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Rakhine - Ausnahmezustand (Gelesen: 27616 mal)
schokolade 55
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Antwort #15 - 17.06.12 um 17:28:12
 
siamfan schrieb am 17.06.12 um 15:56:42:
Die Burmesen haben weitmöglichst kostenlos die Bildungschancen, weil
es größtenteils Tempelschulen der Mönche sind, die unterrichten.
Auch bildet in SOA Myanmar die beste Bildungsquote. Sogar noch höher als in Thailand. Die Analphabeten
gibt es quasi gar nicht  in Myanmar. Dazu gab es mal einen guten Aufsatz vom Auswärtigen Amt.


Ich kenne da andere Zahlen (WHO) und habe anderes gesehen: Analphabeten in Thailand   7%, Malaysia 10% und Myanamr 15 %
Zahlenspiele sind halt Zahlenspiele, aber manchmal auch ein brauchbarar Anhalt, um Behauptungen zu entkräften.
Oder ist dein Beitrag ironisch gemeint ? Zwinkernd

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arfe
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Antwort #16 - 17.06.12 um 17:54:02
 
schokolade 55 schrieb am 17.06.12 um 17:28:12:
Ich kenne da andere Zahlen (WHO) und habe anderes gesehen: Analphabeten in Thailand   7%, Malaysia 10% und Myanamr 15 %
Zahlenspiele sind halt Zahlenspiele, aber manchmal auch ein brauchbarar Anhalt, um Behauptungen zu entkräften.
Oder ist dein Beitrag ironisch gemeint ? Zwinkernd


Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Myanmar/Kul...

In Myanmar herrscht allgemeine Schulpflicht. Im Gegensatz zu offiziellen Angaben ist aber davon auszugehen, dass längst nicht alle myanmarischen Kinder die Grundschule und nur ein kleiner Teil weiterführende Schulen besuchen. In abgelegenen Regionen gibt es zum Teil keine staatlichen Schulen. Die vielfach vorhandenen monastischen Schulen wiederum haben oft keine Mittel, um Lehrer zu bezahlen. Weniger als die Hälfte der Kinder schließt die Grundschule im dafür vorgesehenen Alter ab. Die Analphabetenrate liegt in Myanmar bei offiziell sechs Prozent, laut Vereinten Nationen bei etwa acht Prozent.

Und wenn ich die Angaben der UN folge, sind 8% nicht viel. Klar, es könnte besser sein. Aber bei so einem Drittweltstandard ist das eine erstaunlich gute Quote.

Ich meinte bis jetzt hier gar nichts ironisch!  Ärgerlich Soviel dazu meine "Behauptung" entkräften zu wollen!
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HTC
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Antwort #17 - 17.06.12 um 18:07:37
 
Den Ausführungen von Kweli  kann 100%ig zustimmen. Den  Rassismus bekommt man als Tourist in der Regel nicht mit. Die Freundlichkeit der Burmesen gegenüber Touristen  ist  sehr oft nur Fassade.  Dahinter stecken zum großen Teil, wie auch in vielen  Ländern,  rein wirtschaftliche Interessen. 
Wer  mal die Möglichkeit hatte länger hinter die Kulissen zu schauen, den wird sehr schnell die rosarote Brille von der Nase fallen. Egal ob Buddhist, Christ oder was auch immer , die Verachtung und der Hass gegenüber anderer Kulturen sind sehr weit verbreitet und stark ausgeprägt. Auch die Abneigungen der ethnischen Volksgruppen untereinander spürt man oft. Diskussionen über die  „Verunreinigung der Rasse“  wenn Personen unterschiedlicher ethnischer, nationaler  oder religiöser Zugehörigkeit heiraten wollen,  habe ich nicht nur einmal mitbekommen. Wie im Christentum oder im Islam, muss  auch der  Buddhismus in Myanmar herhalten  um andere Religionen  zu diskreditieren.  Ich war mal für eine kurze Zeit in Mindat/ Chin-Staat.  Die Umgebung von Mindat ist ein sehr christlich geprägtes Gebiet. Die permanenten  Missionierungsversuche  und die Einstellung der Christen gegenüber den dort lebenden Buddhisten waren für mich noch erschreckender und abstoßender. Es gibt nicht nur das „böse Militär“ und die „arme nette Bevölkerung“ in Myanmar. Das ist  viel zu einfach gedacht. Ich möchte nicht wissen, was passieren würde, wenn das Militär in Burma die Zügel mal richtig locker lässt. Nur ein schneller wirtschaftlicher Erfolg könnte  vielleicht  etwas helfen. Brot (Reis) und Spiele als Ablenkung sozusagen. Die Vermittlung von Achtung und Respekt gegenüber anderen Kulturen über Bildung und Aufklärung, wird sehr schwer sein. Das schaffen wir ja nicht mal richtig in Europa.
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kweli
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Antwort #18 - 17.06.12 um 18:20:42
 
HTC schrieb am 17.06.12 um 18:07:37:
Den Ausführungen von Kweli  kann 100%ig zustimmen. Den  Rassismus bekommt man als Tourist in der Regel nicht mit. Die Freundlichkeit der Burmesen gegenüber Touristen  ist  sehr oft nur Fassade.  Dahinter stecken zum großen Teil, wie auch in vielen  Ländern,  rein wirtschaftliche Interessen. 


Guter Beitrag HTC... Nur eines würde ich berichtigen: Der Grund warum Touristen so viel Freundlichkeit entgegen gebracht wird ist natürlich, wie du  schon sagst wirtschaftliches Interesse. Zu einem großen Teil aber auch einfach nur: Gastfreundschaft. Es ist in der Kultur der Burmesen einfach ein Gebot gastfreundlich zu sein, egal woher man nun kommt.

Wenn man dann aber in Myanmar lebt und kein "Gast" mehr ist dann ändert sich das Bild.
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siamfan
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Antwort #19 - 17.06.12 um 18:21:15
 
Das Lesen, Schreiben, Rechnen reicht nicht aus, wenn man Menschen nach "Jahrhunderten politischer Verdunklung" in die "Freiheit" einer Demokratie entlassen will.
Ich will bestimmt nicht sagen, in einem von Burmas Nachbarlaender ist ganau das besser (auch wenn in TH jetzt bis zu 15 Jahre kostenlose Ausbildung garantiert wird).
Viel entscheidenter ist doch, Myanmar hat keinen rechtlichen Anspruch auf das Land Rakhine! Deswegen wurden ueber Jahrzehnte Buddhisten missbraucht, aufgehetzt um die "Ureinwohner" zu vertreiben.
Welches Motiv hat denn die Junta?
Ich habe die letzten Tage viel gelernt durch Sichtung von Karten.
Geht mal bei google rein und schaut euch die Grenzen an.
Wenn Rakhine selbstaendig wird, verliert Myanmar zwar auch viele Urlaubsgebiete, Golfplaetze, Teakholz-Waelder, Fischrechte, ....
aber das ist alles nur ein Klacks gegen das was an Erdoel und Erdgas verloren geht Schockiert/Erstaunt Zwinkernd
In den restlichen Hoheitsgewassern ist dann nichts mehr!
Ich wuensche den 136 Volksgruppen, dass sie mit Mother Suu den langen Weg in die Demokratie gehen, aber dafuer muss umgehend Ruhe und Frieden einkehren. Das kann nur einer verwirklichen.

Ich bin ueberzeugt, wenn den restlichen "135" klar wird, was die Rohingyas ihnen dann geschenkt haben, dann wird es auch keinen Hass mehr geben.
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schokolade 55
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Antwort #20 - 17.06.12 um 18:22:17
 
HTC schrieb am 17.06.12 um 18:07:37:
Den  Rassismus bekommt man als Tourist in der Regel nicht mit. ............... Das schaffen wir ja nicht mal richtig in Europa.

Dein Beitrag gefällt mir sehr gut und spricht mir im Wesentlichen aus der Seele. Leider habe ich mich mit den Minderheiten in Myanmar oder dem Bildungssytsem viel zu wenig beschäftigt.
Gruss Schokolade

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kweli
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Antwort #21 - 17.06.12 um 18:29:51
 
siamfan schrieb am 17.06.12 um 18:21:15:
Das Lesen, Schreiben, Rechnen reicht nicht aus, wenn man Menschen nach "Jahrhunderten politischer Verdunklung" in die "Freiheit" einer Demokratie entlassen will.
Ich will bestimmt nicht sagen, in einem von Burmas Nachbarlaender ist ganau das besser (auch wenn in TH jetzt bis zu 15 Jahre kostenlose Ausbildung garantiert wird).
Viel entscheidenter ist doch, Myanmar hat keinen rechtlichen Anspruch auf das Land Rakhine! Deswegen wurden ueber Jahrzehnte Buddhisten missbraucht, aufgehetzt um die "Ureinwohner" zu vertreiben.
Welches Motiv hat denn die Junta?
Ich habe die letzten Tage viel gelernt durch Sichtung von Karten.
Geht mal bei google rein und schaut euch die Grenzen an.
Wenn Rakhine selbstaendig wird, verliert Myanmar zwar auch viele Urlaubsgebiete, Golfplaetze, Teakholz-Waelder, Fischrechte, ....
aber das ist alles nur ein Klacks gegen das was an Erdoel und Erdgas verloren geht Schockiert/Erstaunt Zwinkernd
In den restlichen Hoheitsgewassern ist dann nichts mehr!
Ich wuensche den 136 Volksgruppen, dass sie mit Mother Suu den langen Weg in die Demokratie gehen, aber dafuer muss umgehend Ruhe und Frieden einkehren. Das kann nur einer verwirklichen.

Ich bin ueberzeugt, wenn den restlichen "135" klar wird, was die Rohingyas ihnen dann geschenkt haben, dann wird es auch keinen Hass mehr geben.


So ist es doch mit allen Gebieten von Minderheiten... Egal ob nun Kachin State oder Chin State oder sonst wo... Die Ressourcen werden von der Zentralregierung missbraucht und als dank werden die Minderheiten unterdrückt, erschossen oder vergewaltigt.

Die tollen Reformen des Landes sind ja gut und schön aber was bringt es wenn bald Coca Cola und McDonalds in Yangon ist aber die Menschenrechtsverletzungen immer noch genauso weiter gehen?

Entweder sind unsere Regierungen blind und dumm oder sie wollen es nicht sehen, die wirklichen Probleme in Myanmar bestehen noch immer und werden auch nicht besser. Wahrscheinlich ist die Verlockung Myanmar als Investitionsziel zu gewinnen einfach größer als das Interesse an Menschenrechten und co.

Ein Glück himmelt der Westen Aung San Suu Kyi an... Sie hat ja schon so viel tolles für Myanmar erreicht.  Augenrollen

Wo ist Aung San Suu Kyi denn in der Lösung der derzeitigen Probleme im Rakhine State? Hab von ihr dazu noch nichts gehört...

Wo ist Aung San Suu Kyi denn in der Lösung des Kachin-Konflikts? Hab von ihr dazu noch nichts gehört...

Wenn es den Bamar, der NLD und anderen demokratischen Kräften der Bamar ernst wäre mit Demokratie und co. dann hätten sie vielleicht in ihrem Jubel über Wahlen und co. die Minderheiten nicht ganz vergessen oder?

Aber vielleicht ist Aung San Suu Kyi einfach zu beschäftigt damit tolle Reden über Freiheit und Demokratie zu halten. Vielleicht hat sie einfach nicht die Zeit den Bürgerkrieg in Myanmar zu beachten?

Ich jedenfalls hab gar keine Hoffnung was eine wirkliche Demokratisierung von Myanmar angeht...

Mal eine Frage: Wäre es nicht Aung San Suu Kyi´s Pflicht gewesen jetzt auf ihrer "Europa-Tour" auf die Probleme und Notlage der Kachin hinzuweißen? Sie wird doch nun wissen das die 120.000 Menschen in den Flüchtlingscamps nicht genug Essen, Medikamente, etc. bekommen? Wäre es nicht ihre Pflicht gewesen an das Militär zu appelieren ihre Offensive einzustellen?

Warum tut sie das nicht???
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siamfan
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Antwort #22 - 17.06.12 um 19:22:40
 
Ich sehe es als die Chance fuer das ganze Land an! Und ich bin mir sicher, die Rohingyas wuerden wissentlich mitziehen.
Keine Ahnung, wie dieses Gebilde genannt wird, aber es muesste ein internationaler Vertrag her, der die Rechte von Rakhaing in die Demokratie Burma "verknuepft"!
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slug
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Antwort #23 - 17.06.12 um 19:46:55
 
WOW, da habe ich ja eine heftige Diskussion losgetreten... Schockiert/Erstaunt

ad kweli)
Danke für die Infos und die Links, werde mir das alles mal in Ruhe durchlesen.

ad diverse Postings)
Manche Problemlösungsansätze  z.B. es braucht nur eine bessere Bildung und dann wird alles gut; oder schuld ist nur der Mensch (nicht das System!?); oder es muss nur einfach ein internationaler Vertarg her, sind IMHO etwas naiv; so einfach haben sich noch in keinem Teil der Erde Probleme lösen lassen... leider sind die Zusammenhänge doch etwas komplexer.
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arfe
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Antwort #24 - 17.06.12 um 19:49:48
 
kweli schrieb am 17.06.12 um 18:20:42:
Wenn man dann aber in Myanmar lebt und kein "Gast" mehr ist dnn ändert sich das Bild.


Wieso bist Du denn dann noch da, wenn es um den Rassismus in Myanmar so schlimm bestellt ist. Du muss Dich doch ständig bedroht fühlen. Für mich wäre es dann an Deiner Stelle keine Option dort zu Leben.
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arfe
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Antwort #25 - 17.06.12 um 19:52:03
 
slug schrieb am 17.06.12 um 19:46:55:
ad diverse Postings)
Manche Problemlösungsansätze  z.B. es braucht nur eine bessere Bildung und dann wird alles gut; oder schuld ist nur der Mensch (nicht das System!?); oder es muss nur einfach ein internationaler Vertarg her, sind IMHO etwas naiv; so einfach haben sich noch in keinem Teil der Erde Probleme lösen lassen... leider sind die Zusammenhänge doch etwas komplexer.


Das Problem sind nicht die ethnischen Volksgruppen, sondern was die Junta daraus gemacht hat und wie sie es benutzt. Ich halte die Burmesen alles andere als Rassisten. Dafür kenne ich mittlerweile zuviele Burmesen verschiedener ethnischen Gruppen und die verstehen sich gut untereinander. D.h. sie achten und respektieren sich.
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arfe
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Antwort #26 - 17.06.12 um 19:59:32
 
kweli schrieb am 17.06.12 um 18:29:51:
Ein Glück himmelt der Westen Aung San Suu Kyi an... Sie hat ja schon so viel tolles für Myanmar erreicht.  Augenrollen

Wo ist Aung San Suu Kyi denn in der Lösung der derzeitigen Probleme im Rakhine State? Hab von ihr dazu noch nichts gehört...

Wo ist Aung San Suu Kyi denn in der Lösung des Kachin-Konflikts? Hab von ihr dazu noch nichts gehört...

Wenn es den Bamar, der NLD und anderen demokratischen Kräften der Bamar ernst wäre mit Demokratie und co. dann hätten sie vielleicht in ihrem Jubel über Wahlen und co. die Minderheiten nicht ganz vergessen oder?

Aber vielleicht ist Aung San Suu Kyi einfach zu beschäftigt damit tolle Reden über Freiheit und Demokratie zu halten. Vielleicht hat sie einfach nicht die Zeit den Bürgerkrieg in Myanmar zu beachten?

Ich jedenfalls hab gar keine Hoffnung was eine wirkliche Demokratisierung von Myanmar angeht...

Mal eine Frage: Wäre es nicht Aung San Suu Kyi´s Pflicht gewesen jetzt auf ihrer "Europa-Tour" auf die Probleme und Notlage der Kachin hinzuweißen? Sie wird doch nun wissen das die 120.000 Menschen in den Flüchtlingscamps nicht genug Essen, Medikamente, etc. bekommen? Wäre es nicht ihre Pflicht gewesen an das Militär zu appelieren ihre Offensive einzustellen?

Warum tut sie das nicht???


Ich empfinde es als sehr naiv zu glauben, dass Aung Suu Kyi an allen Baustellen gleichzeitig schrauben kann. Das sind Prozesse die Zeit, Diplomatie und Geduld brauchen. Genauso wie es NIE Demokratie
von heute auf morgen geben wird.

Im übrigen bist Du schlecht informiert: Aung Suu Kyi hat das aktuelle Thema bzgl. Rakhine sehr wohl angesprochen!

Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Suu-Kyi-haelt-ihre-Nobel-Rede-article6516326.html

Wenige Tage nach den blutigen Ausschreitungen zwischen Buddhisten und Muslimen mit mindestens 31 Toten im Bundesland Rakhine sagte Suu Kyi zur Lage in Birma, sie hoffe auf politische Lösungen durch Waffenstillstandsvereinbarungen. Zu generellen politischen Entwicklung in Birma meinte sie: "Die von Präsident Thein Seins Regierung in Gang gesetzten Reformmaßnahmen können nur dauerhaft wirken, wenn alle inneren Kräfte intelligent kooperieren." Dazu gehörten das Militär, die ethnischen Gruppen, politische Parteien, die Medien, die Zivilgesellschaft, Organisationen, Wirtschaft und vor allem die Öffentlichkeit insgesamt.
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arfe
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Antwort #27 - 17.06.12 um 20:08:19
 
siamfan schrieb am 17.06.12 um 18:21:15:
Deswegen wurden ueber Jahrzehnte Buddhisten missbraucht, aufgehetzt um die "Ureinwohner" zu vertreiben.
Welches Motiv hat denn die Junta?



Danke, genau das versuche ich die ganze Zeit kweli zu erklären.
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kweli
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Antwort #28 - 17.06.12 um 22:39:56
 
arfe schrieb am 17.06.12 um 19:59:32:
Ich empfinde es als sehr naiv zu glauben, dass Aung Suu Kyi an allen Baustellen gleichzeitig schrauben kann. Das sind Prozesse die Zeit, Diplomatie und Geduld brauchen. Genauso wie es NIE Demokratie
von heute auf morgen geben wird.

Im übrigen bist Du schlecht informiert: Aung Suu Kyi hat das aktuelle Thema bzgl. Rakhine sehr wohl angesprochen!

Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Suu-Kyi-haelt-ihre-Nobel-Rede-article6516326.html

Wenige Tage nach den blutigen Ausschreitungen zwischen Buddhisten und Muslimen mit mindestens 31 Toten im Bundesland Rakhine sagte Suu Kyi zur Lage in Birma, sie hoffe auf politische Lösungen durch Waffenstillstandsvereinbarungen. Zu generellen politischen Entwicklung in Birma meinte sie: "Die von Präsident Thein Seins Regierung in Gang gesetzten Reformmaßnahmen können nur dauerhaft wirken, wenn alle inneren Kräfte intelligent kooperieren." Dazu gehörten das Militär, die ethnischen Gruppen, politische Parteien, die Medien, die Zivilgesellschaft, Organisationen, Wirtschaft und vor allem die Öffentlichkeit insgesamt.


Ich lese in deinem Zitat nichts von klarer Stellungnahme...Wage Äußerungen ohne Stellung zu beziehen bzw. sich auf eine Seite zu schlagen. Sorry aber wenn das alles ist einer Nobelpreisträgerin dann ist das ziehmlich ernüchternt. Und zu den Kachin hat sie auch nichts gesagt... Keine Appelle, Keine Forderungen, Keine Informationen über die schlimme Situation der Flüchtlinge.

Im übrigen geht es nicht darum alle Probleme aufeinmal zu lösen sondern darum zu zeigen das man gewillt ist an einem Problem zu arbeiten. Bis jetzt hat Aung San Suu Kyi noch gar keine Unterstützung für die KIA/KIO signalisiert und das finde ich doch schon bedenklich und traurig.

Das perverse ist doch das über Aung San Suu Kyi´s Nobel-Preis geredet wird, das diskutiert wird über Coca Cola und Heineken, wie sie in Myanmar investieren wollen und zur gleichen Zeit ignoriert man einen Bürgerkrieg der schon über ein Jahr andauert. Auf der einen Seite lobt man die Regierung für ein paar entlassene politische Häftlinge und auf der anderen Seite darf die Regierung massivste Menschenrechtsverletzungen begehen ohne das es einen zu interessieren scheint.

Diesen Widerspruch kann man wie schon gesagt entweder so erklären das der Westen sich nicht dafür interessiert was mit den Minderheiten geschieht und es deshalb einfach nicht weiß oder das Geld einfach wichtiger ist. Myanmar ist eine perfeckte Möglichkeit Geld zu verdienen und westlichen Firmen Investitionsmöglichkeiten zu schaffen. Die paar Toten Kachin stören ja nicht wenn künftig Coca Cola nun auch offiziell in Myanmar Geschäfte machen darf?

arfe schrieb am 17.06.12 um 20:08:19:
Danke, genau das versuche ich die ganze Zeit kweli zu erklären.


Also du hast schon ein Talent alles aus dem Kontext zu reißen  Laut lachend
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alex63
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Antwort #29 - 17.06.12 um 23:58:05
 
schwieriges thema
ich fang mal so an: als ich mit einer kollegin in der schweiz lebte, wurden deren autoreifen auch zerstochen und sie hatte nichts böses getan als dort zu leben und zu arbeiten - meines wissens ist sowohl deutschland, als auch die schweiz ein einigermassen gebildetes land; ergo: abneigungen gibts überall und je genauer man wo auch immer hinschaut, desto krasser kann das sein....
myanmar ist in einer absolut schwierigen situation, da haben wir einerseits das aufrechtzuerhaltende image des "golden land" und "smiling land", daneben die invasion der investoren, die nicht über schlaglöcher holpern müssen oder wollen, dazu kommen noch die guten freunde aus der jüngeren vergangenheit (china, indien, thailand) und der wunsch in ASEAN eine prominentere rolle zu spielen. dann spüren die leute dort vermutlich einen gewissen geruch von "freiheit", gepaart mit hoffnung (meist nach wohlstand würd ich meinen) und sind ggf. aber auch verunsichert und verwirrt. der umbruch ist mmn noch nicht wirklich da, viele junge leute wollen immer noch weg, ihr "glück" woanders suchen - as ist halt globalisierung und lucky, wer sich das aussuchen kann. die ganze entwicklung momentan ist superfragil und solange die verfassung noch ist, wie sie ist, brandgefährlich (militär). was DASSK angeht: sie ist 66, sie ist sicher fit, aber sie ist auch manchmal müde denke ich, es wäre die quadratur des kreises in myanmar, wenn sie alle jederzeit zufriedenstellen könnte. zwangsläufig wird sie irgendwann irgendwelche teile des landes enttäuschen müssen, sei es, dass ihr die kraft ausgeht, sei es, dass man sie irgendwie bei seite stellt und lediglich benutzt anstatt ihr tatsächlichen einfluss einzuräumen. aber............ ich denke, sie ist nicht dumm und weiss das sehr wohl. sie sollte auf die leute ihrer umgebung achten, aunty braucht neffen und nichten mit hellen köpfen und einem plan. der plan könnte sein mit dem charme der friedlichkeit, der reputation einer "heiligen" oder der "guten tante" oder eines medialen "icons" und auch mit einer gewissen "verbindlichkeit" das land schrittweise einer wirklichen demokratie näher zu bringen. zu erwarten, das DASSK bei jeder rede wo auch immer alle probleme oder alle minderheiten anspricht und sich alles sofort in wohlgefallen auflöst, ist wohl zu viel verlangt...........  es gibt viel zu tun und vor 2 jahren hätten wir wohl nicht geglaubt, was wir heute so sehen, be it good or bad, time will tell.

und natürlich: auch in myanmar geht es um rohstoffe, geld, gier, und seltsamerweise immer auch noch um religion, so anders ist das nicht wie überall auf der welt sonst so. bedauerlicherweise haben in den lezten jahren vor allem repräsentanten einer religion mit unschönen aktionen auf sich aufmerksam gemacht und bedauerlicherweise wird das - nicht nur in MM - gerne verallgemeinert. meint: ich weiss nicht, wer in welchem jahrhundert wo zuerst gewalt ausgeübt hat aber ich weiss, dass ich gewalt nicht mag, das schliesst religiös oder ethnisch motivierte gewalt ein
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