu übersehen. Hier pulsiert dann wirklich das normale Leben. Hier ist der Tourist die Attraktion und die Leute fragen nach Fotos mit Euch. Das passiert anderswo aber auch, nur seltener. Dann den nächsten oder übernächsten Zug nehmen und weiter fahren.

Es werden auch Insekten als Snack verkauft. Wer also mutig ist, mal ein paar Heuschrecken probieren. Reine Kopfsache, denn die schmecken wie Chips. Machen aber nicht dick und haben mit Sicherheit keine Zusatzstoffe.  Zwinkernd

Es gibt spezielle Kokosnussverkäufer in der Nähe der Anlegestelle der Fähren. Also die, die auf den Baum klettern. Köstliche frische Kokosnuss für 800 - 1.000 Kyat. Bekommt man zur Not aber auch woanders. Aber sehr authentisch, wenn der Mann den Baum hochklettert und ein paar Nüsse pflückt. Die Standorte wechseln aber mit Sicherheit, da ja Kokospalmen da sein müssen. Die haben Wagen, mit denen die durch die Stadt ziehen.

Ein großer Spaß sind Fahrten mit Localbussen. Die sind voll, laut, fahren wie S... und chaotisch. Außerdem sehen die fast alle aus, als gehörten sie auf den Schrott (tun die meisten sicher auch  Cool) Mit der Navi-Software und etwas Abenteuer-Gen ist es aber gar nicht so schwer. Es gibt breite Straßen. Wenn man an einer solchen steht, fahren die Busse diese Straße lang. Die verzweigen sich eher in den Vororten und nicht im Zentrum, wo Touristen sich überwiegend aufhalten. Wenn der Bus trotzdem dummerweise abbiegt, einfach aussteigen und den nächsten in die richtige Richtung nehmen (je 300 Kyat). Außerdem helfen Wartende gerne an den Haltestellen. Es ist immer wieder das gleiche Thema. Die Leute sind neugierig und man kommt schnell in Kontakt. So ein Foto mitten im Gedränge des Busses für die Daheimgebliebenen und das Image als Mischung zwischen John Wayne, Terminator und Indianer Jones ist perfekt  Zwinkernd

Die Weiterreise geht dann sicher mit Flugzeug oder Nachtbus. Die Bahn ist eher schleppend langsam. Mit Ausnahme der Strände fahren die Busse an der Eingangs beschriebenen Mingaldon Zentral-Busstation ab. Hier als Alternative für die Anreise wieder der Circle-Train. Die Weiterreise zu den Stränden (siehe auch Bericht über Ngwe Saung) geht von der Dagon Highway Bus Station ab. Die liegt ganz wo anders und hat im Lonely Planet noch einen anderen Namen (der ist mir aber derzeit entfallen). Die Busse von/nach Yangon starten generell vom Dagon Highway Terminal. Also nicht der bekannte Busbahnhof in der Nähe des Flughafens. Die Station liegt am Yangon-Patein-Highway (Patein ist die große Stadt auf dem Weg) und damit auch wieder relativ gut aufzufinden. Der Stadtteil heißt Hlaing, weshalb der Busbahnhof auch gelegentlich Hlaing Busbahnhof genannt wird. Wer viel Zeit hat (die Busse fahren morgens zwischen 6 - 8), reist auf eigene Faust an. Mit local Bus etwas schwierig, da mehrfach umzusteigen. Der Circle-Train kann aber fast alles. Station ist Tha Mine Railway Station. Dort ist die Autobahn und der Fluss. Stadtauswärts über den Fluss bis zum Busbahnhof.

So und nun viel Spaß mit hoffentlich unvergesslichen Erlebnissen. Einfach mal den Europäer ausschalten und sich öffnen. Das hier ist Asien... Das Asien, von dem mancher Alt-Hippie mit glänzenden Augen erzählt, wenn er sich an das Thailand der 70er erinnert.

DERSchorschi aus Köln

Tipp:
- Geschenke aus Deutschland mitbringen (Stifte, Haarspangen, Luftballons u.ä.) Weniger für Yangon, aber sobald man abseits der Touristenpfade angekommen ist, schafft man sich viele Freunde. Die Menschen sind  wirklich arm (im materiellen Sinne).
- Navi-Software (Maps.me) nicht vergessen, sonst seid Ihr aufgeschmissen. Die funzt übrigens überall, also auch Bangkok etc.
- Übersetzungssoftware (z.B. Loecsen.com) hilft ungemein, denn außerhalb der Zentren sprechen fast alle nur Myamesisch. Außerdem ist es ein Heidenspaß, um mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen.

DERSchorschi aus Kölle
« Zuletzt geändert: 18.05.16 um 14:59:03 von DERSchorschi aus Kölle »
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telecaster
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Beiträge: 8
Antwort #1 - 07.07.16 um 13:31:37
 
Hallo,

leider erst jetzt, nach meinem Myanmar Aufenthalt, entdeckt  Augenrollen

Wird mir aber bei meinem nächsten Urlaub sicher ne Hilfe sein

Gruß und danke, Ben
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