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Reisebericht Myanmar und Thailand 2010 / 2011 (Gelesen: 15467 mal)
Romy
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Beiträge: 24
06.04.11 um 19:04:53
 
Liebe Fomis
Ich möchte mich gerne für eure Tips und Ratschläge bedanken. Hier kommt mein Reisebericht. Er beginnt in Thailand, dann geht es nach Myanmar und es endet wieder in Thailand.
Wie es mir gefallen hat - seht selbst  Smiley  :

TEIL  1

Es geht mal wieder los. Wir schreiben Anfang Dezember 2010. Mein Gepäck wird mit der  Air Berlin problemlos von Alicante über Palma de Mallorca und Düsseldorf nach Bangkok durchgecheckt - und es kommt sogar an, Wahnsinn!!! 
Meine Hoffnung, einmal im Leben 2 Sitzplätze für mich alleine zu haben, zerplatzt wie eine schmierige Seifenblase, der Vogel ist voll wie ein Ei.
Diesmal reise ich ganz alleine, zum ersten Mal, und ich weiss nun noch nicht, dass ich Neues über mich selber erfahren werde  .
Mein Zimmer im Riverview Guesthaus in Bangkok ist gross und geräumig, aber so ein Stil, halt alle Rohre und Kabel über Putz verlegt und die Decke roher Beton. Gewöhnungsbedürftig.
In den Fluren sieht man sehr gut, dass die Renovierungsarbeiten noch nicht allzu lange her sind, denn überall steht noch Gerät rum. Auf meinem Flur liegt ein ziemlich grosses und scharfes Hackebeil .........also, des nachts öffne ich niemandem die Tür !! Aber von der Restiterasse oben hat man eine atemberaubende Sicht über den Fluss und die Stadt.
Das Guest House  ist sehr schwierig zu finden. Trotz einer gedruckten Wegbeschreibung auf Thai war mein Taxifahrer vom Airport kurz vor dem Verzweifeln und ich dachte schon, er wolle den Zettel auffressen. Zum Ende hat er mich ziemlich nahe herangebracht, aber die letzten Meter durch eine superenge Gasse musste ich laufen. Zum Glück hat meine Tasche Rollen.
Das Viertel, in dem ich wohne, ist ziemlich skuril. An jeder, aber wirklich jeder Ecke liegen 2-3 m hohe Berge aus Schrott und Motoren aller Art, Radkappen,bergeweise Stossstangen und Reifen. Ich habe mein Lebtag noch nicht so viele Ersatzteile und Zeuge auf so wenig Raum gesehen (vielleicht noch im Mekongdelta, da gab es auch so ein Viertel). Dazwischen sitzen schwarz verschmierte Männer und werkeln herum. Es ist mir ein Rätsel, was mit all dem Metall geschehen soll, denn man sieht, dass die untere Schicht schon rostig ist und lange dort liegt. WER will das alles haben ????? Als Kontrastprogramm hängen zwischen all den schwarzen Haufen lackierte Bambuskäfige mit exotischen Vögeln. Die singen und pfeifen, dass es eine Freude ist. Wenn ich einen anpfeife, pfeift er zurück...lieb.
Nachdem ich nach dem anstrengenden elfstündigen Flug eine Runde geschlafen und geduscht hatte, suche ich den Bootsanleger und nehme das Ferryboat den Chao Praya Fluss hinunter zum Saphan Taksin Pier.
Auf dem Boot stelle ich fest, dass ich die ganze Zeit mit offener Hose durchs Viertel gelaufen bin  . Na ja, man muss sich ja bekannt machen, gell ???

Ich mache mich auf den Weg zum Shoppingparadies. Alle Glaspaläste strahlen in weihnachtlichem Glanz und wohin das Auge auch blickt, überall findet sich überdimensionale Weihnachtsdekoration.
Vor meinem Lieblingskaufhaus, dem MBK, steht  neben einem grossen Tannenbaum  ein super Luxus Strech - Tuk Tuk und Weihnachtsmänner aus Plastik klettern  an der glänzende Fassade hinauf. 
In der Rambuttri Road gönne ich mir ein leckeres Pad Thai, ein Nudelgericht aus dem Wok, auf der Strasse schnell, frisch und preiswert gebraten, einen frisch gepressten Obstsaft und einen Banana Pancake, das baut meinen müden Körper wieder auf. Na gut, das eiskalte Singha Bier macht ihn aber auch gleich wieder bettschwer !
Vor einigen Tagen ,am 05 Dezember (geb. 1927), war ja König Bhumibol Adulyadej´s Geburtstag . Er wurde am 09 Juni 1946 der König von Thailand und ist somit Heutzutage der am längsten regierende Monarch der Welt.
Am Democracy Monument sind zu diesem Anlass kilometerlang alle Bäume und Büsche mit Millionen kleiner Lämpchen geschmückt. Es sieht zauberhaft aus , wie in einem Märchenland. Dazwischen überlebensgrosse Fotos von her Majesty in allen Lebensaltern. Finde ich süss ! Ich habe meine Kamera NICHT dabei und  das ist sehr untypisch für mich......Das wird mir auch bestimmt nicht nochmal passieren !! So, da muss ich dann morgen abend nocheinmal hin !
Ich nehme ein Taxi zum Hotel, immer mit einem Detailplan bewaffnet. Aber der Kerl ist ein bissel blöd, verfährt sich und wirft mich buchstäblich in Chinatown aus dem Taxi. Dabei wollte er erst über den gebührenpflichtigen Tollway fahren.....man kann´s ja mal versuchen !! Ich steige auf ein Mopedtaxi um , welches auch den Weg in mein Viertel findet, allerdings mit einem Umweg.
Mopedtaxis können wegen der riskanten Fahrweise gefährlich sein, aber sie sind auch unschlagbar praktisch.
Ich muss morgen erstmal die Strasse finden, wo die Taxis abfahren und dann ist es angeraten, einen anderen Weg aus dem Gassenwirrwar zu suchen.
Morgen muss ich früh zur burmesischen Botschaft um mein Visum zu beantragen. Also heisst es früh aufstehen....
Abends stehen in den Gassen nahe des Guesthouses einige Essenstände, aber wenn die recht früh zumachen, dann sind die Gassen menschenleer und es mutet ein wenig seltsam an.
Am nächsten Morgen freue ich mich auf das Frühstücksbuffet auf der Terasse  ganz oben. Aber Buffet war noch nicht, ich war auch der einzige Gast. Kaffee war heiss, aber Eier und Toast kalt.....aber die Sicht über die Stadt, den Fluss und die Tempel war sowas von toll....und die ganze Terasse für mich alleine.
Ich finde die Strasse beim Pier, wo man ein Taxi erhaschen kann und möchte zur burmese Embassy chauffiert werden. Der gute Mann bringt mich zack zack zur vietnamese Embassy. Hört sich ja ähnlich an. Same same but diferent ! Das sind wichtige und oft benutzte Worte in Thailand ! Also noch ein Stückel weiter bis zur richtigen. Wenn das so weitergeht, mache ich noch meine BKK Taxilizenz im Urlaub .  Auf den ersten Blick sieht alles gut aus, geöffnet von 09.00 - 12.00, es ist erst 20 vor. Auf den zweiten Blick weniger gut, denn es ist burmesischer Nationalfeiertag und die Botschaft ist geschlossen. Heute ist Freitag, also muss ich am Montag wieder herkommen und hoffen, dass ich das Visum am Dienstag im Pass habe, denn am Mittwoch fliege ich nach Sukhothai.
Na jut, dann geh ich erstmal nen Kaffee trinken. Mit dem Skytrain , der sauberen und sehr schnellen, aber auch sehr unterkühlten Hochbahn (von Siemens gebaut) wieder zum Fluss und mit dem nächsten Wassertaxi-Boot bis zur Memorial Bridge, rüberschlendern und rein ins Wat Prayun Wongsawat. Wat bedeutet “Tempel” und ich mag diesen Schildkrötentempel sehr, bin jedesmal wie verzaubert. Also gleich einen Teller Bananenscheiben kaufen und die 30 Jahre alten Kröten füttern, die sind immer hungrig. Im Tempel sind nur noch 3 Thaifamilien mit ihren Kindern, es ist himmlisch entspannend. Ich verliere mich in den vielen Details, den Felsennischen mit kleinen Schreinen, Tempelchen und Figürchen.
Ungern verlasse ich den Feentempel und mache mich auf den Weg zum Wat Arun, dem Tempel der Morgenröte. Das ist zwar noch ein ganzes Stück, aber das macht nix. Ich wollte auch unbedingt wieder durch die kleinen engen Gassen wie beim letzten Mal laufen........hab ich auch gemacht, allerdings durch gänzlich andere als geplant.
Aber irgendwo kommt man ja immer aus. Ich besuche ein Wat, wo ein Fussabdruck Buddhas zu bestaunen ist und lasse eine grosse Glücksglocke klingen. Das soll mir für meine Tage mi Nachbarland Myanmar Glück bringen. Vor dem Eingang werden kleine Leckereien verkauft. Eine alte Oma mit grossen runden Augen, kaum noch einen Zahn mi Mund, guckt so freundlich und ich beschliesse  ihr was abzukaufen, egal, was sie anbietet. Es gab getoastetes Brot mit Kräutern, kleingeschnitten und in die unvermeidliche Plastetüte, frische Gurkenscheiben und Zwiebeln und süsse Sosse dazu – ganz ungewöhnlich lecker, was soll ich sagen !
Ich schlendere ein bissel am Fluss lang, wo vor den Häusern Chillischoten in der Sonne getrocknet werden und auch in Streifen geschnittenes Hühnerfleisch in der Sonne hängt. Wozu ist das gut???
Dadurch, dass das Fleisch in der Sonne getrocknet wird, spart man sich den Kühlschrank. Und wenn man es nach Wochen ins Fett legt, wird es wieder weich und so saftig als sei das Huhn gerade erst dem Nest entsprungen.
Gleich daneben hängt auch fein säuberlich geordnet die Wäsche zum trocknen. Und wieder zieht es mich in den alten chinesischen Tempel, welcher immer total verräuchert ist und der einen Klimpervorhang im Eingang hängen hat. Drinnen darf nicht fotografiert werden, aber im Hof - ist ja nicht IM Tempel - mache ich doch einige Fotos. Es gibt viele Steinfiguren von Tieren, unter anderem steht dort in ewigen Krämpfen verharrend ein Hund, dem sein Würstchen halb aus dem Auspuff hängt......das wird schnellstens abgelichtet. Wer kommt wohl auf die Idee, einen kakenden Hund in einem Tempelgarten zu verewigen ???            
Weiter, ich will ja zum Wat Arun. Immer schön am Fluss lang und den das hohe Wat nicht aus den Augen verlieren. Es ist so entspannend und friedlich, dass ich mich wiedermel im Gassengewirr verliere und Bekanntschaft mit einem Soldaten und einem Schmetterling mache. Über den Türen der einfachen Häuser in den teils sehr engen Gassen sind rot-goldene glückbringende Zeichen befestigt und Buddhabilder. Und wo bitte ist nun Wat Arun...??? Schon vorbei. Zum Ende finde ich den Weg und besuche erst den etwas weniger atraktiven Tempel daneben. Es ist hier sehr ruhig, denn alle gehen in den berühmten Tempel . Ich schlendere herum und stehe plötzlich vor einem langen Tisch voller Schüsseln und Platten mit leckeren Gerichten.Einige Familien lassen es sich schmecken. Ich stehe etwas abseits und betrachte die Szene, noch niemals habe ich ein Picknick in einem Tempel gesehen......Ich muss wohl hungrig aus der Wäsche geschaut haben, denn man winkt mir zu und ich werde eingeladen, mitzuessen. Sowas lasse ich mir natürlich nicht zwei mal sagen. Der Familienvater erklärt mir jedes Gericht, ob scharf oder nicht, ped oder mei ped, viel versteh ich sowieso nicht            . Ich lasse es mir schmecken und werde noch mit Eiswasser verwöhnt, ein Genuss bei der Hitze. Alle sind sehr freundlich und im Rahmen des Möglichen wird ein wenig Konversation gemacht. Als gut erzogene Mitteleuropäerin frage ich dann, was ich zu zahlen habe. Fragende Blicke von der Thaifraktion.......na, was es kostet. Ahhh, sagt Vater, so um die 3.000 THB. Schluck....da macht er eine ausladende Bewegung....ah, er meint, alles zusammen. Nein, was ich zu zahlen hätte. Natürlich garnichts. Please wait, don´t go, Vater saust los und holt mir eine besonders schöne Mandarine, die er noch poliert und schenkt sie mir. Ich helfe dann halt, das schmutzige Geschirr wegzuräumen, das ist ja wohl das mindeste. Den Gesichtern nach zu urteilen, hat das wohl noch kein Farang versucht, egal. Ich mag nicht einfach nur nehmen. Farang ist ein Ausländer, und da die Thais kaum das R aussprechen können, ist man auch schon mal ein Falang. Kop Kun Kha, danke schön, ich geh dann mal. Einige Schritte weiter sitzt eine andere Familie. Sie rufen mich und wollen mich auch zum essen einladen. Was ist denn Heute nur los?? Ich muss lachen und sage danke, streiche über meinen Bauch und sage, der ist schon voll. Ich soll mich aber trotzdem hinetzen und mache ein Foto, das wir dann zusammen anschauen. Es wird gekichert und über mein woher-wohin geplaudert. Die Mutter textet mich gleich auf thai voll       aber sooo weit reicht mein thai nun auch nicht und die Tochter erklärt, Mama meine, ich sehe aus wie ihr Mann.....waaaas???? Gespielte Empörung und lautes Gelächter. Neue sprudelnde Thaiwortüberfälle......ich weiss am Ende nicht, wie sie das wohl gemeint hat. Sanuk, das ist Spass, Vergnügen und Lachen, ohne dem geht hier das Leben garnicht. Ich verabschiede mich und wieder sagt der Vater, der so aussieht wie ich -  please wait, don´t go und flitzt fort. Zurück kommt er mit einer klitzekleinen Buddhafigur. Zum Andenken, damit ich mich an sie erinnere. Ich bin gerührt und ziehe meines Weges. Sooooo liebe Menschen.
Am Wat Arun kraxel ich die steile Treppe hinauf und geniesse diese wunderbare Sicht über die Stadt und den Palast auf der anderen Seite des königlichen Flusses.
Wieder runter und zum Pier, mit dem Boot auf die andere Seite zum Markt. Ich bin am verdursten, es ist so heiss. Ein leckerer lila Dragonfuitsaft - keeps your body and mind healthy, stimmt. Aber das reicht nicht und ich muss noch eine Coconutmilch und einen Mandarinensaft nachschieben. Hoffentlich muss ich nicht gleich Pipi......            
Nächstes Boot zum Pier Nr 13, Phra Artit bitte, ich will zum Pai Spa, mich massieren lassen. Strecken, recken, drücken, sanft ausstreichen, ziehen,kneten....eben das volle Programm.            Vom Pier aus laufe ich natürlich in die falsche Richtung, sowas passiert mir ja dauernd. Aber da der Weg ja das Ziel ist - macht nix. Dann, Hosianna, endlich angekommen, gebe ich mir die volle Dröhnung. Zwei Stunden Thaimassage, Mann hat das gutgetan !! Dann, auf dem Rückweg zum Pier, ich laufe schon wieder falsch, liegt wohl daran dass das Gehirn nach einer langen Massage extrem relaxt ist, kaufe ich mir eine köstlich gewürzte panierte Hühnerbrust und knabber die auch sofort an, für 25 THB, ca 50 Cent. Unschlagbar günstig. Ihr denkt bestimmt, ich würde ständig essen.....aber es riecht einfach an jeder Ecke so verlockend, alles ist frisch zubereitet, die Menschen sind freundlich – da kann ich einfach nicht widerstehen. Zum Glück werde ich ja am Flughafen nicht gewogen !!!
Schräg gegenüber von meinem Guest House gibt es eine Beaglezucht, ca 30 wunderschöne Hundis erinnern mich an meinen eigenen. Ich bleibe dort immer ein paar Minuten stehen und eines abends frage ich die Frau, ob die zum essen sind......nein, sie sind ein Hundegrosshandel. Da bin ich aber erleichtert. Ich musste zwischendurch an Vietnam denken, wo Dalmatiner in engen Käfigen ausharrten um in der Pfanne zu enden.
Ich checke meine mails und muss bei der Frage, ob ich auch genug zu essen bekomme, laut grinsen                                 
Duschen und umziehen , denn ich möchte ja noch die schöne Beleuchtung am Democracy Monument fotografieren. Das Taxi lässt mich ziemlich weit weg davon aussteigen und der Fahrer hat kein Wechselgeld. Da er wohl Angst hat, dass ich sein Taxi klaue, muss ich selber über die Strasse sprinten und in der chinesischen Apotheke Wechselgeld holen. Was ist das dies Jahr nur für eine seltsame Sache mit mir und den Taxifahrern ???
Also schlendere ich mal los und lande prompt in einer chinesischen Suppenküche, wo keine Langnase zu sehen ist. Es riecht gut und der Chef füllt die Suppenschüsseln mit grossen Gesten als wäre es eine Theateraufführung. Hier bleibe ich. Ich bestelle Nudelsuppe. Die Kellner starren mich an, als hätte ich wieder die Hose offen. Na, Nudelsuppe please. Nix verstehn. Also steh ich auf, geh zu den Schüsseln, zeige auf die Suppe und die Nudeln, lächel.........und bekomme eine grosse Schüssel leckerer brauner Suppe mit Glasnudeln, Bohnen, Kräutern und Fischklösschen....und Blutkuchen...buah, den mag ich ja wirklich nicht. Die Kellner schaun alle, ob ich das wieder ausspucke, aber es war sehr lecker und hat nur 10 THB gekostet. Zum Nachtisch gabs Cocospoffertjes auf der Strasse, schön heiss und leicht knusprig.
Weiter zum Democracy Monument - aber, was ist denn nun los, wo sind denn all die schönen Lichter ??????? Ich stosse mitten in eine Rothemden Demo. Rundherum gibt es sehr viele Polizisten mit verkniffen ernsten Gesichtern. Vielleicht glauben die, ich wäre mit meiner grossen Kamara um den Hals eine Reporterin. Ich kann ja nicht sagen - hey, ich bin nur die Romy und will nichts Böses. Aber ich geh mal zu den Polizisten, von denen mich einige schon seltsam anschauen.
-Sawadee Kha. Were are all the lights in the trees ???
-und schon schaun sie alle weg, denn keiner mag zeigen, dass er kein Englisch kann. Nur einer sagt
-laaaaiiiiiiiiss??
-yes, the beautiful lights in the trees, und ich mache flinker- flinker Bewegungen mit allen zehn Fingern und ein glückliches Gesicht
-werayufrom??
-jöramani
-wotyuwont ??
-make a photo, lights, you know....????
-Erleuchtung - aaaaahhhhhh, King hes börsdeeeeiiiiii, manyyyy laaaiiiisssss, haulong yu taileeeend ???
-one day
-tomolo yu can see laaaiiii
-kop khun kha und bloss weg

Es liegt sehr viel Demodreck herum. Aber die Demo bleibt friedlich und verwandelt sich gerade in eine Party, die Mädels tanzen zu Popmusik auf den Pick Ups und wie aus dem Nichts tauchen plötzlich mobile Restis auf, Eisverkäufer mit ihren Karren, die Melodien dudeln, Zuckerwatte, Luftballons - eben alles, was man nach einer anstrengenden Demo so braucht.
Überall auf den Bürgersteigen brennen Mengen von roten Kerzen und die Menschen sitzen in Gruppen darum und diskutieren. Einige Mönche sind auch dabei.
Ein Mann kommt mit seiner schwarzen Ente und einem kleinen Hund. Die Ente ist mit Blinklichtern geschmückt, der Hund auch und hat ausserdem bunte Rastalocken auf dem Kopf. Die Ernsthaftigkeit der Demo scheint vergessen und alle geniessen den Augenblick.
Es gibt wieder Probleme, zum Hotel zu kommen, das ist grässlich und die dunklen Gassen sind mir nicht ganz geheuer. Es überfällt mich eine kleine Depri, das ist hier einfach zu schrottig und ich sehe keinen anderen Gast im Haus, fühle mich irgendwie verlassen, schlafe erst um 04.00 ein und beschliesse, mir morgen ein anderes Hotel zu suchen.
Nach dem einsamen Frühstück ( Mensch, die Hose ist schon wieder auf, wie soll das bloss weitergehen....Hört jetzt SOFORT auf zu lachen...) , mache ich mich auf den Weg zum nächsten PC und reserviere mir was ganz Gutes, nämlich das Navalai River Resort für die nächsten vier Nächte bis ich mich auf den Weg gen Norden mache.
Das ist sooooooo schön, und auch genauso teuer            Aber das brauch ich jetzt. Meine Laune ist auch wieder Top und ich habe Spass an allem. Eigentlich müsste man den ganzen Tag auf dem Zimmer bleiben, um für das Geld auch was davon zu haben.......Zwinkernd                     


,Chinatown ruft. Ich schlendere ganze drei Stunden rum und finde sogar die Uhrengasse. Man laufe die Yaowarat ganz hoch, dann hinter dem Grand China Princes rechts rein - voila ! Habe eine schöne Casio Uhr erstanden NO COPY            , aber mir gefällt sie gut. Seit wann gibt es denn dort so viele Stände mit Porno DVD´s ???? Verkaufen sich Uhren und Pistolen nicht mehr so gut ??
Es wird wieder ganz viel Saft getankt            . Vor einem Laden werden so niedliche kleine Porzellanfläschchen verkauft. Neugierig bleibe ich stehen und die Chinesin holt ein kleines braunes Köttelchen heraus und lässt mich probieren. Was ist denn das ?? ....Chu Chu......ach so ......sieht aus wie Köttel und schmeckt wie in Obstsirup eingelegter Tabak   . Very healthy, soll Obst sein. Ich hätts fast ausgespuckt und musste sofort eine Coconut rinken.....pfui Teufel.
Plötzlich stehe ich vor dem Shanghai Mansion Hotel. Hier muss ich unbedingt rein und mir die Zimmer ansehen. Ich gebe mich als Zimmersuchende Frau aus, die ihrem Mann die Fotos zeigen muss und ich bekomme 2 wunderschöne Zimmer gezeigt, da geht einem das Herzchen auf und ich fühle mich direkt ins Shanghai der dreissiger Jahre versetzt. Traumhaft !
Langsam wird es dunkel und Chinatown bekommt ein ganz anderes Gesicht. Man sieht den Dreck nicht mehr so doll, aber dafür tausende kunterbunter Lichtreklamen. Es riecht überall würzig nach gutem Essen und laute chinesische Popmusik gibt es gratis dazu.
Zum Abendessen in der Rambuttri gönne ich mir ein leckeres Wokgemüse mit gegrillter Hühnerbrust und ein Bierchen, danach den unvermeidlichen Saft und Bananapancake.
Neben mir am Saftstand steht ein Inder, der aussieht als käme er direkt aus einem Werbeprospekt für Rajasthan, fehlt nur noch der bunte Turban und ein weisser Elefant ! Fragt, wo ich herkomme - Düsseldorf (Standardantwort um die Gegend einzugrenzen,denn ich glaube, Bottrop ist in der grossen weiten Welt nicht soooo sehr bekannt            ) - ahhh, nicht München -nein- da ist doch immer dieses grosse Bierfest ( da kann man mal sehen, was die Leute bei DEUTSCHLAND im Kopf haben ) - ich sage, das mag ich nicht, da sind die Leute ständig betrunken und ein kleines Bier ist ein Liter - kennen sie Indien - nein, würde ich aber gerne - ich bin aus Rajasthan, Pink City , kennen sie das ? - ja , Jaipur, er ist beeindruckt - was haben sie denn da für einen hübschen Anhänger, ist der aus Indien? und schon geht seine Hand in Richtung meines Busens....(das kann ich garnicht ab )aber da bin ich schneller. Nein, der ist von einem Freund....FREUND ??? Ja, den treffe ich gleich, aber da geht er schon die Strasse runter. Ich schicke ihm noch ein freundliches Good Bye hinterher, aber er hört es nicht mehr.            
Und - meine Hose war NICHT offen....ich will jetzt niemanden lachen hören !!!!
Ich geniesse meinen Mangosaft und schlendere herum. Auf der Rambuttri spielen sie überall diese schöne Flower-Power-lass-uns-einen-Joint-zusammen-rauchen-Musik. Sehr relaxing, macht Spass zuzuhören.
Hoffentlich träume ich was schönes in meinem tollen Zimmer.
Ich habe geschlafen wie ein Engel und bin vom leisen pfeiffen der Riverferry aufgewacht...ahhhhhhh.....habe ich gedacht, wie schön, ich bin der Schrotthölle entflohen     .    
Der Vormittag ist ausgefüllt mit Chatuchak ......ihr wisst, was ich meine !!! Ich zermartete mir mal wieder das Gehirn, was ich für wen einkaufen soll, dabei verliere ich das Objektiv völlig aus den Augen. Kein Wunder, bei soviel Ablenkung. Aber trotzdem mache ich eine ansehnliche Beute. Wie immer weiss ich nach einer halben Stunde nicht mehr, ob ich hier schon einmal war oder nicht......das ist sehr verwirrend. Ich frage mich, ob es schon mal jemand geschafft hat, den gesamten Markt mit den 15.000 Ständen an einem Tag anzuschauen. Ich glaube, das geht nicht.
Als ich mit den Nerven und dem Geldausgeben fertig war, setze ich mich in eines der open air Restis an der Strasse, ich bin hungrig. Auf den Tischen stehen grosse Körbe voll frischem kleingeschnittenem Gemüse und es gibt drei verschiedene Suppen zu bestellen : scharf, schärfer und am schärfsten ! Der nette Mann sagt, die Coco-Chilli Suppe wäre nicht scharf, also nehm ich die. Ich hätte es wissen müssen, wenn ein Thai sagt, die ist nicht scharf, dann rollen bei mir immer noch die Tränchen. Ich stopfe soviel Gemüse in die Suppe, um die Schärfe zu mildern, dabei mag ich es scharf, aber das........trotzdem war es sehr lecker            
Nach einer Stunde im Hotel hat dann auch prompt die Chilli Rohrreinigung eingesetzt - ihr wisst, was ich meine                      
Duschen, bissel TV schauen und sehen, was so an Mörderzeugs in der ganzen Welt passiert, ich will das garnicht sehen. Auf der Terasse am Fluss trinke ich einen Jasmintee, schaue dem regen Treiben auf dem Wasser zu und begebe mich dann in die kundigen Hände der Massagefrauen in meinem Lieblingsspa. Life is beautiful !!!
Im Pai Spa hat man jetzt eine Karteikarte für mich angelegt, worauf staht, welche Probleme ich habe. Finde ich gut. Die schnellen Finger haben alle meine Knoten gefunden - ich wollte garnicht mehr aufstehen.....
Draussen entscheide ich mich für ein Abendessen in der Japanese Tavern, einem kleinen Resti an der Strasse. Eigentlich nur 3 Woks, einige Holztische und Stühle und eine kleine Speisekarte. Das Chicken Tepanyaki mit Reis kam auf schwarz roten Tellern und Schälchen daher, hat 10 Klassen besser geschmeckt als zuhause und hat mit einer Miso Suppe und nem Wasser nur 2 Euro gekostet. Ich sag ja, wie zuhause......            

Am nächsten Morgen heisst es zeitig aufstehen um pünktlich an der burmesischen Botschaft zu sein. Als ich um kurz vor 09.00 dort ankomme, steht schon eine beachtliche Schlange auf der Strasse. Nach 2 Stunden hab ich den Pass, die Fotos und die ausgefüllten Formulare abgegeben. Morgen nachmittag kann ich den Pass wiederhaben. Prima.
Heute werde ich endlich das Jim Thompson Haus aufsuchen, hab das schon oft verschoben. Dort ist es sehr friedlich und die Ansammlung hübscher Teakholzhäuser in einem tropischen Garten gefällt mir so sehr, dass ich am liebsten gleich eingezogen wäre. Aber ich darf nicht. Weiss auch nicht, warum,steht doch leer          
Dass der Mr Thompson genau dann in Malaysia spurlos verschwunden ist, wie es ihm ein Wahrsager vorhergesagt hatte, ist schon ein wenig unheimlich.
Den Siam Square beehre ich auch noch und gönne mir im Mango Tango einen grossen Teller Sticky Rice mit Kokossosse und einer ganzen süssen reifen duftenden saftigen herrlichen Mango. Da hätte ich mich echt reinlegen können            
Da sich mein Telefon nicht entsperren lässt, kaufe ich kurzerhand ein thailändisches mit einer Simkarte und kann nun kostengünstig mit meinen Lieben zuhause telefonieren. Toll !

Heute habe ich zum ersten Mal so richtig urlaubsmässig ausgeschlafen, bis 09.00, es war herrlich ! Nach einem ausgiebigen Frühstück am Fluss starte ich meinen langsamen Trödeltag. Ich nehm das Boot zum Pier Nr 8. Ich will zum Amulettmarkt, aber der ist eher bei Pier Nr 9, also müsste ich etwas nach links hochlaufen, aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht rechts runtergelatscht wäre !! Aber das ist garnicht schlimm, denn erstens ist es dort hübsch, ein altes Viertel un den Königspalast und Wat Po herum und zweitens habe ich gefunden, was ich sowieso noch suchen wollte, nämlich die Wat Arun Residence. Ein kleines edles Hotel mit Resti auf der Dachterasse und des nachts mit einem tollen Blick auf das erleuchtete Wat Arun. Schöne Zimmer,aber ganz schön teuer, der Laden. Noch ein bissel weiter in die falsche Richtung und in einer kleinen Soi ligt auch direkt am Fluss das Hotel Aurum. Auch sehr edel, aber die Preise auch !! Ich hatte einen Tee auf der Terasse am Wasser , schön war´s. Inzwischen habe ich gemerkt, dass ich in der falschen Richtung unterwegs war - bei mir dauert das immer eine Weile    , und hab mich auf die Socken gemacht um zum Amulettmarkt zu kommen.
Dort bietet sich mir das übliche Bild : unzählige Stände mit Amuletten, kleinen Figürchen, die manchmal ganz schön abenteuerlich oder auch gewagt sind, alte Münzen, Buddhas und Zubehör für Mönche.Nicht zu vergessen die lustigen Stände mit den Zahnprothesen      Daneben liegen zwei Krokodilsköpfe mit ihren gefährlichen Zähnen, ganz so als wollten sie die Menschen daran erinnern, wie wichtig die Zahnpflege ist . An vielen Ständen stehen Männer mit einer kleinen Lupe , die am Auge klemmt und betrachten ganz versunken irgendein heiliges, altes oder vielleicht doch gefälschtes Teil. Man will ja herausfinden, ob es wirklich 300 Jahre alt ist, oder vom Verkäufer erst am Wochenende gebastelt wurde. Verkäufer von Vögelchen in roten Käfigen, blinde Sänger, Schuhverkäufer, Essenskarren, Polizisten, Wahrsager, Mütter mit ihren Babies, Drachenflechter runden das Bild auf den belebten Gehwegen ab. Und immer wieder sieht man Männer, die so schwer mit Amuletten behängt sind, dass man den Blick kaum von ihnen abwenden kann. Buntgefleckte Katzen machen es sich auf den auf dem Gegweg ausgebreiteten Jeans bequem, hoffentlich hat der nächste Besitzer keinen Katzenallergie.... Auf einem Tisch liegt neben den unvermeidlichen Figürchen und Münzen eine Auswahl von Lingams, von ganz klein und niedlich bis sehr gross und bedrohlich...    , aus Holz sehr lebensecht geschnitzt. Ein junger dünner Mann steht davor, beugt sich darüber und verliert sich vielleicht in Tagträumen....wer weiss ??            Es werden auch neue Amulette hergestellt und man kann dabei zusehen, wie fix die Sperrholzgeburten auf alt getrimmt werden.
Orangene Mönche mit gelben Bauchtüchern und himmelblauen Taschen - was für schöne Farben - schlendern genüsslich umher. Bestimmt haben auch sie den einen oder anderen Wunsch, den sie sich nicht erfüllen können. Eine Tigerkatze schläft auf den Amuletten, ein wahrlich behüteter Schlaf, bei soviel Heiligkeit unter dem Fell !!
Auch ich habe mal wieder zugeschlagen und eine Auswahl der hübschen und gewagten Figürchen und alte Münzen gekauft. Dabei habe ich schon recht viele....bald kann ich zuhause einen Amulettladen für Exilthais aufmachen. Die Lupe muss ich aber erst noch kaufen.
Wie ich so im Schneckentempo dahinkrieche, steigt mir ein verlockender Duft in die Nase - eine Nudelsuppenküche , und sie kann nicht weit sein. Uuuuhhhhh, riecht das gut, es ist ein ganz kleines enges Lokal. Ich setze mich und bestelle "Nudelsuppe". Als Antwort schleppt man mich nach vorne zu den Töpfen, und fragt, welche denn??? Lange, kurze, dicke, dünne, breite......Ich nehm die lange dünnen mit Huhn. Die Zubereitung durch den Suppenchef ist wieder sehenswert und ich bekomme eine Schüssel Suppe mit Nudeln, Sprossen, Kräutern und einem ganzen Hühnerbollen. Es schmeckt sehr würzig.....ist das Zimt oder Anis????
Hinter dem Amulettmarkt liegt ein grosses Wat, in dem ich noch nie war, Wat Mahadhat. Nix wie rein. auf dem Boden, der mit einem roten Teppich ausgelegt ist, sitzen ganz ganz viele Frauen, alle in weiss gekleidet, viele sind Nonnen. Ich bleibe am Eingang stehen, da ich nicht weiss, was hier stattfindet, aber eine alte Frau holt mich herein und lässt mich sitzen. Männer sind - bis auf den rezitiereden Mönch auf dem goldenen Sessel - nicht erlaubt. Manche Frauen schlafen auf dem Boden, andere meditieren oder sitzen ziemlich verrenkt auf Plastikstühlen. Sie sitzen oder liegen auf weissen Tüchern , diese Farbe dominiert den ganzen Tempel. Einige haben Bilder vom König mitgebracht, andere etwas zum essen. Man spürt ein Zusammengehörigkeitsgefühl, wie bei einer grossen Schwesternschaft und ich fühle mich einige Minuten lang dazugehörig. Das ist schon seltsam, diese Stimmung hier.
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Romy
New Member
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Beiträge: 24
Antwort #1 - 07.04.11 um 07:16:23
 
Leider geht nicht so viel in einen Beitrag. Es geht weiter :

Einige Frauen sind sehr alt und ihre Gesichter erzählen Geschichten. Immer wieder werde ich lächelnd aufgefordert mich dazuzusetzen, aber niemand scheint etwas dagegen zu haben, dass ich aus dem Hintergrund einige Fotos mache. Ich frage, warum denn nur weiss gekleidete Frauen anwesend sind und erfahre, dass Heute 15 neue Nonnen geweiht werden. Aber niemand scheint genau zu wissen, wann genau das geschieht.
Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich mich sputen muss um meinen Pass von der Botschaft abzuholen !! Also schnell zum Pier....wo war das nochmal...da?....Nein dort, stimmt, da steht ja ein Schild       Vor mir auf dem Gehweg läuft eine Frau....nee, das ist ein ganz hässlicher Katoey, dunkle Haut, eckiger Körper, schwarzes Kleid, barfuss, die Zehen gespreizt wie ein Äffchen und den dicken Zeh mit lila Nagellack lackiert. Sie schwenkt sowas wie eine 2 m lange silberne Isomatte herum. Ich habs eilig und überhole sie, da stösst sie plötzlich Schreie aus wie ein Urwaldvogel und wirft die Isomatte über meinem Kopf herum. Ich hab mich sowas von erschrocken....Herrje. Ich glaube, die ist nicht ganz richtig im Kopf, sie nimmt unter den Verkaufstischen das Essen für die Geister und isst es genüsslich. Niemand hindert sie daran, sie hat ein Gesicht wie ein Dschinn.
Da ist der Pier und das Boot ist mal wieder gerade abgefahren, das ist wirklich jedesmal so !! Schlechtes Karma.
An der burmesischen Botschaft gibt es natürlich wieder ne lange Schlange, aber mein Visum ist im Pass, sogar mit Foto. Alles Paletti.
Im Hotel noch "schnell" die Reisetasche umpacken, denn morgen geht es nach Sukhothai und ich nehm ja nicht alles mit. Das schnelle umpacken dauert anderthalb Stunde und die Restreisetasche wiegt gefühlte 100 Kilo..... Die wird dann ins Rambuttri Village gebracht, wo mich später wohnen werde.
Es ist mein letzter Abend im Navalai und ich lasse mich mit einem Red Curry und einem kühlen Singha auf der Terasse verwöhnen. Vor meinen Augen gibt es open Air Kino, die allerschönsten bunt beleuchteten Boote flanieren vor meinem Platz vorbei , die Brücken rechts und links sind farbig beleuchtet......leise Musik im Hintergrund, es schmeckt vorzüglich.....das Leben kann so schön sein.
Ab in die horizontale mit einem Schokoriegel und einem Singha, bissel TV schauen, es läuft CSI, fast wie zuhause....hehehehehe.
Eigentlich muss ich ja fast schon sofort wieder aufstehen, nämlich um 04.00 Uhr....was ist das eigentlich für ein Urlaub????            

Ich habe NICHT verschlafen und bin um 03.45 Uhr aufgestanden....das grenzt wirklich an Körperverletzung !! Ich hatte iennen Airporttransfer für 150 THB reserviert, aber irgendein "Verantwortlicher" hat mich aus Versehen zu einem jungen deutschen Paar in ihr privates Taxi gesetzt. Da bin ich ja unverhofft schnell zum Flieger gekommen            . Wir fliegen mit einer kleinen Propellermaschine, die von aussen mit quitschbunten Nemofischen bemalt ist, nach Sukhothai. Nach 1 Stunde landen wir auf dem herzallerliebsten Flughafen , der aussieht wie ein schöner Garten und wo hübsche junge Frauen in Seidentrachten die Gäste empfangen. SO gehört sich das !!
Ich bin schon um 10.00 im Orchid Hibiscus GH und frühstücke erstmal. Der Besitzer Paolo serviert mit Grazie Spiegeleier, Toast, eine wilde Honigwabe und leckeren Cocospudding in Bananenblättern verpackt. Die Anlage ist sowas von schön, alles kleine Bungis inmitten eines tropischen Gartens. Viele Vögel - Tukane, Zwergpapageien, Kakadus...- kleine Ecken zum verstecken und ein grosser Pool laden zum faulenzen ein. Ich habe ein Prinzessinenbett mit Schmetterlingen und Blumen im Moskitonetz - schöön !
Ich miete ein Fahrrad, frage Paolo nach dem waszusehen und mache mich auf dem Weg. Wider Erwarten passt sich mein Popo schnell dem Radfahren an....      , ich mache sowas nämlich nicht allzu oft. Ich radle zu einem Buddha, den man bei Sonnenaufgang sehen sollte. Er liegt ziemlich weit ausserhalb, 40 Minuten Fahrt, dann noch 200 m über Steine bergauf kraxeln. Also, bei meinem fehlenden Orientierungssinn, im dunkeln, mit nem Rad ohne Licht......da komm ich ja in Kalkutta aus !! Und ausserdem hab ich ihn ja nun schon gesehen. War auch wirklich sehr schön.
Dann einer meiner Lieblingsplätze : Wat Sri Chum !!! Dieser eingeschlossene Buddha hinter der Mauer, in all der Enge liegt hier eine ganz besondere Würde und Besinnlichkeit. Ich liebe diesenn Ort.
In der Nähe gibt es einen Stand mit Bildern. Eine Ladyboy malt zauberhafte Bilder aus der thailändischen Mythologie auf Baumwolle. Eine 1,50 m grosse Frauenfigur hat es mir angetan. Der Preis soll 1.500 THB sein. Ich sage, dass ich es mir überlege und nochmal wiederkomme.
Zurück zum GH, duschen , Sonnencreme auftragen denn ich habe einen satten Sonnenbrand. Mein Hintern tut nun doch weh....      . Ein wenig am Pool relaxen und dann wird es wieder Zeit, den Allerwertesten auf den Drahtesel zu schwingen . Paolo hat mir eine abenteuerliche Zeichnung von Wat soundso gemacht, der ist sehr schön bei Sonnenuntergang.....ist auch gaaaaanz nah. So - denn mal los. Ich fahr und fahr und fahr......nix. Zurück zum Ausgangspunkt, also GH. Wieder los, in eine Strasse rein, wieder raus, bei einem Resti fragen - ja, das sind noch 4 Km. Hmmm.....nah also, Paolo ??? Bei mir ist NAH dann mal ums Eck.......Also, nach geraumer Weile bin ich auch am Wat Chetupon , ist hübsch. Leider ist der Sonnenuntergang Heute sehr blass. Denn mal wieder nach Hause. Auf die Hauptstrasse und immer geradeaus. Moment mal....hier war doch vorhin nur EINE Strasse.....wo kommt denn nun diese Gabelung her ??? Pffff......ich fahr ein gutes Stück geradeaus, nee, wieder zu der anderen, aber die sieht mir nun auch nicht bekannt aus, also wieder zurück. Die Leute, die am Strassenrand Saatgut ausbreiten, lachen schon und grüssen . Ja danke, sehr nett.......Mist ! Ich fahre jetzt einfach weiter und bin plötzlich mitten im Wald. Neeee.....also, hier war ich ganz bestimmt nicht. Bald wird es dunkel, und im Wald, da sind die Räuber ! Sich bei nur 2 Strassen zu verfahren, das bringe mal wieder nur ich fertig. Ein Schüler malt mir einen Plan, aber der ist nix. Wieder Mist. Einfach weiter. Irgendwann komme ich am Rand des historischen Kerns aus, da ist gerade Markt , Fleisch, Fisch, Gemüse, Eier, Obst und Millionen von Fliegen            .
Im GH gibt es nur Frühstück und ich besorge mir ein grosses Stück gebratenes Huhn und Obst. Auf der Terasse stelle ich fest, dass hier die Moskitos so gross wie Tuk Tuks sind, richtige Mörderbrummer, also schnell mit Moskitomilch einreiben und die chemische Keule in die Steckdose stecken. Meine erste Nacht im Himmelbett steht an und leider ist mein Schlaf garnicht königlich, denn die Matraze ist hart wie ein Brett. Ausserdem hat es spät abends angefangen wie aus Kübeln zu regnen und hat die ganze Nacht nicht aufgehört.
Nach dem leckeren Frühstück , mit Wasser und Sonnenmilch bewaffnet, schwinge ich meinen Po wieder aufs Gestell und mache mich auf zum Suhkothai Historical Park. Das ist für mich einer der schönsten Orte. Im Wat Mahatat liegt eine solche Erhabenheit, das ich eine Gänsehaut bekomme. Diese grossartige Tempelanlage ist ein wunderbares Zeugnis buddhistischer Vergangenheit. Diese beiden riesengrossen stehenden Buddhas seitlich des zentralen Chedis.....der sitzende Buddha davor, ich nehme mir Zeit und versenke mich in die Schönheit und Vollkommenheit. Die verschiedenen Schattierungen der Steine lassen alles beinahe lebendig erscheinen. Ich bin ganz vernarrt in diesen Ort. Der erhabene sitzende Buddha, über den Causeway mit den steinernen Säulen zu erreichen, der schreitende feminine Buddha ..... ...... hhhmmmmmm -schööön !! Zwischen den Füssen des Erleuchteten stehen Räucherstäbchen und Wachs von kleinen Kerzen tropft auf seine Zehen. Er nimmt es mit Gelassenheit. Über die Blumengirlanden freut er sich bestimmt.
An einem Baum entdecke ich ein......einen Drachen. Der ist soooo schön, schillert in kräftigem blau , grün, gelb und rot. Und er bleibt ruhig sitzen, bis dass ich von allen Seiten meine Fotos gemacht habe. Danke, schöner Drache. (Anmerkung der Redaktion : natürlich ist dieses Tier KEIN Drache, der Frau hier ist nur die Fantasie durchgegangen. Aber wir wissen auch nicht, was das ist ).
Wie versprochen suche ich die Ladyboy am Wat Sri Chum auf um über den Preis ihrer Malerei zu reden. Wir einigen uns auf freundliche 1.200 THB und sind beide zufrieden. Den Buddha besuche ich natürlich auch nochmal und habe ihn ganz für mich alleine.
Weiter zum nächsten Wat. Ich stehe da und mache meine Fotos, da spüre ich, dass jemand hinter mir steht. Ich dreh mich um und da steht ein junger Mann von denen, die die Ruinen sauberhalten, breites Grinselächeln im Gesicht , streckt mir die arg dreckige Hand entgegen und sagt sawadee khrap. Ich bin ja gut erzogen, nehme die Hand - uuuuahhhh - , grüsse zurück und bevor ich mich versehe , hat der mich im Arm, rechts, links und fängt auch noch an an meinem Hals zu schnüffeln, uuuahhhhh....uuuuaahhhh....ich wollte den garnicht riechen, der stank nämlich ungemein. Als ich endlich reagieren kann , spitzt der schon seinen Mund zum Kuss...ich sag, nee Junge, lass mal gut sein, zücke meine Kamara und will ein Foto machen. Das wirkt, zack ist er weg ! Ich habe schnell gemerkt, dass der geistig behindert ist, deshalb bin ich auch freundlich geblieben. Ansonsten mag ich es garnicht, dass man mich anschnüffelt und zum Glück sind die Thais auch nicht an übermässigem Körperkontakt mit uns Falangs interessiert ! Mann, DAS sind Abenteuer, die ich da erlebe                                 
Überall laufen Kühe herum, die haben einen Höcker und lange Schlabberhälse, aber ganz samtige grosse braune Augen, und ich mag die sehr. Ich werde zum Kuhliebhaber mutieren und mein Lebtag kein Steak mehr essen......            
Am späten Nachmittag nehme ich für 150 THB ein offenes Tuk Tuk ins 12 km und 40 Minuten entfernte New Sukhotkai . Nach dieser Zeit im Fahrtwind sitzend, stehen die Haare entgegen der Fahrtrichung      . Es ist gerade Markt und ich kaufe mir zwei mal Klebereis, einmal gelb und einmal weiss, mit einer Paste aus Eiern und Kokosnuss drauf. Einige Leckereien vervollständigen mein Abendessen.
Im GH lerne ich eine sehr nette Deutsche kennen. Sarah heisst sie und lebt schon seit 9 Jahren In New York. Vielleicht unternehmen wir was zusammen. Sarah hat ihren guten Job gekündigt um 5 Monate durch die Welt zu reisen. Das ist mutig.
Der folgende Tag bringt Wolken, Wind und recht kühles Wetter. Da ist nix mit relaxen am Pool. Ich radel nochmal durch den Historical Park und treffe Sarah dort. Wir gehen zusammen essen und beschliessen, am nächasten Tag zusammen mit dem Bus nach Chiang Mai zu fahren. Wir schlendern auf dem Markt herum wo ein armes Schwein seine eigenen Füsse und den Schwanz auf einem anderen Tablet sehen konnte. Hier sitzen die Verkäuferinnen nicht neben dem Tisch, sondern obendrauf, neben der Ware. Das ist lustig, denn man könnte meinen, die Marktfrauen ständen auch im Angebot    . . Wir organisieren unser Abendessen und verbringen den Rest des Abends auf der Terasse mit einem kühlen Bier.
In der Nacht ist ein leiser Trauergesang der Mönche zu hören. In der Nachbarschaft ist jemand gestorben. Dann, um punkt 05.00 falle ich vor Schreck fast aus dem Bett, es ist ohrenbetäubende "Thaimusik" zu hören. Aber nach einem Moment wird klar, das sind wieder die Mönche. Und ich dachte schon, meine Nachbarn machen Party ! Es wurden zwei neue Novizen geweiht und das soll das ganze Dorf hören. Volle Kanne Susanne !! Ihr könnt euch garnicht vorstellen, wie laut das um diese unchristliche Zeit war            
Mit Sarah also auf nach Chiang Mai. Sie hat übrigens die letzten 9 Jahre für zwei grosse deutsche TV Sender gearbeitet und fühlt sich ganz und gar als New Yorkerin.
In der oberen Etage unseres Busses mit den himmelblauen Gardinen und Bömmelchen machen wir es uns erstmal bequem. Die Zeit vergeht schnell und bald sind wir am Ziel.
Mein GH Chiang Mai Thai House ist ganz reizend, die Zimmer sind sehr schön dekoriert, das Bad ist prima, es gibt einen hübschen Poolbereich und ein Resti. Ausserdem liegt es nur 3 Gehminuten vom Tapae Gate entfernt und der Preis ist mit 400 THB - ohne AC - wirklich sehr gut. Das Wetter ist immer noch so lala, bewölkt und nicht wirklich heiss.
Sarah und ich gehen spazieren und essen sehr gut bei einem jungen Engländer richtig leckeres Thaifood. Er ist vor einigen Jahren hier mit seiner Freundin hängengeblieben. Seitdem gibt er täglich 4 Stunden gratis englischen Unterricht für thailändische Kinder, die sich dieses Extra sonst nicht leisten könnten. So haben sie vielleicht später bessere Chancen. Das finde ich toll, Respekt.
Ein Besuch auf dem Nachtmarkt rundet den Abend ab. Hier ist es ganz entspannend und wir entdecken einen ganz tollen Tempel, an dem noch gearbeitet wird. Er ist von aussen komplett mit ziselierten und gehämmerten Silberplatten verkleidet. Das sind einfach wunderschöne Arbeiten. Wat Srisuphan heisst er. Unbedingt hingehen !
in der Nacht schimmert er fast unwirklich. Wir unterhalten uns mit einem jungen Mönch aus Cambodia über den Buddhismus und die Menschen.

Am nächsten Morgen Frühstück auf der Restiterasse. Also, der Chef von dat janze, der sieht aus wie ein böser Schurke. Fischgesicht, sehr stark fliehendes Kinn, Saugmund, Glubschaugen, immer schlecht gelaunt und wenn er dort ist, sind alle anderen still. Ich mag den nicht.
Heute ist Tempelvormittag und um 14.00 traffen wir uns um zum Wat Doi Suthep zu fahren.
Aber nun laufe ich zu einigen meiner Lieblingstempel. Sie sind sooo schön anzuschauen, im Lanna Style, rot mit viel Holz,  und spitzen Dächern die sich fast bis auf den Boden ziehen, und voller Gelassenheit. Ausserdem sind die Mönche hier viel komunikativer als in Bangkok.
Chiang Mai ist herzallerliebst. Überall gibt es schnuckelige kleine Lädchen wo junge Thaidesigner ihre Sachen verkaufen, Läden voller Silberschmuck, und das ist kein altmodisches Zeugs, kleine Cafés und süsse Restis. Nachts ist alles mit hübschen Laternen beleuchtet. Man könnte einfach immer weiterlaufen und schauen.
Um 14.00 steigen wir in ein rotes Songthaew um zum Wat Doi Suthep zu fahren. Aber der Fahrer ist ein Schlitzohr, er karrt uns in irgendein Viertel, lässt uns aussteigen, läd eine Fuhre junge Leute ein und wir sollen mit einem Kollegen für mehr Geld weiterfahren. Es sind einige Diskussionen notwendig um endlich weiterzukommen.
Aber oben auf dem Berg ist das alles vergessen und die Stimmung im Wat nimmt mich wie immer gefangen. An der langen Nagatreppe stehen wieder die kleinen Mädchenin den schönen Trachten, ich denke, es sind Kleider der Flower Hmong. Sie sehen herzallerliebst aus und wollen natürlich Geld für die Fotos haben. Jedermann gibt es gerne. Ich habe zwiespältige Gefühle.........aber später fahren wie mit einem der Mädchen und ihrer Mutter zusammen in die Stadt runter. Die Mutter ist stark deformiert und kann kaum laufen. Zwischen ihr und ihrer Tochter besteht ein enges und liebevolles Band. Das Kind hilft somit ihrer Mutter um zu überleben. Das ist traurig, aber wenn man die beiden so zusammen sieht........ich bin froh, ihr Geld gegeben zu haben.
Im Tempelbereich sind viele Thaipilger anzutreffen, sie umrunden den zentralen Chedi mit Räucherwerk und Lotublüten in den Händen. Ein kleines hellblondes Mädchen steht barfuss mit einer rosa Lotusblüte in den Händen vor einem Buddha, etwas verloren.........
Der Himmel strahlt in einem tiefen blau, die Tempelglocken klingen leise und das Gold strahlt mit der Sonne um die Wette. Ich bekomme von einem Mönch ein weisses Band ums Handgelenk gebunden. Auf einer Bank sitzt ein Mönch mit dicken Bauch, Dreitagebart und gelber Pudelmütze im Schneidersitz , ganz versunken.
Ein junger Mann zeigt uns einen Säbeltanz und zwei reizende junge Frauen üben sich im klassischen Thaitanz.
Ein junger Farang fällt eine Treppe runter und hat einen ganz verdrehten Fuss.....der hat sich glaube ich, sehr weh getan.
Wir essen an einem der Stände bei der Treppe einen gebratenen Reis und fahren wieder in die Stadt.


Nach dem Tempelbesuch gelüstete es uns nach einer Leckerei, die wir auf dem Nachtmarkt fanden. Und glücklicherweise fand ich auch noch ein Paar robuster Schlappen für das Elefantancamp. Da kann ich ja schliesslich nicht mit Flip Flops aus Seide aufkreuzen. Also früh schlafen gehen, denn Morgen müssen wir schon wieder zeitig aus den Federn, Elefanten sind angesagt !!!!

Nach einer Stunde Fahrt in die Berge kommen wir am Baan Chang Elephant Camp an. Die Weite der grünen Lamdschaft und die Ruhe stimmen mich sogleich friedlich, aber auch sehr erwartungsvoll. Zuerst bekommen wir unsere Mahout Uniformen verpasst, denn die Changs sollen nicht durch bunte Kleidung oder auch Gerüche verwirrt werden. Dann bekommen wir eine Einweisung in das, was dieses Camp representiert. Das grosse Gelände ist Eigentum und hier beherbergt man gerettete Tiere, die man aus Arbeitscamps oder von den Strassen Bangkoks, wo sie des nachts betteln gingen, ihren Besitzern abgekauft hat. Die Besitzer können, wenn sie wollen, mit ihrer Familie auch im Camp leben und sich weiterhin um das Tier kümmerm. Man möchte alsbald mehr Gelände ankaufen, damit ein Unterstand für die Tiere gebaut werden kann, wo sie sich bei schlechtem Wetter in der Regenzeit unterstellen können.
Ein Eelefant wird bis zu 80 Jahre alt, frisst täglich bis zu 250 Kilo Grünzeugs und trinkt 150 Liter Wasser !!!
Wir machen uns mit den Tieren bekannt und schleppen Körbeweise Bananen und Zuckerrohr heran, das wir dann an sie verfüttern. Es gibt eine hochschwangere Elefantenkuh und ein kleines Baby. Es umarmt uns und gibt Küsschen, sooooo niedlich. Elefanten sind ganze zwei Jahre schwanger !!!
Jeder Elefant hat seinen ganz eigenen Charakter und einen speziellen Körperbau. wir lernen " auf den Elefanten auf- und absteigen".....ist nicht unähnlich wie bei Pferd und Kamel. Nur muss man hier auf ein dickes Bein steigen und sich an riesig grossen Ohren festhalten                      
Meine Elefantendame heisst Nong Pui und ist 12 Jahre alt. Unsere Kommandos , die wir auswendig lernen müssen , lauten :
noo loong - für aufstehen und hinlegen
p(b)ai - vorwärts
que (sprich kue) - wenn man abbiegen will, begleitet vom klopfen mit dem Fuss hinter dem Ohr, will ich nach rechts, dann rechtes Bein eng ans Tier und mit dem linken Fuss klopfen. Wie beim reiten......
hau - stehenbleiben
Vom vielen üben hatten alle Hunger und es gab erstmal Mittagessen. Dann endlich, sassen wir alle auf unserem Elefanten, direkt hinter den Ohren auf dem Nacken, und los ging es in den Wald.                          Es ist schon ein sehr seltsames Gefühl, so ohne nix auf einem Chang zu sitzen, die Haut ist hart und manchmak stachelig, er läuft bedächtig und man fühlt jede Bewegung unter sich. Allerdings hört und riecht man ihn auch, denn ein Elefantenfurz hört sich an wie ein Motorradmotor......
Ich muss mich wirklich entspannen um nicht runterzufallen, es geht bergauf und bergab und wir alle sehen zu, dass wir schön auf dem Elefanten drauf bleiben. Meine Nong Pui hat leider einen leicht nach vorne abfallenden Nacken , weil sie immer nach unten schaut......da heisst es, aufpassen, um nicht über die lange Nase runterzurutschen. Immer schön etwas nach hinten lehnen, aber aufgepasst mit Zweigen und anderem Zeugs, das so im Weg hängt !! Und immner schön die Kommandos geben, und auch laut, damit der Chang es hört. Gerne bleibt er mal am Wegesrand stehen um an was leckerem zu knabbern, oder weicht auch mal vom Weg ab , weil da unten eine besonders saftige Bananenstaude steht......zum Glück laufen die richtigen Mahouts neben uns her, sonst wäre wohl der eine oder andere verlustig gegangen.
Aber - das ist SOOOOOOO TOLL, SOSOSOSOSO TOLL !!!                      
Wir machen eine Pause im Wald, setzen uns auf den Boden und unser Guide Tom (my name is Tom, Tom Cruise !) erzählt uns noch mehr wissenswertes über diese wunderbaren Tiere, dann heisst es wieder - noo looong, aufsteigen und bai......weiter gehts.
Wieder bei den Changs zuhause, ist es Zeit für ein Bad ! Darauf haben wir natürlich alle gewartet !!! Die Tiere gehen mit den Mahouts in den Teich, sind ganz locker, man sieht genau, wie sehr sie es geniessen. Tom warnt uns : wenn ein Elefant ins Wasser geht, macht er zuerst pee, und dann poo.........                      
Okaaayyyy........wir steigen also barfuss und in voller Montur rein in die braune Brühe, dicker klebriger Schlamm quillt zwischen meinen Zehen durch (uuuahhhh, ist das jetzt nur Schlamm, oder auch die zu Sedinemten zerfallene Elefantenkake, auch mit frischeren Bestandteilen...????) , ich will da jetzt garnicht dran denken, und verbanne jegliches Pfuigeflüster aus meinem Kopf. Nong Pui kniet schon im Kakaobraunen Wasser (diese Idee gefällt mir wesentlich besser            ) und ich wate , bewaffnet mit Eimer und Wurzelbürste zu ihr. Zwei Kerle schieben sich zwischen all die badenden durch, eine Schwimmwanne vor sich herschiebend, all die Poos einsammelnd..... eigentlich ist Elefantenpoo ja garnicht soooo eckelig, da wird ja sogar Papier draus gemacht ! Na also !! Ich schrubbe mein Tier und spüle es ab, sie schaut mir mit ihren klaren braunen Augen direkt ins Herz, das fühle ich jedenfalls. Der Chang hinter mir ist vom Schalk getrieben, wird übermütig und füllt den Rüssel mit Wasser, was er mir dann gezielt über den Kopf prustet......dann haut er auch noch mit dem Rüssel aufs Wasser, wie um zu sagen....hehehehehe, na, hab ich das nicht wirklich gut gemacht ??? Haste, denn jetzt seh ich aus wie du !!! Flüchtige Gedanken, wie - hoffentlich sind da keine Würmer im Schlamm, die sich unter die Haut bohren, lassen sich schnell verscheuchen. Bald ist Nong Pui sauber, oder so, und wir Aushilfsmahouts müssen aus dem Wasser. Nun dürfen auch wir uns duschen und ich will euch garnicht sagen, WO ich überall Elefantenpoo gefunden habe.......            
Leider ging diese Zeit viel zu schnell vorbei, es gab noch einen Imbiss und dann wieder heim ins Hotel. Für mich war es ein unvergesslicher Tag, der mit dem Wissen, dass mein Geld hilft, den Changs ein besseres Leben zu bieten, endet.
Im Camp hatten wir ein New Yorker Paar kennengelernt. Beide so um die 27/28 Jahre alt. Sie die typische Frau wie aus einer amerikanischen Serie, gebildet, zurückhaltend, schmal und zerbrechlich, er, Latinotyp, verwöhnter Junge aus gutem Haus, weiss, dass er gut aussieht und der gelangweilte Gesichtsausdruck gehört zum Style. Er hatte irgendwann mal einen deutschen Opa und sein Nachname ist LUSTIG........das löst bei Sarah und mir erstmal einen Lachanfall aus, gerade weil der so blasiert ist. Na, Mr Lustig ist not amused......      Jedenfalls ist die zerbrechliche Puppe Juniorstaatsanwältin in New York, Bereich Sexualdelikte.....da muss sie ja so einiges wegstecken können !!!
Wir schaffen es gerade noch, etwas essen zu gehen, dann verziehe ich mich mit Schokolade, Chips, einem CHANG Bier und einem second Hand Buch auf mein Zimmer.


Heute macht Sarah ihren Yogatag und ich geh tempeln. Ganze sieben Stunden werde ich laufen....
Aber zuerstmal will ich das Frühstück im GH ignorieren , denn im Loose habe ich vom Blue Diamonds gelesen, da soll es ein vorzügliches Frühstück geben. Ich muss zwar 30 Minuten laufen, aber es hat sich wirklich gelohnt. In dieser Bäckerei wird alles selbst gemacht, verschiedene Brotsorten, Gebäck, hausgemachtes Yogurt, Müsli, man kann sogar Käse haben. Ich hatte ein riesiges Omelett mit Gemüse, warmes Baguett,Käse, Yogurt mit Mango und Kaffee. Nun kann mich nix mehr umhauen. Im Lokal hängt der Spruch " Nothing makes sense before coffee " , und das ist wohl wahr !!   Zwinkernd
Ich habe eine Riesenrunde um die Stadt herum gedreht, einmal über den Ping River drüber und zurück, und habe alle Wats am Wegesrand mit meiner Anwesenheit beehrt.
Im Wat Bupparam, da bin ich besonders gerne, sitzt in einem kleinen Häuschen ein alter Mönch und ein Novize. Der alte sieht sehr freundlich aus, garnicht so griesgrämig, wie man das bei alten Mönchen oft sieht. Er winkt mich herein. Ich soll mich setzen, er misst ein langes weisses Band ab, legt es um meine Schultern, er fällt in einen Sprechgesang, alles ist sehr feierlich.Er betet für mich und meine Familie. Dann spritzt er mich mit seinem Reisigbesen und dem heiligen Wasser ziemlich nass. Ich bekomme ein Armbändchen umgebunden, mit den Worten - this is for to be happppyyyyy, not saaaaaddd. Ich frage nach einem Foto, er sagt - einen Moment bitte, legt sich noch extra eine Schärpe um setzt sich in Positur - jetzt darf ich knipsen. Er sagt, er möchte ja gut aussehen auf dem Foto, wenn ich es dann rahme und aufstelle    . Lieb, gell?????? Ich schlendere weiter. Wieviele Fotos habe ich schon von der grünen Naga an der einen Treppe und dem weissen Drachen an der anderen ??? Keine Ahnung, aber ich muss es einfach wieder fotografieren. Durch ein Fenster nach draussen sehe ich einen älteren Mönch auf dem Boden sitzen, er blättert in einem Buch. Hinter ihm stehen Orchideen und ein prächtiges vergoldetes Möbel, vor ihm liegt völlig entspannt ein grosser schwarz-weisser Hund. Ein Bild voller Frieden, wie gemalt.
Am Boot Landing, wo man Flussfahrten buchen kann, liegt das Wat Chai Mongkol. Dort sitzt ein kleines Mädchen in einem bauschigen weissen Tüllkleid auf dem Boden und versucht, es den Erwachsenen gleichzutun. Die sieht so süss aus. Am Wasser sitzt ein Paar und lässt aus drei Käfigen Vögel in die Freiheit fliegen. Hoffentlich werden die nicht gleich wieder eingefangen. Die Vögel natürlich, nicht die Menschen            .
Eine grosse Villa in einem exotischen Park mit riesigen Bäumen und Palmen, gepflegtem Rasen, erregt meine Aufmerksamkeit. Wer wohnt hier ?? Eine berühmte Persönlichkeit, oder ein Prinz ?? Nö, auf dem Schild steht, das hier ist die Ecole francaise, also die französische Schule. Na, so macht der Unterricht Spass.
In einem anderen Wat sind die jungen Novizen dabei, ganz ganz viele weisse Schnüre von der Decke baumeln zu lassen, der gesamte Raum ist voll davon. Leider konnte ich nicht richtig in Erfahrung bringen, was das wohl soll. Irgendwas mit "Vertrauen"......            
Dann, ich bin genau nach Plan gelaufen und voll stolz auf mich...., stehe ich wieder vor dem Silbertempel, Wat Srisuphan. Bei Tageslicht sieht er genauso schön aus wie bei Nacht, eben nur anders. Es sitzen überall Silberschmiede, die Silberplatten bearbeiten und es glitzert wie verrückt. Die unvermeidlichen Tempelhunde in ihren T Shirts sind auch hier anwesend und liegen vor Ganesh in der Sonne.
Ich bin müde und muss dringend was essen und trinken. Ganz in der Nähe bekomme ich Wasser und ein leckeres green Curry. Hmmm.....
Oh Gott, nun muss ich noch den ganzen Weg zum Hotel laufen......Am Wassergraben liegt ein alter Mann auf dem Gehweg und rührt sich nicht. Nicht weit davon sitzt ein hagerer Kerl mit grauen Haaren und Bart, sein Gesicht spiegelt Hoffnungslosigkeit wieder. Ein Auto ist in der Nacht gegen einen Baum gefahren und dabei beinahe in den Graben gerutscht......Eine braune Katze posiert in ihrem auf den Leib gehäkeltem weissen Dress mit einer grossen Schelle um den Hals, Rikschahfahrer sitzen träge im Schatten , Mopeds sausen über die Strassen, die Springbrunnen im Wassergraben gaukeln Frische vor und ich denke - wie schön es doch hier ist !
Gestern war mir ein Batik Laden aufgefallen, und da MUSS ich nun unbedingt rein. Es gibt wundervolle Batikmalereien und ich nehme eine grosse mit einer Songkran Szene und noch einen Drachen mit. Alles von einheimischen Künstlern gemacht.
Duschen und ab mit einer Coconut auf die Sonnenliege am Pool. Nun mache ich mich auf die Suche nach einer Massage. Es ist ja schon viel zu lange her......
Leider ist die mir empfohlene schon zu, da muss ich wohl bis Morgen warten.


Der folgende Tag bringt mich nochmal zu den schönsten Tempeln in der Stadt , Wat Chiang Man, Wat Chedi Luang, Wat Prasingh. Es ist immer wieder schön dort und fast sind es ja schon alte Bekannte...... Gegen Mittag stehe ich wieder vor der Tür der Massage. ein sehr einfaches Lokal, sehr sehr basic und ich frage mich schon, ob ich wieder gehen möchte - aber, was soll´s. Neben der Rezeption kauert eine alte dünne Oma auf einem Stuhl, die Beine angezogen, krümmelt Kuchen in ihren zahnlosen Mund und entschuldigt sich dann, dass ihre Hose offensteht. Aber, DAS MACHT DOCH NICHTS     Zwinkernd       ........das passiert mir auch dauernd, sage ich. Sie lächelt ungläubig.
Aber los nun, eine Treppe hoch, umziehen hinter einem abgerissenem Vorhang und 5 Stufen hoch zum Massageraum. Das ist ein langes sehr hohes Zimmer, ehemals weiss angestrichen. Schmucklos. Einige sehr dünne Massagematten auf dem Boden. Hmmmm......egal, ich nehm´s wie es kommt. Ich leg mich hin, die Masseurin ist so in meinem Alter, da kann man ja von 35 Jahren Erfahrung ausgehen, so früh wie sie hier alle anfangen. Und was soll ich sagen ...............diese Massage war absolut klasse. Viele der Massagegriffe hatte ich noch nie erlebt und die Intesität war genau richtig. von den 1,5 Stunden gabs die letzten 20 Minuten heisse Kräuterbollen, aber ganz schön kräftig, nicht so ein wischiwaschi tupf tupf. Das hat mir endlich mal wieder so richtig gutgetan.            
Es folgt die ogligate Pause am Pool mit Coconut und Buch, dann werden Sarah und ich zum Kochkurs abgeholt. Wird ja wohl ganz hier in der Nähe sein, oder....ODER...????? Wir fahren und fahren, schon 40 Minuten lang, nachdem wir die Anderen eingesackt haben. Ziemlich weit raus aus der Stadt, kein Mensch weiss, wo wir hier sind, steht das Haus unserer Kochlehrerin. Ein nettes Mittelschichtviertel. Kleine Häuser, alles gepflegt. Wanee hat hier auf dem grossen Hof mehrere Kochstellen und hält ihre Kurse hier ab.
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Romy
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Antwort #2 - 07.04.11 um 07:17:50
 
Aber zuersteinmal suchen wir uns die Gerichte aus, die wir kochen wollen, dann geht sie mit uns auf den local market und erklärt uns alles, by the way kaufen wir ein.
Ich werde kochen : Massaman Currypaste und dann Massaman Curry mit Kartoffeln, ginger chicken, Pad Thai !!!!! Juchuuuuuu.....endlich weiss ich, wie es geht !!! Und zum Dessert Pumpkin Balls in Coconut sauce. Das Herstellen einer Currypaste finde ich faszinierend, hat mit ganz dolle gefallen. Ausserdem schmeckt mir alles, was ich da gezaubert habe. Wir sind nur eine kleine Gruppe, ausser uns noch Wendy, Australierein. Kräftig von Statur und mit einer Stimme gesegnet, so laut wie 10 Männer und einem derben Humor, unterhält sie die Runde vorzüglich. Dann noch eine junge Engländerin aus einem Winkel der Insel, wo ich garnichts von dem was sie sagte verstand, und ein gebildeter Londoner mit äusserst gewählter Ausdrucksweise. Also eine perfekte Runde .     Nach einigen Bierchen wurde die gute Wendy so laut, dass wir sie auf Entzug setzten da wir fürchteten, die Nachbarn könnten die Wachen des Königs vorbeischicken. Also, das war eine echte Knallerbse.
Es ist schon nach 24.00 als wir uns endlich trollen und Wanee und ihr Mann fahren uns zu den Hotels. Wanee ist übrigens wirklich sehr nett und auch humorvoll.

Heute ist ein grosser Tag, denn gleich gehtes auf zur GIBBON EXPERIENCE !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Mit dem Wagen fahren wir wieder über eine Stunde immer hoch und höher in die Berge, bis wir in einem dichten tropischen Wald waren.
Zuerst durften wir uns einen seeeeehr langen Wasserfall anschauen, also 25 Minuten hochkraxeln und dasselbe natürlich auch wieder runter     . Aber dann ging es endlich los. Namen und Alter in eine Liste eintragen. Ich sehe, dass die Frau neben mir eingetragen hat : 72 Jahre.......ich frage sie, stimmt das....72 Jahre - Ja, das stimmt - glaub ich nicht, zeigen sie mir mal ihren Pass-----sie lacht. Ich sag, you are my hero of the day und sie antwortet, and you are very good for my ego...die ist wirklich taff.Und die hat auch noch ganz schwarze Haare...das ist ungerecht !! Sie ist Inderin, ehemalige Universitätsproffesorin der Politwissenschaften und wohnt nun mit der Familie in New York. Bei ihr sind Sohn und die ca 8 Jahre alte Enkelin. Alle wollen wir nun endlich fliegen.
Wir bekommen Helme und ein Ganzkörpergurtsystem verpasst und los geht es. Am ersten Baum auf der Holzplattform zeigt es sich, wer am mutigsten ist. Die Inderin .......sie fliegt zuerst. Ich bin gespannt, wie das so ist, normalerweise werde ich auf einem Riesenrad todkrank. Aber das hier ist etwas ganz anderes. Es ist einfach unbeschreiblich, ich bin schwerelos wenn ich mich in den Gurt fallen lasse. Wenn ich die Plattform verlasse, ist mein Körper irgendwie nicht mehr dabei......das ist absolut klasse. Und so geht es immner weiter, von Baum zu Baum, wie der gute Tarzan. Die Bäume, an denen die Plattformen befestigt sind, haben gut und gerne eine Höhe von 30 - 40 Metern. Sobald man am Ende der Zipline dort ankommt, wird man in Empfang genommen und mit dem Haken in eine Sicherungsleine eingeklinkt. Man ist eigentlich nie wirklich in Gefahr. Einmal müssen wir ein steiles Stück Weg hochklettern um zu einem sehr hoch gelegenen Baum zu kommen. Ich bilde mit der Inderin das Schlusslicht, denn sie ist recht unsicher auf den Beinen und einmal kann ich sie sogar davor bewahren, den Abhang runterzufallen. Oben angekommen stehen wir vor der längsten aller Ziplines, sie ist 800 Meter lang uns sieht sehr beeindruckend aus. Hier schwebt man nicht zwischen den Bäumen, sondern über sie hinweg....... Das ist fantastisch !!! In der Nähe sitzt ein grosser Gibbon oben in einem Baum und hält beschützend ein Baby im Arm.
Ich bin dran, zurzel meine Kamara an der rechten Hand fest, Film ab......und los geht´s..........das ist soooooo supersupersuper, als ich viel zu schnell wieder langsam werde, bin ich bis oben hin voll mit Adrenalin......und bleibe ca 10 m vor der Plattform hängen. Ich witzel, I go back, see you tomorrow, aber da seilt sich schon einer an, kommt näher, klinkt mich ein und schleppt mich ab bis zum Baum. Und siehste, so bin ich doch noch abgeschleppt worden.....hahahahaha            
Weiter geht es über wackelige Hängebrücken zu den nächsten Plattformen und einen lehmigen steilen Abhang zu Fuss runter. Nach dem letzten Flug werden wir von einem sehr hohen Baum nach unten abgeseilt. Leiderleider ist dieser tolle Tag nun vorbei. Es gibt ein T Shirt als Geschenk und ich bekomme beim gemeinsamen Essen eine Einladung von der netten Inderin, sie mal in Hyderabad zu besuchen. E mail Adressen sind ausgetauscht und Fotos werden geschickt.

Es ist der letzte Abend mit Sarah, Wir gehen zu einem echten Italiener essen und ich bekomme eine supergute Pizza. Auch wir tauschen unsere Adressen aus, Sarah läd mich nach New York ein und ich sie nach Spanien. Schade, dass wir nicht mehr Zeit miteinander haben denn mit ihr konnte ich viel lachen.
Morgen geht der Flieger nach Bangkok und einen Tag später fängt das Abenteuer Burma an.

Feliiiiz Navidaaad....Frohe Weihnachten, und ich bin wieder in BKK. Das erste, was der Taxifahrer am Airport zu mir sagt, ist  : tomollo melly clistmaaas, das ist doch sooo lieb. Auf dem Weg nach BKK sah man über der Stadt eine dicke braune Dunstglocke liegen, ich hab das noch nie so arg gesehen. Es schien, als hätten alle Fabelwesen der thailändischen Mythologie ihre dreckigen Socken gewaschen und dann das Dreckwasser über der Stadt ausgeschüttet. Dies hat sich dann in die einzelnen Atome zerlegt, sich mit der Athmosphäre verbunden und macht die Luft nun graubraun. Zum Glück riecht es nicht nach Stinkefüssen, sondern nur nach Abgasen.
Das Zimmer im Rambuttri Village ist recht gross. Das Bad ist wieder eins von denen, wenn man sich duscht, ist alles überschwemmt weil alles eins ist und man muss zum Klo schwimmen. Ich habe die grosse und die kleine Reistasche ausgepackt, denn es muss ja wieder für Burma umgepackt werden. Oh Gott...........bei mir sieht es schon wieder aus wie auf einem Flohmarkt !!! Auf zum Pai Spa zur Massage und danach zu einem leckern Weihnachtsessen. Ich entscheide mich für einen Red Snapper mit Beilagen und einem kalten Bierchen. Lecker wars. Melly Clistmess.
Es ist soo schön hier, das Resti hat einen grossen Grill an der Strasse, ab und zu lodern die Flammen hoch und es riecht verführerisch. Von der hohen spitzen Holzdecke hängen 2 und 3 Meter lange rote und grüne Stofflampen herab, über einem Tisch wiegen sich gelbe,grüne,rote und weisse Kugelfischlampen sachte im Wind, Dämonen und Götter aus der Thaimythologie stehen überall rum und im Hintergrund rauscht ein 5 m hoher Wasserfall. Es wird chillige Musik gespielt, manchmal meint man, der Muezzin ruft....aber - das kann doch nicht sein.  Gegenüber singt eine Onewomen Band wieder diese gehmitmireinenjointrauchen Musik, daneben Creadence Clearwater, und im nächsten Country....da kann man kaum was auseinanderhalten.  Zu allem Überfluss schleicht noch einer von den blinden Sängern durch die Strasse. Die werden immer von einem Familienangehörigen geführt , machen schreckliche Musik und haben ganz arg verdrehte blinde Augen. Überall leuchtet und blinkt es. Ein Lokal hat aus Watte Schnee gebastelt, der nun an der Wand hängt.  Ein Weihnachtmützenverkäufer, der Zipfelmützen mit blinke blinke Lichtern am Rand verkauft, macht gute Geschäfte.  Der Stand mit den gebackenen Insekten bleibt heute nahezu unbeachtet.
Vor mir sitzt ein Franzose, der einen vino tinto bestellt und sich furchtbar aufregt, weil das Glas nicht bis zum Rand voll ist. Blödmann. Ich zahle für mein lecker Essen 450 Bath und schlendere durch die Strasse bis zum Fluss. Im Riverside, wo ich ja vorher gewohnt habe, setze ich mich auf die Terasse direkt am Wasser und ordere einen Weisswein. Im Hintergrund spielt dezent "let it snow.....", passt ja genau !!! Es fahren wieder die schönen open air Dinnerboote den Fluss entlang und die bunten Lichter spiegeln sich im Wasser. Doppelt schön.  Durch die silberne Wasserfläche schiebt sich manchmal eine Insel schwimmenden Wasserspinats wie ein dunkler Fleck.  Rechts und links zwei beleuchtete Brücken....ach, ich könnte stundenlang hier sitzen.
Wenn ich überall diese sentimentale Weihnachtsmusik höre, dann wird mir schon wehmütig ums Herz. Das hätte ich nicht erwartet.  Tja, der Mensch ist halt doch ein Gewohnheitstier.........

Es ist der erste Weihnachtstag und glücklicherweise merke ich rein garnichts davon. Mit dem Boot mache ich mich auf den Weg nach Nonthaburi, denn dort gibt es eine Bäckerei mit einem Angebot, dem ich nicht widerstehen kann. Die Fahrt an sich ist , wie immer, entspannend und im Dorf stürme ich sofort den Bäcker, denn ich bin hungrig. Es wandert süsses sowie auch salziges in die Tüte. Lecker !!          
Es ist gerade Markttag und da schaue ich natürlich gerne zu. Eine Gruppe Rickschah Fahrer wartet auf Kundschaft mit vollen Taschen, die manchmal riechen . Die Taschen natürlich      . Es gibt das, was es immer gibt. Gemüse, Obst, Fisch, getrockneten Fisch, Fleisch und auch getrocknetes Fleisch. Dies hängt in grossen dunkelroten Lappen über Bambusstangen drapiert herum......sieht ein wenig nach Hannibal Lecter aus .   Kopfloses Ferdervieh und Hühnerlose Schenkel lümmeln sich neben Schildkröten und Kröten ohne Schild herum. Hat schon mal jemand diese Kröten probiert....???? Oh neeeee....     Kleine Aale, viel Grünzeugs und feurige Gebirgslandschaften aus Currypaste wetteifern um die Aufmerksamkeit der geneigten Kunden.
Müde Jungs, runzelige Omis, freche Katzen, Fliegenvertreibende Landfrauen, sechsjährige Schelme, Poffertjesbäckerinnen, ein Kaffeetrinker der sich zwischen den Zehen rumfummelt            , Häschen im Korb, ein überladenes Dreirad, Tamarinden und wieder Aale.......alles fügt sich in das Mosaik eines bunten Markttages.
Das Boot bringt mich wieder zum Phra Artit Pier. Dann sitze ich eine seeeeehr lange Weile im Internet . Es ist mir nun doch zu gewagt, am Abend ohne Hotelreservierung in Mandalay anzukommen. Wenn es mit dem Internet in Burma nur nicht sooo kopliziert wäre. Schliesslich kann ich das Golden Mandalay reservieren und auch für den zweiten Aufenthalt in Bagan das Kaday Aung. Nun kann ich beruhigt ins Bett gehen.
Morgen fliege ich nach Myanmar !!!!!                      

Heute fängt ein neues Kapitel in meinen Reiseerfahrungen an, denn ich fliege nach Myanmar. Um 09.15 geht der Flieger nach Yangon, dort ist es eine halbe Stunde später als in Banngkok. Da ich mich von oben, sprich Mandalay, nach unten, also Yangon bewegen möchte, habe ich schon vorab ein Tix nach Mandalay bestellt. Es wird mir auch pünktlich zum AP gebracht und kostet 98 USD. Die nette Frau vom Reisebüro wechselt mir auch gleich 100 € in Kyat. Da mein Flug erst um 14.30 geht, bleibt Zeit für einen Kaffee. Beim bezahlen an der Kaffeebar mache ich meine erste Bekanntschaft mit den pfuipfui Geldscheinen in Burma. Meist sind die kleineren Noten sowas von schmierig, zerissen und stinken, als wenn sich jemand den Rücken ganz unten damit abgewischt hätte. Im Gegenzug müssen die USD Noten absolut perfekt aussshen,sonst nimmt man sie einfach nicht an, kein Makel darf ihr Erscheinungsbild trüben, allerdings sehen sie das bei Euronoten garnicht so. Ziemlich seltsam.
In Mandalay komme ich am Abend an und die Sonne geht gerade unter. Ich nehme ein Sammeltaxi in die Stadt. Mandalay liegt auf einer sehr trockenen Ebene und alles, was sich bewegt, wirbelt Staub auf. im Licht der untergehenden Sonne sieht das nun mal wunderschön aus, denn die Luft glüht. Viele Kleinlastwagen,obendrauf viele Güter und unten ganz viele Passagiere, Menschen zu Fuss,Fahrräder, Mopeds Ochsenkarren zuckeln die lange gerade Landstrasse entlang. Sie ist von Bäumen gesäumt und das warme Licht bricht sich in ihnen. Allerdings gibt es auch viele Schlaglöcher. Plötzlich biegt ein schnelles Auto ohne Vorwarnung nach links ab, schleudert ein Moped samt Fahrer durch die Luft, fährt eine Verkaufsbude aus Holz komplett platt, alles fliegt durch die Luft und das Auto bleibt schliesslich an einem Baum hängen, auf die Hälfte seiner Grösse reduziert. In drei Sekunden bricht ein Chaos aus. Wir bleiben stehen -mein Herz auch !!! Unser Fahrer läuft rüber, kommt zurück und sagt - alles OK...........    Ich lerne noch, dass man zu einem Farang nicht über Probleme redet, auch wenn sie sich gerade vor seinen Augen abgespielt haben !! Jedenfalls denke ich, das ist ein recht besch...... Anfang für meinen Urlaub und hoffe, dass alle Beteiligten mit leichten Verletzungen davongekommen sind.
Wir fahren weiter durchs mittlerweile dunkle Mandalay. Strassenlaternen gibt es wenige, meistens kommt das Licht aus den Häusern und Läden.Sogar im dunkeln sehe ich, dass überall Pagoden rumstehen. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wo ich hier bin, aber irgendwann kommen wir auch am Golden Mandalay an. Mit den Worten - please feel like at home - werde ich begrüsst. Das ist hier eine Anlage aus kleinen Bungalows, hübsch verziert und in den Farben rot, ocker, blau und weiss gehalten. mit goldener Farbe sind Elefanten und Vögel auf die Wände gemalt. Mein Superior Zimmer liegt in der 1. Etage und ist über eine Treppe mit abenteuerlichen Stufen zu erreichen. Man sieht, dass sich die Besitzer sehr viel Mühe gegeben haben, aber mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, ist es nicht möglich ein Hotel zu bauen und auszustatten, das einen Vergleich mit Thailand aushält. Aber das macht nichts, denn die Herzlichkeit der Besitzer gleicht das fast wieder aus. Das Zimmer ist sehr gross, ich achte darauf, nicht über die sich aufrollende rote Auslegeware zu stolpern und nicht auf das verdächtige knacken der Bodendielen zu achten. Im Bad fällt ständig der Putz von der Decke und der Abfluss fürs Wasser ist am entgegengesetzten Ende des Badezimmers, so dass es sich in ein Schwimmbad verwandelt wenn ich dusche    .  Ich muss mir Morgen dringend Gummischlappen kaufen. Ich mache es mir gemütlich , raffe alle Decken zusammen und schlafe den Schlaf der Gerechten.
Das Frühstück wird auf einer klitzekleinen Holzterasse serviert, die an einem mit Grünzeugs überwachsenen kleinen Teich liegt. Es gibt ausreichend und gut zu essen und ich bin gestärkt für all die Wunder die meiner harren...                      
Mein erster Weg führt zum Internetcafé um der Familie mitzuteilen, dass Muttern gut und in einem Stück im fremden Land angekommen ist. So eine Mutter kann ja auch gaaanz schnell mal verlustig gehen....            Das mit dem Internet in diesem Land ist eine ganz spezielle Sache, es dauert immer ca 30 Minuten, bis dass ich in meinem Briefkasten bin und das Laden von Seiten oder das senden einer Mail ist immer wieder eine Geduldprobe. Aber - dank der Pfiffigkeit der Jungs in den diversen Läden konnte ich immer in mein Hotmailkonto rein !!! Ansonsten sind mehr oder weniger alle anderen Seiten gesperrt.
Auf der Strasse, welche von meinem GH direkt zum Königspalast führt, findet eine Parade statt. Sie setzt sich aus geschmückten Lastwagen mit grossen Tigerbildern zusammen. Der Schmuck , der an allen Seitenwänden hängt, besteht aus Besen, Plastiktellern, Schüsseln,Decken, Kochtöpfen, Schneebesen,Hoker, Waschpulver, Küchenuhren, Körben und vielen anderen nützlichen Hauptgewinnen            . Auf einem Wagen steht ein junger Mann, gekleidet in einen langen reich bestickten türkisen Rock und eine weisse schicke Jacke mit vielen goldenen Epauletten. Ein Stirnband mit Flügelchen macht das Outfit komplett. Süss sieht der aus, wirklich. Es wird ein Höllenlärm gemacht - Musik soll das sein und die Dorfjugend freut sich wie Bolle, tanzt um die lange Parade herum und winkt mir von den Lastwagen aus zu. Die Strasse ist ziemlich verstopft, denn der normale Verkehr muss ja auch noch durch. Die kleinen Mönchsjungen, so 7-8 Jahre alt, machen ein säuerliches Gesicht - zu gerne würden sie auch auf den Wagen tanzen. Aber sie müssen mit den Almosenschalen von Haus zu Haus laufen, und das auch noch Barfuss ! Ich habe nie erfahren, welches Fest oder aus welchem Anlass gefeiert wurde, aber die tollen Sachen wurden sicherlich versteigert.
Ich mache mich endlich mit einer Rickschah auf den Weg - zum Uhrenturm bitte, und zeige dem Fahrer den Punkt auf meinem Stadtplan. Er nickt - und fährt mich genau in die entgegengesetzte Richtung       . Die Strassen sind auch bei Tageslich sehr staubig und Gehwege gibt es so gut wie garnicht. Der Staub ist allgegenwärtig und die kleinen Partikel tanzen ununterbrochen im Sonnenlicht. Bei einer Kasse bleibt mein nicht GPS gesteuerter Fahrer stehen. Ich steig brav aus und schau mal, was es hier zu sehen gibt. Bingo, es ist das Shwenandaw Kloster, ganz aus Holz gebaut und überaus reich an Verzierungen, traumhaft. Es wurde 1782 innerhalb der Mauern des Königspalastes errichtet, dann aber 1857 abgebaut und in der Nähe des Palastes wieder aufgebaut. Das war ein Glück, denn so konnte es dem grossen Feuersturm von 1945 entgehen. König Mindon ist in diesem Kloster gestorben und sein Sohn und Nachfolger Thibaw stiftete es den Mönchen als Kloster. Die tiefgezogenen Dächer schimmern rot und dunkelgrau, durch die filigranen Holzschnitzereien schimmert das frühe Sonnenlicht. Das Kloster ruht auf dicken Teakholzstämmen, innen empfängt mich eine Ruhe und Kühle, schummriges Licht. Ein Altar mit einem Buddha vor Spiegelmosaiken sitzend zwischen vergoldeten Teakholzsäulen , unter einer goldenen Decke, fast nicht erwartet in diesem Habldunkel. Das Holz unter meinen Füssen ist warm und sanft. Alle Wände und Türen sind mit Schnitzereien versehen. Es gibt eine Schulklasse im Kloster, wohl für kleine Kinder. Ein zeitungslesender Mönch bewacht das leere Klasseneckchen, eine aufblasbare Erdkugel hängt von der Decke und pendelt im Schatten hin und her.
Ich brauche nun keinenn Fahrer mehr und mache mich zu Fuss auf den Weg zum Mandalay Hill. Auf dem Weg liegt die Sandamani-Pagode, hübsch anzusehen und mit vielen kleinen weissen Pagoden umgeben, in welchen Schrifttafeln stehen. Auf einem freien Feld stehen einige Bäume und kleine Jungs klettern wie kleine Äffchen darin herum. Als sie sehen, dass ich Fotos mache, kommen sie runter und stellen sich in Positur. Einem kleinen Mädchen hat die Mama mit Thanaka Paste filigrane Blätter ins Gesicht gemalt.
h stehe vor der Kuthodaw-Pagode und staune. Auf 729 weissen Marmortafeln steht der gesamte Palikanon geschrieben, eine enorme Leistung der Steinmetze von 1868 !!! Die Tafeln, die jede einzelne von einer weissen Pagode mit einem goldenen Hti gekrönt sind, strahlen so arg im Sonnenlicht, dass ich auch mit Sonnenbrille kaum etwas sehen kann....... Das gesamte Ausmass der Anlage sehe ich allerdings erst von der oberen Terasse des Mandalay Hill aus.
Kurz vor dem Eingang zur Treppe , die den Mandalay Hill hinaufführt, kommen geschmückte Autos daher. In ihnen sitzen Mädchen und junge Frauen, in weisse lange wunderschöne klassische Gewänder gekleidet. Sie sind über und über mit roten, goldenen und vor allem blauen Perlen verziert, der Kopfschmuck glitzert in der Sonne und hübsch geschminkt sind sie auch. Sie werden mit grossen gelben Sonnenschirmen aus Papier vor der heissen Sonne beschützt. Am Tempel warten die Mamas in schillernden Brokatgewändern und alle verschwinden im Inneren. die Männer tragen Longyis. Ich kann einige Schnappschüsse aus der Entfernung machen.
Ich trolle mich und gehe meines Weges, die beiden riesigen weissen Löwen lassen mich ungehindert passieren    .. Schuhe ausziehen und in eine Tüte packen, denn ich weiss ja nicht, ob ich dieselbe Treppe wieder runterkomme. Um es vorwegzunehmen, es sind an die tausen Stufen, die bis nach oben führen, und sie sind alle saudreckig und von Vögeln vollgeschissen. So, das musste mal gesagt werden. Die Treppenaufgänge führen versetzt den Berg hinauf, es gibt mehrere Ebenen, auf denen Heiligtümer und Reliquien zu sehen sind. Auf jeder Ebene muss ich mir den weiteren Weg suchen, denn es geht nicht einfachn mal geradeaus.....sehr verwirrend. Im Loose lese ich dann unterwegs,dass es einen Lift gibt. Toll, da kann ich dann ja runterfahren. Denkste Puppe, der war "out of order".... Auf dem laaangen Weg nach oben komme ich bei einem Handleser vorbei. Der Kerl ist Inder, jung und hat ein Gesicht, das imner lächelt, um nicht zu sagen - grinst. Ich finde den lustig und klasse mich auf eine Handlesesession ein. Manno, der Kerl spricht so ein gruseliges englisch dass ich wirklich nur wenig verstehe. Er kritzelt mit einem Stein alle möglichen kosmischen Daten von mir auf eine Steintafel, rechnet laut mit allen zehn Fingern, lächelt aber immner weiter.. Dann legt er los, nimmt meine Hand und .........ich habe einen Sohn und eine Tochter. Stimmt. Ich habe mein Leben in zwei halben Welten verbracht (Deutschland und Spanien), er nennt ziemlich genau eine sehr unglückliche Zeit in meinem Leben, gemessen an meinem Alter. Jetzt kommt´s....ich solle am besten eine Arbeit in der Elektronikbranche machen, das passe gut zu mir    . Ich kann mich gerade noch beherrschen......Elektronik und ich , das sind zwei verschiedene Universen. Er schaut ganz nah und ganz genau in diese klitzekleinenn Fältchen über meinen Fingern - und ist plötzlich sehr beeindruckt. Meine Tochter verfüge über 5 Millionen Stärke...nupsis....wouw, das hat er wohl selten gesehen, das wiederholt er mehrere Male....5 Millionen Stärkenupsis !! Mein Sohn hat 3 Millionen Nupsis, das ist wohl auch noch ganz gut. Meine Nupsis schaut er garnicht mehr nach, vielleicht machen ihm die Frauen aus meiner Familie langsam Angst.... Meine Tochter soll dies Jahr - 2011 - heiraten und mein Sohn auch, ein girl aus Singapore........vielleicht meint er einfach , eine die von woanders herkommt. Na, ich werd´s euch wissen lassen. jedenfalls tut mir schon der Hintern weh und ich möchte mich gerne wegschleichen. Aaaaber, so einfach geht das nicht. Ich frage, was er bekommt - FEHLER !! Siebzehntausen Kyat sagt er ohne rot zu werden. Das sind mal locker 17 Euro. Jetzt bin ich erstmal platt. Ich biete ihm in bester Manier 3.000 an. Sein Lächeln wankt bedenklich. Wir einigen uns dann auf 5.000. Ich mache ihm klar, dass ich eine arme Frau bin.....hhmmmm, glaubt er wohl nicht. Ich darf ihn erst verlassen, nachdem ich sein gesamtes Fotoalbum mit Mama, Papa, Oma, Opa, Schwestern, Brüdern und sämtlichen anderen Anverwandten angesehen habe........So macht man sich Freunde, gell??!!            
Ich setze meinen Weg nach oben fort, vorbei an Altären, Reliquien, Bogengängen und suche immer wieder die Connection zur nächsten Etage. Auf den endlosen Treppen gibt es Essensstände und jede Menge religiösen Kram. Die Menschen leben scheinbar auf den Treppenfluchten. Endlich oben ist die Aussicht grandios, die endlose Ebene ist mit Pagoden gesprenkelt. Auf einer grossen sonnenüberfluteten Plattform trohnt die Wunscherfüllungs-Pagode. Die bunten, leuchtenden und sehr intensiven Farben sprengen fast meine Netzhaut. Es strahlt und funkelt in pink, gelb, grün, blau, orange,türkis, gold, rot.....wouwwww.......und dazwischen tausende kleiner Spiegel, die all diese Farben mehrfach zurückwerfen. Es ist beindruckend schön und berauschend. Fast fühlt man sich, als hätte man einen Joint geraucht.....voll im Farbennirwana. Über Allem trohnt eine grosse goldene Stupa. Alte Frauen in ihren Longyis wandeln staunend umher, so mancher fühlt sich von all der Pracht erschlagen und macht in einer Ecke ein Nickerchen. Eine Gruppe Schüler mit der Lehrerin setzen sich im Kreis, holen die Henkelmänner aus den Taschen und lassen es sich schmecken. Viele Mönche mit ganz gelösten Gesichtern, junge Leute staunend, und die nächste Gruppe mit einem Picknick. Na ja, nach all den Stufen....da kommt Hunger auf ! Auch hier fehlen natürlich die Hundemamas mit den kleinen Welpen nicht . In Burma gibt es wie überall in Asien ganz viele Strassenhunde. Allerdings habe ich nirgends sonst einen so liebevollen Umgang mit den Tieren erlebt, wie hier. Nie habe ich erlebt, dass man sie mit lauten Worten oder gar Tritten verscheucht hat, immer mit sanften Handbewegungenn und freundlicher Stimme. So, wie man einen lästigen Onkel bitte, sich mal endlich zu trollen. Vielleicht sind die Hunde deshalb hier nicht agressiv.


Wieder runter vom Mandalay Hill, versuche ich meine Füsse wieder einigermassen sauber zu bekommen. Mit einer Trishaw komme ich nun auch wirklich ins Zentrum Mandalays, wo der grosse Uhrenturm und der Zegyo Markt liegen. Beim Chinesen wird Honey Chicken mit Reis geordert, schmeckt gut.
Ich hatte einen gänzlich andere Vorstellung von Mandalay, in meinem Kopf schwirrte die Vorstellung von einer kolonial geprägten Stadt herum und da hat ja wohl jedermann eine eigene Idee . Meine war , dass es breite Gehwege, vielleicht auch schöne Kolonialgebäude, Strassencafés und soweiter gäbe...... . Nun, das fand ich definitiv nicht und der Charme Mandalays hat sich mir erst auf den dritten Blick und bei genauem Hinsehen offenbart. Es waren die stillen oder auch überfüllten Seitenstrassen, die Teestuben,das Improvisationstalent, und vor allem und zuerst die Menschen die mich verzauberten. Alles ist sehr einfach, immer schwebt der braune Staub in der Luft, Gehwege sind selten und meistens völlig kaputt und ausserdem vollgestellt. Verkauft wird einfach alles was man so braucht. Handwerksbetriebe fabrizieren auf dem Gehweg, alle paar Meter steht ein grosser Generator weil ständig der Strom ausfällt. Das alles macht ein entspanntes spazieren unmöglich. Was natürlich nicht heissen soll, dass ich keinen Spass hatte oder es nicht genossen hätte. Ich brauche Moskitospray. Rein in den ersten komplett vollgestopften Hiergibtesallesladen. Doch bestimmt auch Mückenspray -oder....? Also - Mingalaba, I need Moskitospray. Fragendes freundliches Lächeln auf dem Gesicht der jungen Frau. Nochmal - Moskitospray.....nix verstehn. Ich strecke den Zeigefinger aus, mache bbbbbssssssss.....drehe Kreise in der Luft, mache mit dem Finger pick pick auf meinem Arm, schreie autsch, greife nach einer imaginären Dose, mache ppppffffftttt........ der Finger-Moskito fällt tot zu Boden !! Oh, das hat ihr aber gefallen, sie ruft die Kollegin und ich muss es nochmal machen. Ist das eine Gaudi, aber Moskitospray gibts leider nicht. Tata, Tschüss. Na ja, ich seh es ja gerne wenn die Menschen lachen, also rein in den klaustrophobischen Zegyo Markt. Nach einigem fragen und Moskito-ich-mach-dich-tot-Vorführungen habe ich eine monstermässige Sprühdose in der Tasche, Gummischlappen fürs morgendliche duschen auch. Ein paar Longyis wandern auch noch in den Beutel.In diesem Markt sind alle Regale wirklich bis unter die Decke vollgestopft und die Gänge sind sehr eng, alles voller Menschen, ich fühle mich eingeengt und flüchte . Auf der Strasse sieht man eigentlich überall grosse rote Flecken, zuerst dachte ich, es wäre Blut. Aber es ist der gekaute Betelsaft, den die Männer andauernd ausspucken, ist ganz schön fies...            Es findet sich auch für den Betelkauer praktisch an jeder Ecke ein kleiner Stand, wo er sein Päckchen bekommt. Auf grosse grüne Betelblätter wird cremige Kalkpaste gestrichen, darauf kommt ein kleines Häuflein zerstossener Betelnuss - eine sehr schöne Nuss, rot marmoriert - zusammenfalten und ab in den Mund. Conde Dracula wäre vor Neid erblasst, hätte er die blutroten Münder, Zähne und Lippen der Burmesen sehen können.
Jedenfalls gewöhnt man sich schnell an die Betelspucke allernorts.
Ich laufe und laufe und laufe und laufe......auf dem Plan sieht es garnicht sooo weit aus. Ich will zum Sunset Point am Ayeyawady um die Sonne im Fluss versinken zu sehen. Auch hier , ein Gehweg oder gar Boulevard am Fluss lang - Fehlanzeige. Der Sandweg neben der Strasse ist ziemlich lang und ich bin die einzige Langnase, die daherlatscht. Am Ufer des Ayeyawadys sieht man so das Leben der armen Menschen die dort hausen. Eine lange Reihe ziemlich abgehalfteter Lastkähne liegen am Ufer und werden auch jetzt am Nachmittag mit Waren aller Art turmhoch beladen. Wäsche hängt an Leinen dazwischen, denn die glücklicheren dürfen so eine schwimmende Rostlaube ihr Zuhause nennen. Die weniger glücklichen leben am Ufer in abenteuerlichen Konstrukten aus Ästen, Bambusstangen, darauf Lumpen und Plastikplanen verteilt, manchmal auch Flechtmatten. Es geht sehr ans Herz, das hier sind sicherlich die ärmsten Menschen in Mandalay. Im Sand laufe viele Kinder, teils nackt oder halbnackt herum , sie sind happy und spielen wie alle Kinder auf der Welt. Ihre Gefährten sind eine Gruppe Schweine und kleine Ferkel, die alles vertilgen, was ihre Menschen übriggelassen haben. Auch am Ufer hängt Wäsche, die die Frauen in dem braunen Wasser gewaschen haben, auf Bambusstangen. Es liegt einfach alles Mögliche herum, weggeworfenes, kaputtes, einn alter Lastwagen der nicht mehr fährt, wird zum open air Wohnzimmer umfunktioniert. Eine alte Holzbank und ein alter Holzsessel unter einer Plastikplane, umgeben von Müll.....ein lauschiges Plätzchen. Und auch hier sind die Gesichter der Kinder liebevoll mit Thanakapaste eingerieben. Sie spielen mit alten Fahrradreifen, Fussball oder fangen, kleine Kinder teilen sich mit den Hunden einen Müllhaufen. Für mich, den Wohlstandsverwöhnten Europäer ist dieser Zustand absolut trostlos, aber dieses ganze Areal ist voller Leben und brodelt nur so. Auf der Strassen fangen die Frauen an, mit dem einfachsten Gerät zu kochen und zu brutzeln, alte Lieferwagen parken entlang der Mauer und ein Kuhhirte treibt seine kleine Herde brauner und weisser Rinder die Strasse lang. Ein hübsches Pferd ist an einem Baum mitten auf der Strasse angebunden und wartet auf den nächsten Tag.......
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Romy
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Antwort #3 - 07.04.11 um 07:18:27
 
Garnicht weit von den armseligen Hütten entfernt liegen einige schöne Holzhäuser und schimmern warm in der Abendsonne. In dem Gewirr der Lastwagen die alles Mögliche auf die Boote laden, ist ein Lieferwagen im Sand stecken geblieben. Nun müssen alle Kartons voller Flaschen per Hand zum Wasser getragen werden........
Ich sitze auf der Terasse eines Lokales , trinke eine Sprite und warte auf den Sonnenuntergang. Leider ist der Heuer eher trüb und fade, also mache ich mich auf den Weg zurück. Es wird schnell dunkel und ich überrede den einzigen Trishawfahrer, mich zu meinem GH zu fahren. Das dauert 30 Minuten und der Arme wollte bestimmt gerade essen....     . Auch dieser Mann trägt, wie fast alle hier, einen Longyi. Mir gefällt es sehr, täglich Männer in Röcken zu sehen, es passt einfach in dieses Land und mir tut es jetzt schon leid, dass dieser Brauch mit Sicherheit nach und nach verschwinden wird. Schade. Aber noch tragen sie ihn ja !!!
Ich geh noch eine Mail schreiben und als ich wieder auf die Strasse gehe um die 10 Minuten zum Gh zu laufen, ist alles dunkel - Stromausfall !! Das einzige Licht kommt von den Kochfeuern und den Kerzern am Strassenrand. Das hat etwas unglaublich Surreales, fast nicht aus dieser Welt. Augen leuchten im dunkeln, es riecht lecker nach scharfen Poffertjes mit Tomate (ich nehm noch eine Tüte davon mit ), Hunde erscheinen und verschwinden in den Schatten, Gespräche sprudeln aus der Dunkelheit hervor -wo sind denn die Sprecher...Rauch kringelt sich weiss in den vorbeihuschenden Lichtfingern der Autos und Mopeds die noch vereinzelt unterwegs sind. Rundherum ist die Welt tiefschwarz, wie ich es von zuhause nicht kenne. Fahrradfahrer mit dunklen Longyis und Pudelmützen tauchen urplötzlich neben mir auf und erschrecken mich, verschwinden aber wieder in der Nacht.
In der Nacht so gegen 02.00 Uhr falle ich beinahe aus dem Bett - laute Stimmen in meinem Zimmer....wer zum Teufel ist das, Einbrecher, Hiiiilfeeee.....ich bin noch ganz duselig und merke erst nach mehreren Sekunden, dass der uralt-Fernseher sich selber angeschaltet hat.....WARUM???? und es läuft der einzig verfügbare Sender, das Staatsfernsehen. Männer in Uniformen diskutieren !! Ufff....nochmal davongekommen       Ich mach das Ding aus und ohne mir weitere Fragen zu stellen krabbel ich schnell wieder unter meine zwei Decken, denn es ist nachts verdammt kalt hier.
Am nächsten Morgen nehme ich ein Hansaplast und lasse mich zum Goldbeating fahren. Jetzt fragt ihr euch, was zum Teufel ist ein Hansaplast...?   Hehehehehe            
Das sind die burmesischen Tuk Tuks , hinter dem Fahrer sind zwei ganz schmale und knochenharte Sitzbänke, das Gefährt ist seitlich und hinten offen, die meisten sind in einem ehemaligen himmelblau lackiert und sehr viele habe eine grosse "Hansaplast" Werbung an der Seite. Deshalb nenne ich die Hansaplast.
Das Goldbeating ist sehr laut und sehr interessant. Im Stadtteil Myat Par Yat sind sie zu finden, man hört sie schon von weitem. Es ist ein echter Knochenjob, aber die Männer erwerben grosse Verdienste für das nächste Leben mit dieser Tätigkeit. Die Goldklumpen werden zwischen Bambuspapier gelegt und in Leder gepackt, dann wird sehr konzentriert draufgeschlagen, immer die ganze Fläche treffen, bis dass man ein ein federleichtes Blättchen hat, das nur noch ein tausendstel Millimeter dünn ist. Sogar die Herstellung des Bambuspapiers dauert zwei Jahre, erzählt mir die nette junge Frau, welche mir alles erklärt.
Weiter geht es mit dem Hansaplast zur Mahamuni-Pagode. Der Mahamuni Buddha ist neben der Shwedagon Pagode in Yangon das am meisten verehrteste Pilgerziel in Burma. Aus allen vier Himmelsrichtungen laufen lange Gänge zur Pagode. Sie gleichen einem Basar, denn hier verkauft man Devotionalien und alle möglichen Gegenstände die ein Mönch oder eine Nonne benötigen könnten. Natürlich hat man sich auch auf Touristen eingestellt und der Tand stapelt sich bis unter die Decke.Ich erstehe einige bestickte kleine Samttäschchen, Mitbringsel braucht man ja immer. Es flittert, glitzert und glimmert überall. Zinnoberrot gekleidete Mönche und rosa-rot gewandete Nonnen gehen bedächtig von Shop zu Shop, manche bekommen Almosen, andere machen notwendige Einkäufe. Einige Frauen mit grossen silbernen Tabletts auf dem Kopf lassen sich ab und zu auf dem Boden nieder, sie verkaufen leckerlecker. Da muss ich natürlich hin, hocke mich dazu und versuche herauszubekommen, was da vor mir liegt. Die Ladenfrau und die Verkäuferin versuchen zusammen, mir die süssen Teile anzupreisen. Meine Lieben, ihr müsst mich ja garnicht mehr überzeugen! Wir verständigen uns ganz gut     und ich nehme eine Tüte voll mit Leckereien aus süssem Reis mit Kruste, Kokosküchlein und noch mehr, ich weiss nicht mehr, aber es war alles sooooo gut. Später wollte ich diese Frau wiederfinden um ihr alles abzukaufen     ....aber sie war weg. Schaaade !
Ich nähere mich dem Zentrum, dem Buddha. Vor ihm liegt ein grosser Teppich, auf welchem ganz viele Gläubige sitzen und knieen, im Gebet versunken. Eine junge Frau in einem schwarzen Talar mit gelb-blauer Borte und diesem eckigen Hut von einer Universität dankt für ihr abgeschlossenes Studium. Sie ist hübsch geschminkt und trägt sehr schönen filigranen Goldschmuck. Ich spreche sie an und sie erzählt mir dass sie ihren Bachelor of Arts gemacht hat und zeigt mir ihr Diplom. Ich darf Fotos von ihr machen und zeige sie ihr, gratuliere zum bestandenen Examen.
Der Mahamuni Buddha ist über und über mit Gold beklebt, sodass er schon aussieht wie ein Teletubbi. Unten rum ist er total unförmig, aber da, wo die Männer mit ihren Armen nicht hinkommen, ist er noch sehr hübsch. Frauen ist der Zutritt am Buddha verboten und es steht auch ein uniformierter Aufpasser rum, der kein weibliches Wesen in seine Nähe lässt.
Eine Nonne in ihrem rosa Gewand, einem runden flachen Strohhut auf dem Kopf läuft an mir vorbei. Im Arm hat sie die Almosenschale voll Reis, auf dem Hut liegt eine volle Plastiktüte mit Gemüse, Tomaten, Gurken, Kürbiss, Bohnen. Der Hut ist mit einem neckischen grünen Bändchen unter dem Kinn befestigt. Über ihrer Schulter liegt ein hellbrauner Schal und in der erhobenen rechten Hand baumelt ein orangenes Täschchen . Also, ich glaube, so ganz kriegt man die Frau auch aus einer Nonne nicht heraus. Das ist definitiv kokett.
Ein müder Mönch hat sich die Kutte über sein Gesicht gezogen und schläft auf einem giftgrünen Teppich, ein anderer Mann ganz in strahlendem Weiss gekleidet sitzt auf dem Boden im Gang und hat sein Essen ausgepackt. Frauen mit Lasten auf dem Kopf laufen in gerader Haltung herum, sie tragen Körbe voller Essen, Souveniers oder grosse Säcke mit was drin.
Von aussen zeigt sich die Pagode in Weiss und Gold, bunt verziert. Ich tauche wieder in einen Gang ein und laufe nach draussen. Dort ist ein Holzmarkt, Thanakaholz wird hier an vielen Ständen verkauft.Daneben finden sich die Werkstätten der Holzschnitzer. Überaus komplizierte und wunderschöne Holzmöbel und Buddhastatuen gibt es zu sehen, reich mit Gold verziert.
Es ist Mittagszeit und ich suche mir ein kleines Resti mit Blick auf die Strasse vor der Pagode, da gibt esimmer was zu sehen. Ich bestelle eine klare Suppe und Huhn mit Reis und Gemüse, auf Empfehlung der Chefin. Die erzählt mir ihre Lebensgeschichte und freut sich, dass es mir schmeckt. Ich kann den Blick garnicht von der Strasse wenden, es ist wie Kino. Da kommt dieser junge Mönch mit dem roten Kleid und dem rosa Sonnenschirm daher, den er mit beiden Händen fast schüchtern auf seiner Schulter hinn und her rollt. Er schaut melancholisch drein. Sowas wie ein Songthaew für 8 Personen gemacht, hat 17 Mann und Lasten geladen, der Rost ist allgegenwärtig. Ein Mann im Longyi, mit Fahrrad und Tropenhelm, Gruppen kleiner rosa Nonnenmädchen mit Bettelschalen, berockte Männer mit Pudelmützen, Caps, Strohhüten, Sturzhelmen oder einfach mit einer Jacke auf dem Kopf flanieren an meinem Mittagstisch vorbei - nur für mich ganz alleine                       hehehe. Ein anderes Sammeltaxi ist voller Frauen mit weissen Thanakawangen. Wo sie wohl hinfahren ?
Es gibt viele Baustellen. Und immer wider Frauen, die Zeugs auf dem Kopf transportieren. Es ist heiss und die Hunde suchen den Schatten.
Ich laufe weiter, komme an eine andere Pagode mit einem gekachelten Becken innen, in dem Fische schwimmen. Auf dem Platz davor verkauft man kleinen grüne Vögelchen um sie freizulassen, Obst und pinkfarbenen Reis. Kleine Kinder spielen an einem wieder gekachelten grossen Becken. Hier gibt es Fische und grosse Wasserschildkröten. Ein kleiner Junge ist sooowas von schön mit Thanakapaste im Gesicht bemalt.
Ein alter Mann auf einem Rad befördert zwanzig !! grosse Kartons, die alle auf der rechten Seite des Rades befestigt sind. Ich frage mich, mit welchem Zauber er das Gefährt im Gleichgewicht hält und auch noch damit fährt. Mein Blick fällt in eine staubige Seitenstrasse. Die Sonne steht schon wieder tief, ihre Strahlen fallen im schrägen Winkel ein und man sieht die Staubpartikel im Licht tanzen, es hat was magisches. Eine Frau auf einem Moped transportiert auf dem Gepäckträger 17 Paletten Eier und nochmal 5 zwischen ihren Knieen ! Auf dem Kopf einer anderen Frau türmen sich auf einem Tablett 4 gestapelte Töpfe. Sie müssen voll sein, denn sie stützt es mit den Händen ab. Immer wieder völlig überladene Wagen , Mopeds , Trishaws und Fahrräder. In den Teestuben in einer Hütte, einem Lokal oder unter einem Baum sitzen die Männer auf den klitzekleinen Plastehockern und schlürfen Tee. Ein Bild des Friedens.
Zurück im GH treffe ich meine neuen Freunde, ein deutsches Zahnarztehepaar. Sie kommen seit Jahren nach Burma, behandeln Kinder und Jugendliche in Schulen, Waisenhäusern und Gefängnissen gratis. Sie zahlen das gesamte Material, und das sind jedesmal ca 150 Kilo, die sie per Flugzeug mitbringen. Diesmal haben sie mehrere mobile Zahnarzteinheiten gekauft um sie hier den Ärzten zu überlassen. Ausserdem betreuen sie junge burmesische Zahnärzte in der Weiterbildung, zum Beispiel in der Chirurgie. Sie haben 15 frische Zahnärzte zu einem Fortbildungskursus mit Ferien nach Ngapali eingeladen, zahlen alles aus eigener Tasche. Es ist ein grosses arbeitsreiches Pensum. Und sie sind glücklich dabei, immner humorvoll, locker und lieben die Menschen. Ich habe grossen Respekt vor dem was sie tun und ziehe meinen Hut - naja, im Geiste      . Das sind ganz tolle Menschen ! Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Mohinga und vielen Gesprächen mit viel Lachen falle ich totmüde ins Bett. Nur, um wie gewöhnlich um 04.00 Uhr wieder hellwach zu sein, denn dann singen und beten die Mönche, verdammtnochmal, über Lautsprecher, volle Kanne. Das dauert bis 06.30 Uhr und dann kann ich nicht mehr schlafen, Ich hab die schon sehr verwünscht. So einen enormen Krach zu machen, ich kann garnicht glauben, das das den Burmesen gefällt. Jedenfalls habe ich in Mandalay ein enormes Schlafdefizit.Gute Nacht            
Auf den heutigen Tag freue ich mich sehr. Ein Hansaplast bringt mich nach Sagaing, Inwa und Amarapura.               
Los geht es über die staubige Landstrasse, ich muss mich an den Stangen der seitlichen Öffnung festhalten und meine Tasche mit dem Wasser und der Kamara macht sich selbstständig. Es wird sehr ländlich und als wir die Inwa-Brücke erreichen, stockt mir fast der Atem. Überall stehen viele Pagoden, aber hier sieht es aus, als wenn es Pagoden geregnet hätte......überall glitzern goldene Türmchen und Htis auf strahlend weissen Pagoden, eingebettet in eine tiefgrüne Landschaft durch die sich der Fluss schimmernd windet. Es ist kaum zu glauben, es müssen hunderte Pagoden sein, alleine nun in meinem Blickfeld. Es ist märchenhaft, so wie man es auf den Hochglanzfotos in Reisemagazinen sieht. Und ICH bin nun hier ! In Sagaing bekomme ich nicht viel zu sehen, aber den Sagaing Hill kraxel ich natürlich hinauf, er ist ähnlich wie der Mandalay Hill,aber nicht so hoch (zum Glück ) und nicht so prächtig. Von oben hat man eine tolle Sicht auf die umliegenden Hügel und die Pagodenvielfalt. Auf der Plattform oben sitzt ein traumhaft schöner Buddha und ein melancholischer Gesang begleitet mich bei meinem Rundgang. Ein junger sehr netter Maler bietet seine Bilder an....ich kann natürlich nicht widerstehen und kaufe eine wunderschöne Szene mit Pagode und Bäumen im Nachmittagslicht. Es hängt nun neben den anderen Bildern, die ich noch kaufen werde, in meinem Wohnzimmer. Das Bilder kaufen hat sich bei mir im Laufe der Jahre zu einer Leidenschaft entwickelt, ständig fallen sie mir ins Auge, die schönen Dinger und betteln darum , von mir mitgenommen zu werden....was soll ich denn machen, heh ????? Ausserdem sind es immer gerngenommene Mitbringsel. Das Problem ist nur, zuhause kann ich mich kaum von einem trennen...     Aus dem nächsten Urlaub muss ich neben Bildern auch mal einige Wände mitbringen            .
Weiter geht es im Schüttelkarren nach Inwa. Dort angekommen muss man mit dem Boot zur Insel Inwa übersetzen. Zwei kleine überaus kunstvoll mit Thanaka bemalte Mädchen wollen mir echte Jade - only one Dollar - verkaufen !Das ist natürlich ein Superschnäppchen und das kann und will ich mir nicht entgehen lassen      Zwinkernd . Vor allem, nachdem die süüüssen mich auch noch in deutsch bearbeiteten - kaufen Sie, echte Jade, ssssssupertoll, wiegt nicht viel, nur ein Dollar. Ich kann es kaum glauben, in perfekt ausgesprochenem germanisch ! Also, her damit. Das lange schmale Holzboot bringt uns Touristen auf die Insel, wo schon die Horsecart-Bande wartet. Die kleinen Pferdekarren sind ein wenig bunt und einige Pferde tragen Schmuck. Mein Kutscher ist schon älter und sehr lustig. Ständig spricht er mit seinem Pferd, schnalzt, singt.
Die Karren haben sehr grosse Holzräder mit Gummi aussenrum und sitzen darf man wieder auf extrem schmalen Bänkchen. Entweder sind unsere Popos zu gross oder die burmesischen sehr zierlich........
Wir zuckeln durch die Reisfelder und Bananenplantagen. Mein Kutscher stoppt an einer kleinen Tempelanlage, an der alle anderen vorbeifahren. Hier gibt es schöne Backsteinstupas mit vielen Figuren und schöne Buddhas, mit und ohne Kopf. Die Reisfelder stehen unter Wasser, sind unterbrochen von Bäumen und hohen schlanken Palmen, die sich im ruhigen Wasserspiegel der Felder wiederspiegeln. Männer fischen im niedrigen Wasser mit Netzen die an zwei langen Bambusstangen befestigt sind uns mit deren Hilfe ausgebreitet und stabilisiert werden. Karren hochbeladen mit Heu, gezogen von den weissen und braunen Rindern mit dem Höcker auf dem Rücken (wie heissen die bloss...) schlängeln sich an uns vorbei. Vogelscheuchen langweilen sich einsam und verlassen mit schlotternden Hemden.
Aussteigen, wir sind am Bagaya Kloster angekommen. Wie schön es ist, ganz aus Teakholz erbaut, schimmert in dunkelbraun und dunkelrot, umgeben von hohen schlanken Palmen die sich in der Brise wiegen. Weiches Licht durchflutet die Innenräume. Holzschnitzereien wohin man blickt, innen sowie aussen. Das rötlich-braun schimmernde Licht innen, die mächtigen hohen Teakholzsäulen, der warme Boden unter meinen nackten Füssen, all die verblassende Schönheit welche man noch erahnen kann........es verbreitet Frieden und Ruhe. Ein weisser Buddha sitzt im Halbdunkel und wird von einem Sonnenstrahl getroffen, sodass er hell erleuchtet, sich von der Umgebung abhebt. Auf einer Empore sitzt ein goldener Buddha, die Decke über ihm ist seeehr hoch, wo haben sie bloss diese riesigen Baumstämme her???? Eine Mönchschule gibt es auch, aber zur Zeit sind Ferien und der Lehrer hat Musse, kann die Zeitung von vorne bis hinten lesen.
Das Pferd hat sich ausgeruht und zuckelt weiter. Die Fischer haben ihren Fang in ein Tuch gewickelt, die Stangen samt Netz geschultert und laufen durch den Matsch an den Feldern entlang. Dann passiert es - wir fahren zu nah an einem Moped vorbei (oder das Moped an uns ?) und es fällt mitsamt dem Mann und der Frau drauf um.....der Kutscher springt ab, spricht mit ihnen, das Moped wird begutachtet, aber zum Glück ist nichts weiter passiert. Uffff.......
Immer wenn mein Kutscher glaubte, es gäbe etwas, was mich interessieren könne, hielt er an und drehte sich um......Fotofoto strahlte er mich an.....dann musste ich einfach fotografieren, auch wenn es nicht so toll war...sehr aufmerksam.
An den Überresten der Yadana See Mee-Pagode treffe ich auf eine Bande kleiner Kinder, die sind echt lustig, tollen überall herum und laufen mir hinterher. Will ich ein Foto von einem Buddha machen - zack sitzen schon drei oder vier Kiddies drauf und so gibt es nur Buddha-mit-Kindern-Fotos. Sieht so auch viel schöner aus.
Wir schlängeln uns durch die Bananen und sehen schon von weitem das Ziel : den Nanmyin Wachturm, auch als der schiefe Turm von Inwa bekannt. Dieser 27 m hohe Turm hat sich bei einem Erdbeben sehr geneigt , man fragt sich schon, ob der nicht gerade wenn man draufklettert, umkippt....      Aber wenn man die teils sehr steilen Treppen nach oben geschafft hat, bietet sich ein schöner Rundblick auf die Umgebung.
Das Maha Aung Mye Bonzan-Kloster beeindruckt mit seiner monumentalen Bauweise. Ehemals gelb , färbt der Stein sich an vielen Stellen schwarz mit weissen Flecken, was dem Gebäude eine gewisse Unruhe, aber auch Lebendigkeit gibt. Innen ist alles schön weiss und gelb, ein niedlicher Buddha trohnt auf einem verspiegelten Sockel. Plötzlich kommt eine Gruppe junger Mönche herein, bleiben stehen, unterhalten sich, schauen mich neugierig an, einer lächelt verschmitzt. Ihre rasierten Köpfe lassen sie verletzlich aussehen. Die ganze Anlage hat einen leicht morbiden Charme, im sanften Verfall gefangen, immer noch sehr ansehlich, umgeben von sattgrüner Natur und grasenden Kühen, die sich die Heiligkeit mit den Menschen teilen.
Mein Kutscher biegt in den Weg zum Bootsanleger ein und fragt, ob ich mit ihm und dem Pferd essen ginge.......ist etwa meine Hose schon wieder auf ????         Nöö...ich mach mich aus dem Staub, davon gibts ja hier genug.
Das Hansaplast hat Durst und wir stoppen an einer Tanke wo man die Auswahl zwischen Grand Royal Whisky, Lucky Wasser und anderen Flaschen hat......alles Benzin      Smiley      !! Mithilfe eines Trichters aus der reichhaltigen Auswahl der Tankefrau wird aufgefüllt und weiter gehts. Das erinnert mich sehr an Kambodscha, da wurde Benzin auch Literweise in Fantaflaschen verhökert.
Endlich gelangen wir an den Ort, von dem mich schon seit laaangem träumte - Amarapura mit der U-Bein Bridge !!!!!!!!
Mein Hansaplastfahrer ist sichtlich uninteressiert, will nur noch Pause machen und verrät mir nicht, wohin ich mich wenden soll. Bei meinem Orientierungssinn entschliesse ich mich für die sichere Variante : Brücke rüberlaufen und mit dem Boot zum Sonnenuntergang zurück, die Zeit ist ja auch nicht mehr sooo lang.Ein Boot ist schnell gefunden und ein Treffpunkt für später ausgemacht.
Kaum auf der Brücke, hab ich schon zwei neue Freundinnen....sie kleben an meinem Po und machen Konversation. Eine verkauft Zeugs aus Melonenkernen, die andere Ketten. Nach 500 Metern kapituliere ich, setze mich auf eine Bank und kaufe eine Kette, diese Lady verschwindet dann und der anderen nehme ich einen Schlüsselanhänger aus Melonenkernen ab. Also, ich spucke die immer aus, da kann man mal sehen, was man alles daraus machen kann !! Aber - sie geht nicht weg, zusammen wandeln wir über die Brücke, sie spricht ein wenig deutsch , englisch und sogar etwas spanisch !!! Da die Brücke kein Geländer hat, ist sie sehr besorgt, dass ich ins Wasser falle    .        Diese Brücke ist bei Tageslich schon sehr reizvoll, viele Menschen überqueren sie, auch Touristen, aber eher wenige. Am anderen Ende der 1,2 Km langen aus ca 1000 Taekholzstämmen bestehenden Brücke bummeln wir zusammen durch ein Kloster, quietschbunt und irgendwie lustig. Ich sage, du kannst dir ruhig einen anderen Kunden suchen, damit du Geld verdienst, aber sie meint, wir wären jetzt Freundinnen und sie mag mich, so bleibt sie bei mir. Zu einem Snack in einer Studentenkneipe am Wasser lade ich sie ein. Es gibt viel leckeres im Fett gebraten, frittierte Krabbentörtchen, Bohnentörtchen, Teigtaschen mit Zwiebeln und burmesischer Berliner mit Kokoscreme gefüllt , mit einer Sprite setzen wir uns mit Sicht auf das Panorama Nach dem unvermeidlichen WC Besuch, wo man sich im stehen auf die Hacken pinkelt    , erwerbe ich bei einem netten Malerehepaar nochmal drei Bilder .  Wir setzen uns auf eine Mauer und ich suche mir aus dem Melonenkernsortiment noch was hübsches aus, zum Andenken an diesen Tag. Bildhübsch ist meine Begleiterin von der ich leider den Namen vergessen habe. Sie ist 39 Jahre alt und ich kann das garnicht glauben. Von ihrem Mann, einem nichtsnutzigen Säufer und Spieler, hat sie sich getrennt und zieht ihre zwanzigjährige Tochter nun alleine auf. Diese studiert an der Universität in Amarapura und hat gerade Ferien. Da verkauft sie auch Souveniers um der Mutter zu helfen. Später lerne ich die Tochter kennen, genauso freundlich wie Mama und um vieles hübscher.
Da das Wasser spiegelglatt und ganz klar ist, sieht man die Spiegelbilder der Boote oder von den Männern die fischen und alles erscheint doppelt.
Nun ist es Zeit, ins Boot zu steigen, denn der Sunset naht. Sie bringt mich bis zum Boot, überwacht, ob ich auch ohne Schaden zu nehmen hineinkomme und sagt, sie würde mich nie vergessen....oooooch, das ist soooo süssss. Während ich mit dem Boot über den Taungthaman See kreuze, begleitet sie mich oben auf der Brücke und winkt mir zu. Das Licht verändert sich nach und nach, wird wärmer und goldener. Ich versuche mir vorzustellen, wie es wohl damals ausgesehen haben mag, als die Baumstämme, die die Brücke tragen, noch vergoldet waren !!! Es herrscht reger Verkehr auf der Brücke, Fahrräder, Frauen mit Lasten auf dem Kopf, Männer mit Tragestangen, zierliche Frauen in Longyis und ganz ganz viele Mönche. Gegen das nun rote Licht der untergehenden Sonne scheint sich mir ein Scherenschnitttheater zu zeigen....es ist so filigran und unbeschreiblich schön, dass ich zu Tränen gerührt bin . Dankbar bin ich auch, alleine im Boot zu sitzen, so kann ich mich ganz den Farben und meinen Gefühlen widmen. Der Horizont scheint nun in Flammen zu stehen, der Himmel darüber tiefblau, die Brücke spiegelt sich schwarz im ruhigen Wasser. Was soll ich sagen - schaut euch die Fotos an, dann werdet ihr mich verstehen. Als die Farben blasser werden und ich wieder auf die Erde zurückkehre , erwartet mich am anderen Ufer - meine Freundin. Zusammen suchen wir meinen Hansaplastfahrer, der sich aber nicht finden lässt. Die gute Frau wird sehr böse, ruft laut und ich glaube, sie flucht sogar ein bissel. Schon sind wieder die Kiddies da....kaufen sie einen Jadeelefanten, ganz leicht, wiegt nicht viel, nur drei Dollar, sssssupertoll.... Nach einer Weile, es ist schon dunkel, taucht der Schlehmiel auf und handelt sich eine Abreibung ein ....hehehe. Ausserdem hat er für das Gefährt, für das ich ja schon gezahlt habe, noch private Fahrgäste gefunden, die mit mir nach Mandalay zurückfahren. Mir ist´s egal und ich freu mich am Ende sogar. Es sind 5 Geschwister aus Yangon, zwischen 16 und 26 Jahre alt. Die vier Schwestern quetschen sich zu mir und schon geht die Fragerei los - wohin, woher, wie alt, wie heissen sie....ich erfahre auch alle Namen und wie alt, etc. Sie zeigen mir ihre Postkarten von Bagan, die ich nur sehen kann, wenn es Licht von einem Auto hinter uns gibt. Dann schenken sie mir eine Haarklammer aus ganz feinem Palmwedel geflochten, die sie aus Bagan haben. Eine fühlt immer wieder meine Hand um zu prüfen, ob mir auch nicht zu kalt ist. Nein, sowas von freundlichen und herzlichen Menschen habe ich wirklich noch nie erlebt !!!!! DAS ist der wahre Schatz von Myanmar.
Im GH angekommen gönne ich mir eine lange und heisse Dusche und setze mich gemütlich mit den Zahnärzten auf die nun dunkle Terasse am Teich. Abends wird sie von zwei funzeligen trüben Glühbirnen beleuchtet, aber was an Licht fehlt, wird mit vielen kleinen Kerzen wieder wettgemacht. Nach gebratenem Reis und einer Flasche Bier falle ich müde in mein Bett, es ist 22.00 Uhr, ich muss dringend vorschlafen, denn um 04.00 wird wieder per Lautsprecher gesungen........
Heute ist mein letzter Tag in Mandalay. Die Zahnärzte sind schon in aller Herrgottsfrühe mit dem Boot nach Bagan abgereist, dem Ruf der schlechten Zähne folgend...     . Ich muss zu einem Reisebüro in die Stadt um mein Ticket nach BKK abzuholen. Der Bruder des GH Besitzers bringt mich auf seinem Moped hin und will mir auch zeigen, wo ein Thanaka Shop ist, zu dem ich unbedingt hin will. Gesagt - getan ! Ich bekomm so einen Wehrmachtshelm auf den Kopp und los gehts  . Nach ca 500 m bleibt das Moped allerdings mitten auf der grossen Kreuzung stehen ! Hmm.... ich bleib bei dem Teil stehen und der Mann sprintet zum Strassenrand um eine Flasche Benzin zu kaufen. Rein mit dem Tiger in den Tank - aber es tut sich nix ! Nun wird das Ding zur "Werkstatt" am Strassenrand geschoben und ich trotte hinterher. Die Werkstatt besteht aus einer Ansammlung defekter Zweiräder, alten Teilen , Werkzeug und dem "Handyman", der alles wieder repariert. Und was soll ich sagen....Wunder über Wunder, kaum dort angekommen, springt es von selbst an !!! Nun gaht es also wirklich Stadtwärts. Er braust durch den Verkehr....uuuuaaaahhhhhh....  zeigt mal lässig auf einen Laden - das ist der Thanaka Shop..heeehhhhh ????? Und weiter bis zum Reisebüro. Mein Tix bekomme ich sofort, kann mich auch garnicht konzentrieren, weil ich immer die Abbiegungen und Strassenecken visualisiere........also, mein GPS einschalte    . Und, Leute, was soll ich sagen....ich habs mit nur 1 X fragen gefunden....ich bin doch wirklich die Grösste. Bin ganz stolz auf mich !! Der Shop ist vollgestopft mit Holzstücken, Gerät zum mahlen des Holzes und mit der fertigen Ware. Ein alter wuseliger Laden wie alle hier. Er wird schon seit 60 Jahren von den Schwestern Daw Thi und Daw Yi geführt, beide nun schon in einem mehr als respektablen Alter. Eine von ihnen treffe ich an, darf sie nach höflicher Anfrage auch fotografieren, und kaufe Thanaka Paste , soll sehr gut gegen Hautunreinheiten helfen ( meine Tochter hat´s schon ausprobiert ). Als ich ihr erzähle, dass sie in einem Reiseführer erwähnt wird, strahlen ihre Augen und sie ist sichtlich stolz.
Ich finde auch endlich einen Schreibwarenladen um mir einen neuen Kuli zu kaufen.
Unterwegs entdecke ich einen kleinen Hindutempel, stehe am Eingang und überlege noch ob es lohnt hineinzugehen, da erscheint ein dünner, brauner, gaaanz alter und runzeliger Inder mit Longyi und Mütze auf dem Kopf. Er bittet mich herein, führt mich durch seinen Tempel -natürlich Schuhe aus....- es könnte mal wieder gefegt werden, stellt mir alle Gottheiten vor, als wenn sie liebgewonnene Verwandte wären. Wer wieviel Power hat und wo in der Hyrarchie steht, warum so viele Arme und soweiter. Dieser Tempel ist von seinem Urgrossvater anno 1800-und.. erbaut worden, als er mit dem Schiff von Indien nach Burma kam und hierblieb. Alle Götterfiguren und anderen heiligen Kram haben sie dann aus der Heimat kommen lassen. Es ist also ein sehr persönlicher Ort. Ich bin ein bissel gerührt ob der Innigkeit und Hingabe mit welcher ich durch den kleinen Schmuddeltempel geleitet werde. Eine kleine Spende hilft vielleicht für die Anschaffung eines Besens.            
Magen an Hirn ------ Hunger     . Da erinnere ich mich an die nette Teestube die mir vorher schon aufgefallen war. Es kist ein hübsches helles, an zwei Seiten ganz zur Strasse offenes Lokal. Fast nur Männer sitzen drin, wie immer. Aber auf der anderen Seite sitzt eine Frau, die isst was, Fladenbrot mit was drauf,das möchte ich auch haben. Bestellung : one Chai Tea....and.....zum Teufel, was sag ich denn....ich zeige mit dem Finger auf die Frau ( seeehr unhöflich, aber was will man machen ), machen was rundes mit den Händen, zeige auf mich, nicke wie wild und setze mal wieder mein glückliches Gesicht auf. Na, funktioniert doch. Ich bekomme noch warmes fluffiges Fladenbrot mit einem Schälchen Kartoffelcurry und eine Kanne Chai Tea. Das schmeckt sehrsehr lecker und kostet mal gerade 500 Kyat, also 50 cent !!!!!            
Nebenan gibt es eine moderne Bäckerei, ich traue meinen Augen kaum. Da ich ja morgen früh auch das Boot nach Bagan nehme, muss ich Proviant bunkern. Zwei Blätterteig mit Massamancurry, ein grosser Brownie und ein Milchbrötchen mit Vainillecreme, alles für einen Euro fuffzich.
Auf der Strasse tobt das Abenteuer, wie immer. Ein Kerl auf einer Trishaw transportiert einen grossen blauen Kühlschrank. Mit einer Hand hält er den fest und mit der anderen lenkt er. Na, hoffentlich muss er keine Vollbremsung machen ! Die allgegenwärtigen Grüppchen rosarot gekleidter Nonnen erfreuen meine Augen. Viele tragen diesen Schal oder was immer es sei, in caramell oder braun zusammengefaltet auf dem kahlen Kopf, wie eine altertümliche Haube . Es sieht verwegen aus.
Bei vielen Lädchen entlang der Strasse ist für mich einfach nicht auszumachen was sie verkaufen oder welche Dienstleistung sie anbieten      Ein Lädchen, die Frau sitzt an der Nähmaschine auf der Strasse, bietet grellbunte Einkaufstaschen an, vor einem anderen Haus werden auf der Strasse Mönchsroben geschneidert.
Unter einem bunten Sonnenschirm der in einer Radnarbe fixiert ist, sitzt ein junger Mann im Longyi, hinter ihm eine junge Frau. Sie nähen an diesen uralt Tretmaschinen Plastik !! Rechts neben ihnen fällt das Nachbarhaus schon in sich zusammen und die Mauer ist nur noch ein Ziegelsteinhaufen vor dem eine alte Frau mit einem Kochtopf sitzt, über ihren Köpfen ein wirres Durcheinander von Elektrokabeln, an jedem verfügbaren Fleckchen der Wand sind bunte Taschen und Planen aufgehängt. Eingerahmt ist das Ganze von nmehreren Mopeds und Fahrrädern. Und so sieht es normalerweise fast überall aus. Nur in den Läden wo Reis verkauft ist es besser.
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Romy
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Antwort #4 - 07.04.11 um 07:19:08
 
In einer engen Seitenstrasse sehe ich ein Minareth und laufe draufzu . Es scheint eine rein moslemische Strasse zu sein. Alte Leute sitzen auf der Strasse an kleinen Tischchen und tratschen. Ich grüsse einfach mal alle freundlich, mit dem Ergebniss, dass zwei alte Herren mich zum Tee einladen möchten - aber ich lehne mit einem Lächeln ab.       Mitten auf der Strasse steht eine alte Frau, sie hat nichts anderes an als einen Longyi, den sie sich unter den Achseln zusammengebunden hat. Mit einer Schüssel schüttet sie sich Wasser über den Körper und unter den Longyi. Heute ist Waschtag. Scheint ja ganz normal zu sein. Vor dem Haus daneben hängen einige Bambusstangen über welchen Streifen rohes Fleisch gehängt sind um in der Sonne zu trocknen. Da freuen sich aber die Fliegen            .
Wieder auf der breiten Strasse, verfüttert ein Mann einen ganzen Beutel Maiskörner an die Tauben, es sind bestimmt an die hundert, die hin und herflattern. Ups.....wo kommt denn dieser überdimensional grosse weisse Ballen her, ist doch mindestens 2,50 m hoch ??? Ach so, da ist ja noch eine Trishaw drunter, hat man auf den ersten Blick garnicht gesehen            .
Es gibt hier keine Telefonzellen, wie wir sie kennen. Hier steht an fast jeder Strassenecke unter einem schattigen Baum (wichtig !) ein kleiner Klapptisch an dem ein junges Mädchen sitzt. Es gibt zwei kleine Plastehocker, einen für sie und einen für den Kunden. Auf dem Tischchen liegt ein dickes Telefonbuch von Burma, ein Telefon und das dazugehörige Kabel windet sich durch den Baum zu einem Anschluss.....von irgendjemand anderem....?????? Jedenfalls kann man hier seinen Telefonanrufe erledigen und die Oma in den Bergen grüssen. Schliesslich hat hier nicht jeder ein Telefon zuhause und ein Mobilfunknetz existiert auch so gut wie nicht. Ich finde, das ist eine ganz niedliche Einrichtung und das gefällt mir sehr gut.
Ach, ich bieg nochmal in eine andere Strasse ein. Da haben sich zwei Friseure niedergelassen. Ihre Behandlungsstühle aus Holz stehen am Strassenrand und zufälligerweise werden gerade zwei Nasen getrimmt. Der eine Friseur mit einem vollen grauen Bart hat die Nase seines Kunden zwischen den Fingern und biegt sie nach oben, sodass er mit einer Schere, die fast so lang wie sein Unterarm ist, die Haare darin schnipseln kann     , der ander hat einen Kunden mit einem karrotenroten Ziegenbart und kümmert sich nach der Nase auch noch um das rote Gestrüpp.            
Endlich bin ich am Wassergraben des Geländes angekommen, wo sich der ehemalige Königspalast befindet. Jede Seite dieses Quadrates ist 2 Km lang. Na, da bin ich ja schon fast am GH, kann sich nur noch um ca 4 km handeln...                                 
Im Wassergraben spiegeln sich die Wachtürme,Zinnen, Palmen und die Festungsmauer, es sieht wunderschön aus. Aber dann muss ich daran denken, dass dies alles, diese Verschönerung und Instandsetzung, nur unter Zwangsarbeit entstanden ist und dass viele Menschen dabei ums Leben gekommen sind. Das hat erst aufgehört, als sich die UN eingeschaltet hat. Nimmt ein wenig die gute Laune..... Trotzdem - sehr hübsch sieht es aus. Es ist sommerlich heiss und das Leben läuft träge , ich schlendere seeehr langsam weiter. Als sich eine Libelle und eine Red Dragonfly auf den Zaunspitzen niederlassen, kann ich sie in aller Ruhe ganz nah ranzoomen und einige tolle Fotos schiessen. Auf der anderen Seite des Wassergrabens hocken zwei Männer und waschen ihre Longyis im Wasser des Grabens...pfui...Sie tragen grüne Armeekleidung.
Auf dem Gehweg schläft ein Mann, seine Gummischlappen sorgsam auf der Fahrbahn abgestellt ,  Fahrräder hochbeladen mit gelben oder weissen Blumen , ein gaaaanz altes Hansaplast-Pick-Up            und ein Lomgyi Mann , der per Rad ein anderes, leeres Rad neben sich herführt, ein Sammeltaxi bis unters Dach voll mit grünen Bananen , es ist immer wieder wie eine Privatvorstellung und diese Momente geniesse ich in ganz Asien.
Eiertransport, die zweite. Auf einer Trishaw werden mindestens 40 Eierpaletten transportiert            , fassungslos schaue ich dem Eiermann hinterher, der in aller Ruhe und Gelassenheit die holprige Strasse langfährt. Nicht ein einziges Tröpfchen flüsiges fällt herunter.........            
Am Abend sitze ich alleine am Tümpel und bestelle mir einen gebratenen Reis mit Bier. Aber schon nach wenigen Bissen wird mir schlecht. Na ja, was solls. Morgen früh bekomme ich um 05.30 das Frühstück aufs Zimmer gebracht, denn um 06.00 werde ich mit zwei anderen zum Pier gefahren. Das Boot nach Bagan legt um 07.00 ab.
Aber ganz plötzlich muss ich rennen......zum Klo     ......ich bekomme einen furchtbaren Durchfall, nähere Details möchte ich euch ersparen. Nur soviel sei gesagt, die Nacht verbrachte ich nicht im Bett ! Auch das Frühstück rühre ich nicht an und das leckere Gebäck für die Fahrt esse ich auch nicht.
Das Boot liegt dann morgens erstmal ca 2 Stunden im blickdichten Nebel am Ufer fest, bevor wir überhaupt abfahren können. Mir geht es richtig dreckig, ich bekomm auch noch Brechreiz und weil der mich panisch macht, kämpfe ich mit aller Kraft dagegen an. Dann versagt das Gehör und die Sicht......ich will keinesfalls vollgekotzt übers Deck rollen, und dann bin ich ja auch noch alleine. Neeeee Mann, ich kann´s aber besiegen und nachmittags kann ich die Umgebunbg wieder wahrnehmen.
Wir ziehen schon wieder an vielen weiss-goldenen Pagoden vorbei. Unglaublich. Frauen am Ufer waschen ihre Wäsche mithife eines dicken Knüppels auf einem Stein, sie wird einfach erschlagen !!! Bergeweise Bananen werden aus einem langen Holzboot entladen, sie werden einfach mit Schwung an den Kollegen an Land weitergeworfen.
Frauen in Longyis stehen im braunen Wasser und waschen sich, andere bringen ihren Männern was zu essen. Die gewaschene bunte Wäsche wird auf Steinen zum trocknen ausgebreitet. Es sieht aus wie in einer Grossraumboutique            .
Nach ca 10 Stunden kommen wir in Bagan an. Ich werde von meinem Hotel Kaday Aung abgeholt. Im Hotel gehts mir wieder schlechter, und obwohl es Sylvester ist, nehme ich eine grosse Ladung Valium und überlasse mich dem Land der Träume. Prosit Neujahr !!!!            


Mein erster Tag des neuen Jahres im Hotel Kaday Aung fängt nicht besonders gut an. Richtig gut geht es mir immer noch nicht. Die nette Rezeptionistin lässt mir zum Frühstück grünen Tee mit honey und lime bringen, dazu Toast. Das bleibt drin und an den Tee halte ich mich auch die nächsten Tage. Die Mahlzeiten werden hier auf einer grossen Terasse unter einem alten sehr grossen Baum eingenommen. Heute will ich es langsam angehen lassen,keine Pagoden, denn ich fürchte dass mich ein dringendes Bedürfniss inmitten der Pagoden überfällt - und was dann??? Ich miete mir nur ein Horsecart um nach Nyaung U zu fahren - und das dauert schon eine Stunde. Dort findet gerade ein grosser Markt statt und es bietet sich das typische bunte Kaleidoskop an Eindrücken. Überall wandelnde Säcke auf Frauenköpfen. Warum machen die Männer das eigentlich nicht ??? Wird das als typisch weiblich angesehen??? Auf einfachsten Bollerkarren werden Waren hin und hergefahren, manchmal auch Kinder   . Es liegt wieder alles auf dem Boden und über allem schweben die abenteuerlichsten Sonnensegel. Ebenso abenteuerlich sind viele Kopfbedeckungen, gebunden, gefaltet oder sonstwie drapiert aus bunten Tüchern , Jacken oder was auch immer. Eine alte Frau gekleidet in eine gelbe Jacke und ein buntes Tuch, weisse dünne Haare zu einem kleinen Knoten am Hinterkopf gebunden, mit dezenten goldenen Ohrringen, das feine Gesicht vom Leben gezeichnet. Man sieht ihr immer noch an, dass sie einst schön gewesen sein muss. Das unvermeidliche Thanaka Holz des Nordens findet sich überall. Und auch hier, auf dem Markt, eine "Telefonzentrale". Diesmal bedient von einem kleinen Jungen, die Eltern haben daneben ihren Marktstand. Ich frage mich, woher kommt wohl der Telefonanschluss......das Kabel muss ja seeeehr lang sein           . Sammeltaxis fahren ab, innen voll mit Menschen und Taschen, obendrauf nochmal mindestens drei Schichten Säcke oder Ballen mit Zeugs !!! In den Seitenstrassen wieder das übliche. Quietschbunte Durcheinanderlädchen, nur die Reisläden und die Eierbuden sind hübsch sauber aufgeräumt. Es macht Spass die Augen wandern zu lassen, so anders , so fern von unserer organisierten Konsumgesellschaft. Herrlich frei !!! Die Strassen in und um Bagan sind sehr aufgeräumt und es gibt Schilder auf denen steht "Plasticbag free Area" , das gefällt mir. Alles ist sooo grün und friedvoll. Mein Weg führt mich zur Win Family, etwas ausserhalb Alt Bagans . Dort verkauft die Familie filigrane Handtaschen aus eigener Herstellung, aus Bambus, Rattan oder Wasserhyazinthen , hübsch eingefärbt und aussergewöhnlich. Meine Tochter wird damit beglückt. Nun muss ich zurück ins Hotel, denn meine Bauchschmerzen werden schlimmer. Die Pferde der horsecarts haben unter dem Po einen Stoffsack hängen, in den die Pferdäppel fallen, so werden die Strassen nicht verschmutzt ! ALLERDINGS wird das alles ausgeschüttet, sobald man einen der unzähligen Sandwege befährt. Dort trocknen die Äppel dann in der Sonne und werden von den Pferden und Autos zermahlen, vermischen sich mit der roten Erde. Und genau das fliegt immer in der Luft rum, die mich täglich von oben bis unten pudert. Ausserdem riecht man es auch......so einen Eigengeruch hatte ich noch nie . . Es sitzt in den Haaren, auf der Haut und in den Klamotten, und die kann man ja wirklich nicht jeden Tag waschen !
Den Rest des Nachmittages bleibe ich auf der Terasse am Pool. Habe schreckliche Bauchschmerzen. Die Hotelanlage ist sehr schön, auf alt gemacht, verwinkelt, Ziegelsteine, Strohdächer, ein toller Pool mit Liegen und Ruhebetten. Leider habe ich nur noch ein Standard Zimmer bekommen. Das ist nicht so schön,sehr einfaches Bad, keine Betten, Matraze etwas erhöht auf dem Boden, kein Kleiderschrank, der Boden mit Bastmatten bedeckt, kein TV. Die Superior Zimmer, die nur ein paar Dollar mehr kosten, sind dagegen wunderbar. Teakholzboden, tolles modernes Bad, gemütliche Betten, hübsche Einrichtung, TV. Na ja, Pech gehabt ! Jedenfalls mache ich mit meinem Horsecartfahrer den morgigen Tag fest, es geht endlich zu den Pagodenfeldern.
Spät am Abend zieht eine burmesische Pilgerfamilie in das Zimmer über mir. Der Boden, bzw die Decke besteht nur aus einfachen Holzplanken, die nicht so wirklich dicht liegen. Ich frage mich, wieviele Personen dort oben wohnen, mindestens fünf oder sechs. Nach Einbruch der Dunkelheit halten die sich alle im Zimmer auf und ich darf , wenn auch nur passiv und ungewollt, am Familienleben teilnehmen    .  Mama plappert und packt ununterbrochen Dinge ein und aus (ich höre das rascheln..), die Kinder spielen mit einem ferngesteuerten Auto und kreischen, die Männer erzählen auch interessante Sachen, die ich leider nicht verstehe und rotzen ununterbrochen mit einer unglaublichen Inbrunst den Rotz des vergangenen Tages aus der siebten Sole nach oben und spucken ihn......will garnicht wissen, wohin     .Von den Badezimmergeschichten will ich garnicht erst anfangen...  ! Das geht nun jede Nacht so bis ca 01.00 Uhr, und um 05.00 Uhr sind die schon wieder putzmunter. ICH  AUCH    !!! Na, bis jetzt hab ich in Burma noch nicht gut geschlafen.....                     Dabei war ich sooo froh, den frühen Foltergesängen in Mandalay entkommen zu sein.
Es ist frühmorgens, 07.30 und ich darf nun das Frühstück auf der hübschen Terasse geniessen. Mein Horsecart ist ganz mit pinkfarbenen Kissen ausgekleidet und verspricht eine gewisse Bequemlichkeit, auf die sich mein Popo schon sehr freut. Noch schnell ein bissel Dreckwäsche an der Rezeption abgeben, dort treffe ich eine schon sehr alte kleine Dänin, mit sandfarbenem Haar, ebensolcher Haut und Kleidung. Wir geraten in eins der unverhofften Gespräche, die sich mir auf meiner Reise so oft bieten. Sie reist schon seit zwölf Jahren alleine, das erste Jahr 12 Monate lang, seitdem immer sechs Monate und sechs nicht. Sie war schon fast in der ganzen Welt. Nun ist sie in Burma, dann Laos, Kambodscha, Thailand und Brunei. Mamma Mia !!!! Was für eine Energie und Reiselust !! (Natürlich benötigt man dazu auch ein gewisses "Kleingeld".....    Zwinkernd  )
Meine Liste für die heutige Tempeltour beinhaltet folgende Pagoden : Shwezigon, Kyanzittha Umin, Gubyaukgy Wetky In, Ananda, Ananda Ok Kyaung, Gubyaugky Mynikaba, Nanpaya, Manuha, Sulamani, Dhammayangyi, Shwesandaw. Die letztere wird für den Sonnenuntergang aufgespart.
Ich tauche in eine fast schon unwirkliche Landschaft ein....es stehen einfach überall Pagoden rum, hunderte oder tausende. Die meisten aus Ziegelstein mit schönen Verzierungen oder einfach verfallen. Innen warten oft Überraschungen , Kunstwerke, Buddhas, Wandmalereien. Leider werden gerade die Malereien nicht erhalten, verblassen oder fallen mit dem Putz von der Wand. Auch hier gilt - Schuhe ausziehen. Am Ende des Tages sehen meine Füsse aus, wie die Hufe des braven Pferdes    ! Aber es gibt auch Pagoden mit goldenen Htis und Stupas. Mir drängt sich wieder die Frage auf, wie es hier vor vielen hunderten Jahren war, all diese Sakralbauten, in aller Pracht, mit Menschen, Musik, Glocken und Leben gefüllt........das muss einfach unvorstellbar gewesen sein. All diese zierlichen Relieffs, Gesichter und kunstvollen Fenster und Türdekorationen. Heute, an meinem ersten Tag kann ich mich garnicht satt sehen an all den Schönheiten, welche Geschichten zu erzählen scheinen. Aber bevor ich allzusehr ins Träumen gerate geht es weiter . Immer, wenn ich etwas erhöht stehe und über die Ebene schaue.....so viele Pagoden, ehrwürdig im Sonnenlicht, beinahe schwebend in der Landschaft, unendlich weit und im Hintergrund der Ayeyawaddy. Immerhin ist das gesamte Areal ca 40 Quadratkilometer gross !!!
Immer wieder werden wir in roten Wolken gepudert und ich weiss mittlerweile schon nicht mehr ob ich wirklich braun bin oder einfach den Dreck nicht mehr abbekomme . . An allen grösseren Pagoden sitzen Männer, die Malereien verkaufen. Das ist natürlich sehr gemein  , denn ich fühle mich genötigt, noch so manche zu kaufen, kann einfach nicht widerstehen !
Immer wieder begegnen mir Busse mit einheimischen Pilgern. Die Reichen reisen in neuen AC Bussen, man erkennt sie sogleich, die Ärmeren dagegen in Klapperkisten wo man Angst hat, dass sie in der nächsten Kurve zumindestens ein Rad verlieren. Obendrauf natürlich Kisten und Kasten......
Kurz vor Sonnenuntergang fahren wir zur Shwesandaw Pagode, die im Loose für den Sonnenuntergang angepriesen wird. Na, wohl nicht nur im Loose.......
Die Pagode ist sehr hoch und ich klettere bis zur obersten, fünften "Etage" über die steilen Treppen hoch. Ein jeder sichert sich hier einen guten Platz zum fotografieren und die Pagode füllt sich in kurzer Zeit so sehr mit Menschen, dass man sich fragt ob sie standhält    . Meiner Schätzung nach waren es ca 500 !!! Personen, man konnte sich buchstäblich nicht mehr bewegen. Mit einem romantischen Sunset hatte das nix mehr zu tun. Ich hab einfach verucht, die alle auszublenden und habe mich auf das wunderbare unglaubliche Schauspiel vor meinen Augen konzentriert. Die Pagoden schienen zu glühen, der Himmel wechselte seine Farbe zwischen gelb, orange, rot und flieder. Im Dunst einer Feuerstelle wurde die Farbe milchig, die Pagoden schienen zu schweben. Mit Worten ist es einfach nicht zu beschreiben, schaut euch die Fotos an. Wieder unten, wartet der Horsecartfahrer und denkt bestimmt schon an das Abendessen  . Nach unglaublichen elf Stunden unterwegs mit dem Pferdekarren tut mir nun jeder Knochen und Muskel weh    . Ich kann mich kaum an alles erinnern, was ich heute gesehen habe, es war alles dabei - von verlassenen Mönchszellen bis zu den tollsten roten Pagoden und goldenen Chedis mit viel Pracht.
Pferd und Mann sind für Morgen früh um 06.00 Uhr bestellt , der Sonnenaufgang wartet auf mich.
Das Abendessen wird ganz romantisch unter dem grossen Baum bei indirekter Beleuchtung eingenommen. Hier gibt es jeden Abend eine kleine halbstündige Marionettenvorführung. Der Puppenspieler ist sehr freundlich , es werden verschiedene Szenen aus der Mythologie gezeigt. Die Musik allerdings erinnert an den Schmerz einer Katze, der gerade ein Auto über den Schwanz gefahren ist. Später am Inle See sehe ich eine weitere Aufführung und die Musik dort ist um Klassen besser.
Heute brauchte ich keinen Wecker, ich hab ja meinen burmesischen Familienweckdienst über mir !
Die heutige Pagodenliste beinhaltet : Minyeingon für den Sonnenaufgang, Mingalazedi, Abeyadana, Nagayon, Somingyi Ok-Kyaung, Lawkanada, Ashe + Anauk Petleik .
Den Tempel für den Sonnenaufgang hatte ich am Vortag schon mal sondiert, denn ich habe gelesen dass es in manchen Tempeln Schlangen gibt, die sich in den warmen Winkeln von Treppen aufhalten...uuuuaaahhhhhhh    . Und tatsächlich hat man hier eine seeehr enge Treppe zu erklimmen, fast eingeschlossen im Gemäuer. Also hab ich heute alte Socken an und bin mit einer Taschenlampe bewaffnet. Das ist auch gut so, denn sonst hätte ich noch nicht einmal die Treppe nach oben gefunden           .
Es sind zum Glück nur wenig Menschen zu dieser frühen Stunde unterwegs. Der Himmel färbt sich langsam in grau, rosa,  hellblau,violett und im Morgendunst lassen sich die Berge und weiter entfernte Pagoden nur zart erahnen. Es ist eine sehr sanfte Stimmung und ein perfekter Tagesbeginn.
Es geht wieder von Pagode zu Pagode......aber, ich habe in den letzten Wochen schon so viele Pagoden, Tempel und Ruinen gesehen, dass es mir gerade fast zuviel ist. Bangkok, Sukothai, Chiang Mai, Mandalay....überall Sakralbauten. Am Ende des Tages mag ich schon keine Fotos mehr machen. und DAS ist sehr arg !!!
Was soll ich sagen, abends bin ich ausgetempelt, tempeld out, kann keine Pagode mehr von der anderen unterscheiden.
Wenn man so in seinem Horsecart sitzt, die Beine baumeln raus, dann kommt es immer wieder zu lustigen Begegnungen. Ein Moped nähert sich, bleibt genau hinter mir. Ein netter Burmese lächelt, fragt woher, wohin, zieht dann ein kleines Schächtelchen aus der Hosentasche und fragt, ob ich nicht einen ECHTEN Edelstein kaufen möchte. Nein danke, brauch ich nicht. OK, tata and have a nice day. Der nächste lässt nicht lange auf sich warten . Hallo , woherwohin, in welchem Hotel wohnen sie? Warum möchten sie das denn wissen ? Ich möchte ihnen Malereien verkaufen. Hab schon welche. Aber meine sind besonders schön. Meine auch. Meine sind preiswert. Waren meine auch. Inzwichen lachen wir alle. Ich möchte aber zum Hotel kommen....NEIN DANKE !! Na gut, einen schönen Tag noch, tata. Ein Lächeln und weg ist er.
Der Buchverkäufer lässt nicht lange auf sich warten. Bin schon gespannt, was der anzubieten hat. Der üblichen Begrüssung folgt ein Buch........sorry, ich kann nicht burmesisch lesen. Woher ich bin - Germany. Jou, der zieht tatsächlich ein deutsches Buch aus der Tasche. Leider ist es auch das einzige. Da ich allerdings ganz dringend was zum lesen brauche und nirgends was finde, kaufe ich es ihm ab. Aber, hallo die Waldfee.......das ist ein Buch....neeeee....von George Orwell - Tage in Burma. Schien mir passend, und Orwell habe ich noch nie gelesen. Allerdings werde ich das auch nie mehr tun !! Das ist so ein depressives Werk, wenn man das ganz bis zum Ende durchliest, will man sich nur noch von der höchsten Pagode stürzen und seinem Leben ein Ende setzen. Damit das nicht passiet, hab ich es nach 1/3 in den Abfall befördert.
Abends geh ich mit zwei Österreicherinnen in ein kleines Resti in New Bagan essen. Es gibt eine leckere Senfsuppe und einen schrecklichen fried rice der in Öl schwimmt.
Wir sitzen noch eine Weile vor dem schönen Superior Zimmer der beiden und erzählen uns was. Auch Helga, eine der beiden, pensionierte Lehrerin ist fast das ganze Jahr über auf Reisen. Ihre Freundin, Uschi, ist etwas klein, hat einen grossen Busen (die Bluse spannt ständig!) und hat die Lippen immer etwas missbilligend gekräuselt, sodass sich ganz viele Plisseefältchen gebildet haben. Also, Menschen lernt man ja schon die unterschiedlichsten kennen !!!
Morgen um 14.00 Uhr geht mein Flieger von Bagan nach Heho und dann mit einem Auto weiter bis zum Inle See.
Das fliegen in Burma ist eine gemütliche Angelegenheit. Am Airport gibt es eine Holztheke, das Gepäck wird nicht gewogen - wozu denn ??? Man bekommt einen Anhänger an die Reisetasche und ein Junge bringt diese mit einem Bollerkarren zum Flugzeug    . Im Warteraum ist es auch ganz einfach und wenn der Flug dran ist, kommt jemand mit einem Stück Karton auf dem die Flugnummer steht           .


Nach einem ruhigen Flug bin ich in Heho gelandet, die Koffer werden per Bollerkarren im Warteraum abgeladen und mein bestellter Transport erwartet mich schon. Die Fahrt bis zum Inle Inn Hotel in Nyaungshwe dauert ca 1 Stunde. Die Landschaft ist sehr reizvoll, alles ist grün, Reisfelder überall, aufgelockert durch einzelne grosse Bäume, Bananenstauden und einzelne Häusern. Grosse pechschwarze Wasserbüffel mit grossen ausladenden Hörnern stehen am Strassenrand. Im Hintergrund erheben sich die Shan Berge bis auf eine Höhe von 2000 Metern.
Mein Zimmer im Inle Inn kostet nur 10 Euro und ich frage mich, was mich erwartet. Die Anlage besteht aus ebenerdigen Zimmern, Bambusverkleidet. Ich habe zwei Betten und es gibt hier eine richtig dicke flauschige Steppdecke zum schlafen. Super, da werde ich nicht mehr frieren , denn nachts gehen die Temperaturen sehr runter. Das Bad fällt in die Kathegorie "beser vergessen". Aber aussen gibt es einen kuscheligen Patio mit Sonnenschirmen und Orchideen. Neben dem kleinen Speisezimmer liegt direkt der völlig offene Wohnraum der Familie. Auch hier sind die Menschen unglaublich liebenswürdig und sanft. Zwei junge Frauen - Chanez und Loretta - sitzen im Patio und wir unterhalten uns ein wenig. Am nächsten Tag werden wir eine Inle-Lake Bootstour machen. Kostet pro Nase 5 USD und dauert den ganzen Tag. Chanez ist Belgierin, 23 Jahre alt und hat schon mit 19 Jahren zwei Jahre lang alleine in Neuseeland gelebt. Loretta kommt aus Singapoore, spricht ein sehr nuscheliges englisch und kichert immer    . Die beiden sind sehr nett und wir verstehen uns auf Anhieb gut, trotz des Altersunterschiedes.
Nachmittags laufe ich durchs Dorf um alles ein bissel zu erkunden. Nyaungshwe ist ein beschauliches Dorf, alles geht einen ruhigen Gang, auch hier allgegenwärtiger Staub    . Ich glaub, ich brauch den bald schon zum leben......, es macht sich eine gewisse Abhängigkeit bemerkbar...          . Ein Internetladen ist auch in der Nähe und Geld wird im Gemischtwarenladen beim Chef umgewechselt. Es wird immer weniger, für einen Euro bekomme ich nun gerade mal 1.000 Kyat. Wunder über Wunder, es gibt einen Buchladen mit einer riesigen Auswahl an deutschen Büchern. Da schlag ich natürlich gleich mal zu. Abendessen und ab ins Bett. Dies ist die erste Nacht in der ich durchschlafen kann. Keine Mönchsgesänge, rotzende Nachbarn oder sonstwelche Ungelegenheiten stören meine Träume. Das tut soooo gut.
Nach einem gemeinsamen Frühstück laufen wir zusammen mit unserem Bootsmann, der uns abholt, zum Kanal runter. In seinem Boot liegen warme Decken  für uns bereit, denn frühmorgens ist es auf dem Wasser noch empfindlich kalt . Unser Boot ist ein schmales Holzboot mit drei niedrigen bequemen Holzstühlen hintereinander drin. Wir kuscheln uns ein und los gehts. Nach ca 11 Km sind wir aus dem Kanal raus und auf dem See. Es tut sich vor uns eine flache Weite auf.....leider sitzen wir ja auf Niveau Wasseroberfläche und somit ist die Sicht ein wenig beschränkt und platt. Schon bald sehen wir die Einbeinruderer. Sie stehen auf dem flachen Schnabel ihres niedrigen Bootes, haben ein Bein um ein langes Paddel geschlungen, halten es mit einer Hand und bewegen mit dem Bein das Ruder. Mit der anderen Hand werfen sie Netze aus. Ein Wunder an Konzentration und Gleichgewichtssinn !!! Wir nähern uns den schwimmenden Gärten. Der See ist nur wenige Meter tief. Man schiebt viele Wasserhyazinthen zusammen, schaufelt den fruchtbaren Schlamm vom Untergrund drauf, mit langen Bambusstangen im Untergrund befestigen, aussähen und zwei Mal im Jahr ernten. so kann man diese Gärten , wenn es sein muss, auch zu einem anderen Ort verschieben. Die Häuser stehen auf langen Stelzen und sind sehr hübsch anzusehen, richtige Siedlungen gibt es mit grossen Wohnhäusern, Pagoden und Werkstätten. Nur die Wege dazwischen sind eben aus Wasser.Es herrscht ein reger Verkehr auf dem See, Boote mit Waren, Gemüse, Obst und Personenverkehr flitzen an uns vorbei.
Ein kleiner Mönch in dunkelroter Robe paddelt auf seinem kleinen Boot an uns vorbei, im Boot steht seine Almosenschale und er fährt von Haus zu Haus .
Die Häuser sind sehr unterschiedlich, einige sehr einfach, andere liebevoll geschmückt und mit Blumentöpfen auf einer umlaufenden Veranda. Bunte Wäsche hängt zum trocknen auf Bambusstangen und alles spiegelt sich im stillen Wasser des Sees. Die Stelzen unter den Häusern sind ziemlich hoch und man kann sich denken, wie sehr das Wasser zur Regenzeit steigt.
Vor dem schwimmenden Markt von Ywa-ma liegt eine Unzahl von flachen schmalen Holzbooten im Wasser, ungeordnet und unübersichtlich, wie von einem Sturm dorthingeweht und noch teilweise vollgepackt mit Gemüse und Obst. Es ist schwierig bis zum "Festland" zu kommen. Der Markt liegt auf einer Insel im See und man kann ihn belaufen. Ganz zu Anfang stehen die Souvenirverkäufer, die lassen wir schnell hinter uns und verschwinden im aufregenden Gewimmel der Marktfrauen, denn hier haben die Frauen das Sagen. Die Männer findet man nur vereinzelt, sie halten sich mehr bei den Booten auf und am Rand des Marktes. Aber hier gibts Lady-Power ! Sie braten, kochen, backen, verpacken, wiegen ab, schwatzen, verkaufen und kümmern sich gleichzeitig um ihre Kinder und sehen zu, dass die schwarze Muttersau mit den kleinen Ferkeln ihnen nicht die beste Ware wegfrisst. Sie tragen bunte Longuis mit Blusen und Tücher auf dem Kopf oder die schwarze Tracht der Bergvölker - es sind wohl die Shan - mit leuchtend roten Turbanen. Ein ca dreijähriger Junge, das Gesicht völlig mit Thanaka verschmiert, aus dem Mund tropft eine braune klebrige Flüsigkeit, macht ein quengeliges Gesicht. Als er mich sieht, fängt er an lauthals zu schreien. Oh Gott......was hab ich bloss gemacht ??? Es gibt viele Blätter, Wurzeln und Zeugs, das ich noch nie gesehen habe. Eine Frau hat sich einen wunderschönen Blumenstrauss in ihr pechschwarzes lockiges Haar gesteckt.
An vielen Ständen werden eine Art Monster-Reiscräcker verkauft. Sie haben einen Durchmesser von zwei Romyhänden und sind jeweils zu ca 20-25 Stück auf einen Monsterzahnstocher aufgespiesst. Wir können eine kleine Portion kaufen, nur ca 10 Stück. Sind ganz lecker, aber beim zweiten bleiben sie mir am Gaumen hängen und ich überlasse sie den Mädels. die Dinger werden in riesigen Säcken aufbewahrt, die fast so gross sind wie die Verkäuferinnen. Das nächste Leckerli lässt nicht lange auf sich warten. In einem grossen Wok werden in einer runden Form Teile gebacken....na, also, es ist ein Teig aus Mehl oder Reismehl , leicht süss und das Teilchen ist oben und unten braun und knusprig, dann kommt es aus der Form und rundherum ist es weiss und verletzlich , heiss und sowas von köstlich, fluffig, selten was besseres gehabt. Wir kaufen drei Tüten voll. Die Dröhnung mit frittierten Teigtaschen mit Gemüse folgt wenig später. Es qualmt, raucht und riecht von überall her. Gefeuert wird mit Holz und das riecht garnicht schlecht.
Am Rand des Marktes treffen wir wieder auf die versammelte Männermanschaft. Hier trinken sie ihren Tee, zeigen sich stolz mit den farbigen Turbanen aus Stoffbahnen oder einfach nur einem Handtuch. Sie tragen grosse bunte Stofftaschen und natürlich Longyis. Unter einem Bambusdach ist ein Friseur eingerichtet, drei Frauen schneiden den Kindern die Haare - ob sie das nun wollen oder nicht ! Höckrige weisse und schwarze Rinder liegen oder stehen am Strassenrand und dürfen sich ausruhen. Eind Gruppe Männer begutachtet unter lebhaften Diskussionen das Verladen von bunten Hühnern auf ein Moped : je ein Dutzend sind an den Füssen zusammengebunden und hängen nun Kopfüber rechts und links vom Gepäckträger und dem Lenker. Ihre Krallen stehen zusammengebunden in der Luft wie ein bizarrer Blumenstrauss.  Ayyyy..... mir tun die leid, können doch mit den Köpfen an den Auspuff kommen oder zwischen die Speichen. Vier oder fünf erfreuen sich noch relativer Freiheit, denn sie passen nicht mehr aufs Gefährt. Wir gehen wieder zu den Booten - wo zum Teufel ist nun unseres ???? Aber wir brauchen garnicht suchen, denn unser Bootsmann findet UNS ! Viele Boote sind voll beladen mit Einkäufen und die Frauen paddeln zufrieden nach Hause.
Wir stoppen an einer Weberei. Und sehen etwas sehr kurioses. Aus den Stängeln einer Lotusblume werden viele klare sehr dünne Fäden gezogen, von Hand sehr geschickt gerollt und gleich mit dem nächsten Faden verbunden. Dies ergibt ein sehr kratziges Garn. Aber da die Lotusblume ja ein Zeichen für Reinheit ist, wird daraus ein sehr teurer Stoff gewebt. Wenn nun jemand für viel Geld etwas Gutes tun möchte, lässt er daraus eine Mönchsrobe weben und schenkt sie dem Abt. Der Arme !!!! Das ist bestimmt nicht Lenor-schmuseweich-gespült !! Wir werden durch drei Etagen geführt , wo an riesigen Webstühlen per Hand und unter ohrenbetäubendem Lärm die allerschönsten Baumwoll- und Seidenstoffe gewebt werden. Die Weberinnen sind zwischen ganz jung und sehr alt, jede konzentriert sich auf ihre Arbeit, vor sich grosse Spulen mit Seidengarn in den allerschönsten schillernden Farben. Zwischen all den laut ratternden Webstühlen steht ein kleines Babybett. Das Baby schläft tief und fest, wie ein Engelchen. Hoffentlich wächst es nicht mit einem Gehörschaden auf.
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Romy
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Antwort #5 - 07.04.11 um 07:20:00
 
Weiter geht die Fahrt durch dieses hübsche Wasserdorf und gleich rein in eine Cheroot Manufaktur. Hier werden diese so typischen Zigarren von Hand hergestellt. Der Tabak, vermischt mit Tamarinde, Palmzucker, Honig und noch einigen anderen untypischen Bestandteilen, die ich aber schon wieder vergessen habe, wird in Deckblätter gerollt. Auch die Frauen rauchen das hier und ich nehme ein hübsches Holzkistchen voll mit. Zuhause provoziere ich mit diesem Geschenk allerorts Hustenanfälle, hervorquellende Augen und Gestank im Wohnzimmer...                   .
Wieder auf dem Boot. Im Hintergrund erheben sich die schwarzen Shan Berge gegen den blauen Himmel und ich denke, es wäre bestimmt wunderschön, könnte ich das alles mal aus der Vogelperspektive sehen. Aber jetzt wird erstmal zu mittag gegessen in einem der hübschen Häuser. Die Besitzer haben sich auf den Tourismus eingestellt und ein Resti eröffnet. Die Pause tut uns gut, obwohl das Essen nicht wirklich gut ist.
In der Phaung Daw U-Pagode gibt es fünf Buddhastatuen zu sehen. Allerdings finden wir die erst nach längerem suchen, denn sie sind total unkenntlich gemacht durch das viele Gold, das man auf sie geklebt hat. Nun sehen sie aus wie Doppel Bic Macs. Eben nur aus Gold.
In der Silberschmiede sehen wir, wie filigraner Schmuck entsteht und dann machen wir uns auf um zum Pagodenfeld von Indein zu gelangen. die Landschaft ist sehr schön, grün , die Berge rücken irgendwie näher, einzelne Boote begegnen uns und eine grosse Ruhe liegt über allem. Es geht durch viele Biegungen und hinter jeder bietet sich dem Auge ein anderes Bild. Eine junge Frau kniet auf einer kleinen Bambusplattform, den Longyi unter den Achseln, das lange Haar nass, sie wäscht sich. Baumkronen biegen sich dem Wasser entgegen, kleine Hütten verstecken sich im Dickicht, Wasser spritzt funkelnd im Sonnenlicht auf, wenn uns ein Boot entgegenkommt.
Bei Indein klettern wir wieder aus dem Boot. Es scheint ein Fest abgehalten zu werden, und es gibt Stände mit allerhand Zeugs, Fressbuden und organisierte Spiele für die Kinder . Gebratene Hühnerflügel und orangene Hühnerfüsse am Stiel ....uuuaahhhh, das erinnert mich an die armen Moped-Hühner. Und natürlich falle ich sozusagen mal wieder in einen offenen Laden mit Malereien..........ein wunderschönes Bild, eine Nachmittagsstimmung mit einer Pagode und Bäumen wandert in meine Tasche. Ist ja beileibe nicht das erste - und auch nicht das letzte !!!!!!! Mehrere Boote sind am Ufer vertäut und in trauter Zweisamkeit trocknen daneben gewaschene Hemden und T-Shirts. Mehrere junge Männer stehen im Longyi oder Unterhose (jetzt wissen wir auch, dass sie sehr wohl was drunter tragen !! ) im seichten Wasser und waschen sich und ihre Mopeds, die sie auch ins Wasser geschoben haben. Frauen stehen wieder auf kleinen Plattformen und schütten das braune Nass unter die Longyis, kleine Kinder springen nackig herum. Ein Mann rubbelt mit einem Stein die Hornhaut oder den Dreck von seinen Füssen. Pediküre á la Burmés ! Auf einem Steg sitzen zwei Frauen in der Hocke und waschen das Essgeschirr im Wasser, neben allen anderen..... Überall sieht man Menschen , die mit waschen beschäftigt sind.
Wir erreichen das Pagodenfeld von Indein, es ist ein verwunschener Ort. Hier wurde noch nichts restauriert, die Pagoden verfallen langsam und werden von Grünzeugs überwuchert. Es herrscht eine Stille, die nur vom zirpen der Insekten unterbrochen wird. Es gibt keine Pfade und ich suche mir meinen Weg von einem Bauwerk zum nächsten. Hübsch sieht es aus, so garnicht für Touristen vorbereitet - und das macht für mich den Reiz aus. Sträucher, Büsche, Aloe Vera Pflanzen und Blumen wachsen aus Htis, Kuppeln und Seitenwänden. Gesichter verrutschen von ihrem angestammten Platz und finden sich ohne Körper wieder. Steinerne Elefanten versuchen die Last der zerfallenen Mauern zutragen, aber die Zeit ist gegen sie. Bildhübsche , unglaublich filigran gearbeitete Apsaras - Tempeltänzerinnen - halten Wache neben einer verfallenen Tür. Indein ist verlassen, verzaubert, in sich verschoben und unglaublich schön mitten im Verfall. Die Steine zeigen alle Farben zwischen Rosa und Schwarz, einsame , nun schwarz gewordene Htis heben sich traurig gegen den Himmel ab. Trotzdem ist es hier sehr schön, dieser Ort hat etwas ungemein beruhigendes. Und ich bin froh, dass mir wieder Pagoden gefallen....... Einige Pagoden sehen aus wie eine alte Tante, die zuviel Sahnetorte gegessenn hat und der nun die Rocknähte platzen.
Ein Affengesicht liegt einsam und verlassen auf einer Treppe. Wir nähern uns bergauf über die unvermeidliche überdachte Treppe mit den Souvenirverkäufern einem Tempel, ich weiss nicht mehr wie er heisst. Es gibt einen Buddha zwischen ganz vielen Spiegelmosaiken und einen Buddhafussabdruck, eingerahmt von zwei Naga-Schlangen. Aussen auf der Terasse mit wunderbarer Weitsicht stehen ganz viele goldene Htis in Reihen wie Soldaten bei einer Parade.
Es ist Zeit wieder zum Boot zu laufen, na eher latschen, denn mittlerweile sind wir ganz schön müde. Eine Gruppe junger Mönche in rot-gelb-orangefarbenen Tüchern versucht einen grossen schwarzen Kahn flott zu kriegen. Ihre Gewänder haben sie sich hochgebunden, sodass sie nicht nass werden. Wir schweigen nun , schauen noch einmal den Enbeinruderern beim Netze auswerfen und rudern zu, der Himmel wird langsam fahl, die Shan Berge rücken wieder in weite Ferne. Als wir wieder in Nyaungshwe anlegen sind wir richtig geschafft. Am Hotel angekommen denke ich, meine trüben Augen täuschen mich.....aber, da stehen sie, die Zahnärzte !! Wir fallen uns alle in die Arme wie lang vermisste Freunde....hehehe. Da wir nun zusammen wohnen, gehen wir erstmal zum Abendessen , denn es gibt sicherlich viel zu erzählen.

Am nächsten Morgen frühstücken wir alle zusammen - Die Zahnärzte Juliane und Axel, ihre Schwester, Chanez, Loretta und ich. Die drei machen Heute die Bootstour auf dem Inle See und die beiden Mädels und ich wollen den Tag mit dem erkunden der näheren Umgebung verbringen. Zuerst schlendern wir durch viele Seitenstrassen im Dorf, bis wir uns dann in einer Teestube an einer Strassenkreuzung niederlassen. Wir bestellen Tee und bekommen drei Teller voll Gebäck und Teigtaschen dazu gereicht. Berechnet wird nur der Tee mit insgesamt ca 50 Cent !! Es fahren kleine Kinder auf Fahrrädern vorbei in dunkelgrünen Schuluniform-Longyis, behängt mit bunten Stofftaschen für die Bücher. An der Ecke stehen abenteuerlich aussehende Pferdewagen....wir quetschen uns zu dritt hinein und fahren zum Kloster Shwe Yan Bye. Dies liegt nur wenige Kilometer ausserhalb von Nyaungshwe.....zum Glück, denn es ruckelt ganz extrem auf dem holprigen Weg und der schmalen harten Holzbank                
Das Kloster ist ganz aus rotem Teakholz gebaut und wunderhübsch anzusehen. Ziemlich verschachtelt, mit Erkern, spitzen Giebeln welche mit Tortenspitzen-Schnitzereien verziert sind, vielen Ecken und Winkeln, steht es auf Teakholzstämmen. In den ovalen Fensteröffnungen erscheinen kleine Novizen und schauen zu uns hinunter. Sie haben Hefte in der Hand, müssen wohl noch die Hausaufgaben erledigen. Wir ziehen die Schuhe aus und steigen die Treppe hinauf, können einen Blick in den Schlafraum der Mönche werfen und sehen - nichts ! Es gibt keine Möbel auf dem Holzfussboden, nur Bastmatten, die zusammengerollt an der Wand liegen, Almosenschalen, Bücher, drei oder vier kleine Holzkisten mit Deckel und orange-rot-gelbe Stoffe, welche an der Wand hängen und im Sonnenlicht warm leuchten, als hätten sie ein Eigenleben.
Im grossen Raum in der ersten Etage empfängt uns die heimelige Atmosphäre eines Raumes aus Holz, Gold und Schnitzereien. Einige ältere Novizen sitzen zwischen den vergoldeten Holzsäulen um zu beten oder lernen, andere kabbeln im Spass herum und ziehen sich gegenseitig den roten Stoff über die Köpfe. Am Ende des Raumes sitzt ein ganz alter, runzeliger Mönch- der Abt? - auf einer kleinen Empore vor einer grün goldenen Wand. Ihm ist kalt und er hat einen orangenen Pulli unter der Robe an. Mit einem Teppich und geblümten Kissen an der Wand hat man es ihm recht gemütlich gemacht. Er blickt einmal über seine Schulter - und schon sitzen alle Novizen in einer Reihe auf dem Boden vor dem Buddha und konzentrieren sich auf ihre Bücher !!
Draussen auf der Strasse zieht ein Mann mit seinen Wasserbüffeln vorbei. Er hat sie an einer langen Leine, oben auf den Tieren sitzen seine kleinen Kinder. Es ist ein herrlich friedvolles Bild, wie der Mann langsam dahertrottet und diese niedlichen halben Poprtionen auf den grossen Büffeln sitzend, den Strick in der Hand, ganz als ob sie damit die Tiere kontrollieren würden. Die Macht sei mit ihnen....  Zwinkernd        .
Wieder im Dorf, schlendern wir weiter. Kurz vor dem Kanal liegt eine sehr hübsche, komplett verspiegelte Pagode, den Namen weiss ich nicht. Die kleineren Novizen lassen bunte Drachen steigen, rennen hin und her. An einem Seitenfenster sitzt ein Novize vor einer silberfarbenen Waschschüssel, auf dem Kopf wie einen eleganten Schal ein mintgrünes Handtuch drapiert. Im Hintergrund die goldene Wand mit den vielen Nieschen, in jeder ein kleiner rotgekleideter Buddha. Es wird ein besonders hübsches Foto, mit Erlaubniss, dem jungen Mann hat es auch gefallen, sein breites Lächeln sagt es mir. Auf die Wand des Klosters, in einer Ecke , steht mit Kreide geschrieben : We love children.    Smiley)          
Weiter tragen uns unsere Füsse durch die Nachmittagssonne , immer entlang des Kanals. Holzhütten in denen grosse Körbe mit Tomaten , Betelnüssen oder den dazugehörigen Blättern lagern schützen die Ware vor der Sonne. Die Frauen hocken auf den Hacken....ich schaff es nicht, auch nur 2 Sekunden so zu sitzen, und plaudern.
Die Landschaft wird weiter, in den Reisfeldern stehen wieder die schönen schwarzen Wasserbüffel mit Vögeln auf dem Rücken. Wofür brauchen diese so friedlichen Tiere solch grosse ausladende Hörner ?? Das grosse, völlig renovierte Nigyon Taungyon Kloster ist schon in Sicht, da sehen wir rechts eine Schule, ein einfacher rechteckiger Holzbau , natürlich auch auf Stelzen. Aus den Fenstern schauen neugierige kleine mit Thanaka verzierte Gesichter heraus. Besonders ein kleiner Kerl ist sowas von vorwitzig, lacht, macht Faxen und Fingerzeichen, sodass er die anderen Kinder auch ablenkt und die Fenster voll mit kleinen Gesichtern werden. Bis die Lehrerin erscheint......!!!!!
Das Kloster ist sehr weitläufig, ein riesiger sitzender Buddha inmitten weiss-goldener Stupas mit hunderten von Glöckchen an den Htis . Buddhas in vielen kleinen bunten Nischen und mythologische Figuren. Es ist schön,auch mal eine neue und saubere Pagode zu sehen . Der Weg zurück führt an einem Maleratelier vorbei. Wär ja auch ein Wunder gewesen, wenn wir Heute keins mehr gesehen hätten. Der Artist ist riesig, fast 2 Meter gross und hat einen grossen kahlen Kopf. Seine Bilder sind wirklich toll, aber auch teuer. Mir gefällt ein kleines, er geht mit dem Preis nicht runter, da komm ich auch mit all meinem Charme nicht weiter. Also ich sage, let´s start again, geh wieder vor das Haus - ist ja an der ganzen Front offen - , trete wieder ein, schaue mich um und staune über all die schönen Bilder, begrüsse den Maler....der schaut mich schon an, als hätte ich sie nicht alle. Mingalaba, was kostet denn DIESES Bild da????? Vierzig Dollar....ooochh, no, please, and the GOOD price?? Aber nix da, der geht noch nichteinmal einen Dollar runter. Dann kauf ich auch nicht. Der hält mich mittlerweile eh von einem Nat besessen.
Im Dorf finde ich dann doch noch was schönes und kleines...hehehe !Zu einem Superpreis ohne zu handeln. Jetzt brauche ich dringend einen Zitronensaft, Pause , schlürfen und die müden Füsse entspannen. Auf der Strasse ist´s wider interessant. Gegenüber steht ein burmesischer Cowboy, Schlappen, lila Longyi, lila gestreiftes Hemd und einen schwarzen Cowboyhut auf dem Kopf, steht er gaaanz lässig an sein extrem cooles schwarzes glänzendes Motorrad gelehnt . ER ist zweifellos der Platzhirsch und bekommt auch die gewünschte Beachtung. Zwei junge Frauen in shwarzer Tracht mit bunt gepunkteten Handtüchern als Turban auf dem Kopf gedreht, einige Mönche, weitere Handtuchträgerinnen, eine Oma mit dem Enkelkind auf dem Arm, andere Jungs, die sich mit einem Farrad begnügen müssen - alle schauen sie zu ihm hin.... , sogar der kleine weisse wuschelige zerrupfte Hund, bei dem schon die rosa Haut durchschimmert, schenkt ihm einen Blick.... bestimmt auch ein Kerl.
Am Hotel angekommen, verabreden wir uns mit Axel, Juliane und der Schwester zum Abendessen. Aber vorher steht noch ein Besuch bei einem Marionettenspieler an. Der Mann macht alle seine Puppen selber, eine lange Familientradition seit Generationen. Sein "Theater" hat nur Platz für neun Personen auf einer Holzbank und es ist voll. Die Tür wird verschlossen und die Vorstellung beginnt. Die Musik ist wirklich gut anzuhören, man erahnt den Puppenspieler hinter der Bühne,es nimmt uns alle gefangen. Nach einer halben Strunde kommt der kleine drahtige stets lächelnde Mann mit einer Marionette zu uns um zu zeigen, wie das geht. Und , es ist kaum zu glauben, er bewegt sich absolut genauso wie die Puppe, verschmolz förmlich mit ihr , sie sind wie Zwillinge...man sieht, welchen Spass ihm seine Arbeit macht und sein Lachen und die Fröhlichkeit sind ansteckend. Gutgelaunt laufen wir zum Resti und schlagen uns die Bäuche voll. Es wird viel erzählt und gelacht. Auf dem Nachhauseweg finden wir mitten auf der dunklen Strasse einnen sturzbesoffenen Mann mit seinem Rad liegen. Axel hilft ihm auf, setzt ihn aufs Rad....aber der fällt gleich wieder um. Das geht drei mal so, entweder kippt er um oder wendet sich in eine andere Richtung. Irgendwie schafft er es aber doch. Allerdings hat das den Axel auf die Idee gebracht, Caipirinha zu mixen. Er kauft eine Flasche Mandalay Rum, der übrigens vorzüglich schmeckt, und bei Kerzenschein im Patio trinken wir diesen leckeren Absacker.
Am nächsten Morgen geht mein Flug ziemlich früh und ich muss um 07.00 Uhr frühstücken. Ich bin echt gerührt, als ich alle im Patio antreffe, sogar die verschlafenen Mädels, um mich zu verabschieden.
Der Flug von Heho geht wie gehabt in Wohnzimmer Manier. Als ich in Yangon ankomme, regnet es........
Am Flughafen nehme ich ein Taxi zum Decent Hotel. Das Taxi sieht zumindest von aussen noch fast wie ein Auto aus, aber innen fehlt die Verkleidung, die Vordersitze sind seitlich mit dickem Draht an der Karosserie festgetackert, alle Sitze sind kaputt und voller tiefer Löcher, es ist saudreckig - und es stinkt !!! Mein erster Eindruck von Yangon ist nicht gerade positiv, viele Baustellen, viel Verkehr, alles irgendwie grau, Regen......
Das Hotel ist noch ziemlich neu, mein Zimmer hat ein Fenster nach hinten raus, AC, TV und Kühlschrank. Die vielen Flecken an den Wänden überseh ich mal. Die Klamotten kann man an einer Stange aufhängen.
Es ist schon Mittag und ich beschliesse, erstmal nach einem Internet zu suchen. Raus aus dem Hotel, ich bekomm auch einen ziemlich ramponierten Regenschirm geborgt, das ist ja lieb. Auf der Strasse ist gerade Markt und ich stelle fest, dass sich gerade hier die Fleischabteilung befindet....... Die Strasse hat Schlaglöcher und Krater wie der Mond und in diesen Löchern sammelt sich das Wasser mit Resten von ....ich will´s garnicht wissen. Es liegt und hängt alles mögliche tote Getier im Regen herum und es stinkt wie in einer Leichenhalle. Also - den Blick immer schön auf den Boden gerichtet und gaaanz flach atmen. Internet ist schnell gefunden, Mail an die Kinder geschickt.
Nun besorg ich mir noch was zu essen, den Rest des Tages werde ich im Bett mit TV sehen verbringen, bin irgendwie müde. Das macht ja Spass......ich habe die Auswahl zwischen GEO Tiersender und Aljazeera TV !!!! Super     Ich glaube, ich halte mich dann doch an mein Buch......
Morgen wird ein Höhepunkt werden, denn da besuche ich die Shwedagon Pagode !!!!!!
Aber nun erstmal - Gute Nacht, zur Vorsicht mit Ohrstöpseln !!


Die Sonne scheint.....was für eine Freude !! Dieselbe vergeht mir allerdings im Bad.....es gibt kein warmes Wasser. Das kühle Nass ist wirklich kalt....wenn es noch lauwarm wäre ! Also fix säubern, zittern und ab nach unten zum frühstücken. Dies wird an einigen Tischen neben der Rezeption eingenommen. Ich setze mich an einen Tisch, und – wusch drehen sich alle Köpfe zu mir herum. Bitte...?????? Hose ist zu, hab ich schon im Zimmer kontrolliert. Aber ich bin im Haus wohl ein Exot, die einzige Langnase, und im ganzen Viertel auch, aber das stelle ich erst später fest. Da im Hotel niemand auch nur ein Wort englisch spricht, versucht man, mir einen Teller gebratenen Reis hinzustellen. Meinem Gesicht nach zu urteilen, ist das nicht das,was ich haben möchte und der Reis kehrt in die „Küche“ zurück, Der nächste Versuch bringt Toast, Butter, Marmelade, ein kaltes Spiegelei und Kaffe....aus einem völlig verkrusteten Nescafé Glas, was ich weiss nicht wie alt schon ist. Egal, Hauptsache Kaffee, und ich darf mit meinem eigenen Löffel rein.....         
An der Rezeption möchte ich nun das kalte Wasser reklamieren. Hm......I don´t have warm water in the bathroom, gefolgt von der Zimmernummer....zwei hübsche Gesichter schauen mich sehr ratlos an. WATER sagt sie......ich nicke, sie will aus der Küche Wasser holen...!! No WARM water.....yes... no have!....yes..... Na gut, jetzt geht das schon wieder los. Ich halte eine Hand über meinem Kopf, mache mit den Fingern „Duschwasser“ , schlinge dann beide Arme um meinen Körper, mache bbbrrrrr und klapper mit den Zähnen..... Dann eindringlich NO WARM WATER mit Kopfschütteln. Nix verstehn, vielleicht denken sie, ich erzähle ihnen, dass es gestern geregnet hat ! Ein Mann wird gerufen, kommt aus dem Büro, kann einen halben englischen Satz verstehen. Ich erkläre es nochmal mit und ohne Pantomime, dann kapiert er´s. Wird erledigt ! Ich nehme es mal vorweg, der Haustechniker kommt am Abend, bringt einen neuen Duschkopf an und das Wasser bleibt kalt. So friere ich mich in jeden neuen Tag hinein.         
Aber jetzt geht es erstmal mit einem Taxi – Modell so wie gestern – ins Zentrum. Im Central Hotel will ich Geld wechseln, gebe Euros an der Rezeption ab, werde gebeten mich dorthinten hinzusetzen. Nach 5 Minuten kommt ein junger Mann und überreicht mir mit einer Verbeugung einen zusammengefalteten Hotelprospekt. Jou, da ist die Kohle drin.
Schräg gegenüber ist der Bogyoke Aung San Market, ein langgezogenes zweigeschossiges Gebäude. Zum Glück ist der nicht so eng und klaustrofobisch, so dass es ein entspanntes Bummeln wird. Drei schöne Longyis, ein kleiner Buddha, ein Chinte ( mythischer Löwe, der den Eingang zur Shwedagon Pagode bewacht ) und ein Stapel Malereien sind nun meins. Es gibt eine ganze Strasse nur mit Malern......da schlägt mein Herz gleich bis zum Hals....ich komm garnicht weit, denn schon am Anfang finde ich , was mir gefällt. Vorsichtshalber mach ich gleich kehrt, denn meine Bilderrolle wiegt nun schon sicherlich 3 Kilo !!
Gegenüber vom Markt finden sich viele volle , wuselige und kunterbunte Strassen. Ich lauf sie ab, soweit mich meine Füsse tragen. Und immer schön vorsichtig, denn auch hier bestehen die Gehwege vorwiegend aus Kratern. An einem Stand kaufe ich leckere Reisküchlein, da stellt sich ein kleiner Novize neben mich, mit seiner Bettelschale und schaut mich auffordernd an. Dem schmecken diese Kuchen sicherlich auch gut und er bekommt sie auch von mir spendiert. Natürlich geht er ohne mich auch nur noch eines Blickes zu würdigen. Danke, er hat mir die Gelegenheit gegeben, ein bissel gutes Karma auf mein Haupt zu häufen.
In einer Strasse mit einem Hindutempel finden sich natürlich viele Inder. Zwei Männer sitzen an ihren alten Nähmaschienen im Schneidersitz – hehehe, passt ja gut – auf hohen Hockern und warten auf Kundschaft. Derweil wird ein Cheroot geraucht. Ein Priester in knallgelb gekleidet geht in den Tempel, an den Hauswänden hängen kunterbunte indisch-burmesische Plakate.
Wieder auf der Hauptstrasse teilen sich hunderte Verkaufsstände den Gehweg mit den Generatoren. Das Viertel der Schildermacher ist leicht zu erkennen, denn es schildert wie verrückt. Die Handwerker sitzen auch auf dem Gehweg und basteln Schilder in allen Grössen ,Formen und Farben. Auf der linken Strassenseite gibt es Sonnenschirme, auf der rechten Regenschirme. Die Schirmemacher sind fleissig bei der Arbeit.
Ich laufe und laufe, weiss mal wieder garnicht, wo ich bin und versuche, mich anhand des Stadtplanes im Loose zu orientieren. Die Strassen werden nun breiter, es gibt viele schöne alte Kolonialgebäude in bunten Farben oder ganz elegant. Hochherrschaftlich residieren sie zwischen Palmen und hohen Zäunen, so manches Tor von Drachen bewacht. Dann steht die Sule Pagode vor mir und ich muss schmunzeln. Etwa alle zehn Meter kommt ein Kerl auf mich zu, mit einem Päckchen Geld in der Hand und fragt:  want change money??? No, chesube, so blöde bin ich nun auch wieder nicht, denn hier sind sie dafür bekannt, den Kunden zu bescheissen und, sich diverser Tricks bedienend, zuwenig Geld auszuzahlen.         
Nachdem ich noch eine Weile gelaufen bin und mich mal wieder verlaufen habe, nehme ich ein Taxi zum Hotel, stelle die Tüten ab und lasse mich zum SABAI Thai Restaurant bringen. Das ist eine supergute Idee !!! Ich bestelle gelben Curry und cremigen Coconutreis. Das schmeckt sosososo lecker....ahhhhh, hat das gutgetan.     War allerdings mit 8 € auch sososo teuer !! Zum Dessert gab es diese schwarzen Geleewürmer, die ich schon oft auf den Strassen Bangkoks gesehen habe. Na, die schmeckten so, wie alter Tabakqualm riecht.....glücklicherweise war das gratis
Wieder zum Hotel, Kamara geschultert und auf zu Fuss zur Shwedagon. Es ist nur ein Fussweg von 40 Minuten.
Schon der Eingang , der von zwei riesigen weiss-goldenen Chintes bewacht wird, ist sehr imposant. Es folgt ein reich verzierter langer Gang mit grün-goldenen Säulen, eine Rolltreppe hinauf bis zur Plattform, auf der die Shwedagon steht. Eintritt 5 USD bezahlen und ich trete hinaus ins gleissende Sonnenlicht. Wouw.......da steht sie vor mir.....eine riesengrosse goldene Stupa, mit einem 10 Meter hohen siebenfachen Hti (Schirm), besetzt mit mehr als tausend Diamanten und noch mehr Rubinen und Saphiren. Welche Pracht, es glänzt und schimmert, dass man kaum hinschauen kann.
Auf der 60.000 qm grossen Plattform aus weissem Marmor sind um die zentrale Stupa herum unzählige Heiligtümer und kleinere Pagoden zu finden. Das Areal vermittelt eine Gefühl von Weite und Geborgenheit. Der Boden unter meinen nackten Füssen ist warm und sanft. Viele Burmesen schlendern in ihren Longyis herum, Kinder spielen, so mancher ist müde und macht ein Nickerchen. Mönche und Nonnen sieht man an jeder Ecke, als Besucher und gleichsam als Touristen bewundern sie das allerheiligste Bauwerk ihres Landes. Mancher Mönch sitzt tief in Meditation versunken, stundenlang vor einem Buddha, das lebhafte Treiben um ihn herum prallt an ihm ab.
Es ist Samstag und alle , die an diesem Tag geboren sind, dürfen an der Zeremonie des fegens teilnehmen. Überwiegend junge Männer und Frauen, streng in zwei Gruppen getrennt, bekommen einen Reisigbesen in die Hand und nun wird in langen Reihen gefegt. Damit erwirbt man sich Verdienste.
Eine Steinfigur allerdings entdecke ich neben einem Tor.....sie ist ziemlich dick, hat einen Schnauzbart und trägt blau-weiss karierte Hosen....das sieht arg bayrisch aus, könnte das vielleicht eine Wiedergeburt von Franz Josef Strauss sein....???????                
Die allgegewärtige Pracht ist unbeschreiblich, und doch schüchtert sie nicht ein, sondern öffnet das Herz. Alle, absolut alle Menschen, die ich sah, hatten einen entspannten, glücklichen, ja verklärten Ausdruck im Gesicht. Einheimische sowie Besucher. Ich fühlte mich von einem glücklichen Frieden erfüllt – dieser Ort hat etwas magisches. Einfach nur auf einer Mauer zu sitzen und alles in mich aufzunehmen, war schon ein Glücksgefühl.
Obwohl ich nur ein Besucher bin und auch kein Buddhist, so habe ich doch das Gefühl, mit allen anderen gemeinsam hier zu sein. Dieser Ort erzeugt ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl, die Schwedagon ist einzigartig, alle sind eins. Sowas habe ich in noch keiner anderen Pagode erlebt.
Ein traumhafter Ort.
Die Burmesen hingegen waren richtiggehend beseelt, man sah es in den Augen. Ganze Gruppen von Menschen knieen auf dem freien Platz vor der Stupa , falten die Hände zum ehrwürdigen Gruß und beten. Junge Mütter mit dem Baby auf der Hüfte, alte Omis, begleitet von einer Enkelin, Freundinnen im gesetzten Alter, dazwischen schläft mal wieder Einer, ein Anderer liegt auf dem Rücken und liest ein Buch, immer wieder wird gefegt und gesäubert. So unglaublich viele Buddhas, alle anders und unterschiedlich gekleidet. Wunderschöne Schnitzereien, Spiegelmosaike, bunt angemalte Figuren, Nagas und Nats, jedes für sich ein Kunstwerk. Viele mythologische Figuren, Löwen, Drachen und hunderte Htis – so filigran und zerbrechlich. Über allem strahlt ein Bilderbuchhimmel mit einzelnen strahlendweissen Wölkchen.
In einem offenen Tempel sitzt eine Gruppe älterer Frauen und singt , es hört sich wunderschön an. Ich kann mich garnicht sattsehen, schlendere mehrmals um die Plattform herum und entdecke immer wieder Neues. Familien setzen sich hin, wo es ihnen gerade gefällt, auf den Boden, die Kinder sind so süss. Ich setze mich dazu und frage nach einem Foto. Begeisterte Zustimmung und die Kids setzen sich sogleich in Pose.
Ich kann einfach nicht aufhören zu fotografieren und später zuhause kann ich mich an den Fotos einfach nicht sattsehen.
Dann ging die Sonne unter die blaue Stunde kam, zwischen hell und dunkel, wenn der Himmel kobaltblau wird und das Gold dunkel strahlt. Überall gingen kleine und grosse Lampen an, um die gesamte Stupa herum wurden kleine Kerzen in Viererreihen entzündet. Es müssen viele tausend gewesen sein. Nun glaubte ich mich vollends in einem buddhistischen Märchenland .
Noch mehr Burmesen kommen und staunen genau wie ich. Der Boden ist nun fast belegt von Familien, Lotusblumen werden abgelegt. Das Gold funkelt nun anders, geheimnissvoller als am Tag. Bunte Nischen erstrahlen im Licht und es ist sehr heimelig. Kein Ort bisher hat mich je sosehr berührt und ich bin dankbar, dass ich es erleben durfte. Die Shwedagon Pagode war mein absoluter Höhepunkt meiner Burmareise.
Erst als es vollends dunkel ist und der Kontrast zwischen Nacht und gold gross geworden ist, entschliesse ich mich, zu gehen. Fast 4 Stunden war ich nun hier und habe jede Minute genossen.
Natürlich erwische ich nicht den richtigen Auagang, wie denn auch ! Ein Taxi bringt mich durch den engen Verkehr zum Hotel. Schnell meine Mail schreiben und im Viertel einen Supermarkt suchen....gibt es nicht. Ich werde regelrecht von der Nachbarschaft bestaunt und wenn ich mit einem freundlichen Mingalaba grüsse, lächeln sie. Mein Abendessen besteht dann aus Milchbrötchen und Bier.......

Nächster Morgen, kalte Duche und der Versuch den sich ausbreitenden Schimmel im Bad zu ignorieren.    Wieder Frühstück mit Staunfaktor....das Ei ist auch heute kalt und die verklebte Kaffedose steht schon für mich in der Durchreiche zur kleinen Küche .         
Mein Weg führt mich nun zum Kandawgyi See. Natürlich bin ich kurz davor, mich zu verlaufen, aber nach nur 50 Minuten schaff ich es doch noch. Der recht grosse See hat an einer Seite einen breiten Weg aus Holz, sodass man wunderbar am See entlang spazieren kann. Es ist sehr friedlich und am Ufer unter den Bäumen sieht man vereinzelt junge Päärchen verschämt schmusen . Wunderschöne Seerosen, ein kleiner bunter Tempel, eine bunte Entenschar und ein kleines Reptilartiges grau-braunes Tier finde ich entlang des Weges. Gross und prachtvoll schwimmt der Karaweik Palast in Form von zwei riesigen schwimmenden goldenen Fabelwesen.
Gerade habe ich den Park umrundet, da fängt es wieder an zu regnen. Schnell rein ins Taxi und zum Hotel.
Da das Wetter ja schon wieder blöd wird, laufe ich schnell durch die Verwesungsgasse – die roten Fleischfetzen und Gedärme hängen wieder im Nieselregen, alte Schlappen liegen in den stinkenden Pfützen und Strassenhunde kauen auf was rum... ich will´s nicht wissen ! Wieder ganz flach atmen, ich will das garnicht im Detail sehen , sonst krieg ich die Bilder nicht mehr aus dem Kopf.         
Ich will jetzt verflixt nochmal einen Supermarkt finden. Geht auch und ich kaufe mir wieder was fürs Abendessen ein : Milchbrötchen, 4 frittierte Teigtaschen mit was drin, 4 Bananen, Kekse, Erdnüsse , ein Bier und eine Sprite !! Das wird ja ein rechtes Gelage werden …......         
Mittagessen gibt’s in einer burmesischen Sandwichbar. Das Sandwich war nicht allzu gut, war ja irgendwie auch zu erwarten.
Es regnet und hört nicht mehr auf. Yangon versinkt im Regen. Die ganze Nacht über höre ich es auf das Blechdach neben meinem Fenster prasseln und auch der arme Hund, der mich nachts immer mit seinem herzzerreissenden Jaulen begleitet hat, hört diese Nacht garnicht auf......der arme Kerl.
Morgens, eine letzte kalte Dusche und ein letztes Frühstück mit kaltem Spiegelei, dann bringt mich ein Schrottaxi zum Airport.
Bangkok, ich komme !!!!!! Adios Myanmar !         
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Romy
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Antwort #6 - 07.04.11 um 07:20:41
 
Bangkok
Sawadeeee khaaaaaaaaaa
Ich bin wieder in Bangkok, meiner Lieblingsstadt. Ich fühl mich wohl – yes Sir !       
Im Sleep Withinn sogleich meine grosse Reisetasche aus der Kammer holen und damit ist mein Zimmer erstmal komplett voll. Grosse Tasche, mittlere Tasche, Handgepäck, Bilderrolle, Handtasche, Fototasche.........hier sieht es aus wie auf einem Flohmarkt.
Aber es wird alles irgendwie verstaut, die Dreckwäsche in eine Tüte gestopft und zur Laundry, einer Wäscherei in einer Seitenstrasse gebracht, wo es so aussieht, als ob man seine eigenen Sachen nienie mehr zurückbekommt. Erstmal was gutes essen, leckeren Saft trinken...ahhhhh, tut das GUT !! Und dann – MASSAGE MADAM......... Hab ich jetzt supernötig. Die kundigen Hände im Pai Spa finden alle Verspannungen und ich lass mich völlig fallen in dieses Wohlbefinden.
Was ist das für eine Freude, ins Internet zu gehen un das funktioniert alles ruckizucki !!!       
Mein Körper verlangt nach Pad Thai und Klebereis mit Mango – soll er auch bekommen. Ein kleiner Spaziergang durch das Viertel um die Rambuttri Road, eine Coconut zum trinken, frisches Obst......noch ein Buch im Laden gekauft und mit einem Bierchen aufs Zimmer. Muss mich erstmal so richtig ausschlafen.
Mann, das war eine wirklich erholsame Nacht. Frühstück im Tuptim Cafe. Am Nebentisch sitzt ein alter Mann, gross, kräftige Statur, mit einem weiss-gelben Bart. Nach ca 30 Sekunden fragt er mich, woher ich sei. Aus D-Land - und Sie ? Er sagt etwas und ich verstehe nur, ich komme aus....pumpum-land. Hmmm, der sieht aus wie der Almöhi, der kommt bestimmt aus einem Kanton in der Schweiz. Ich frag aber nochmal nach, woher ? Ich komme aus dem Holy Land...........ahhhhh, aus Israel. Jou, jetzt kann ich auch den Bart besser einordnen. Moses !! Er ist 75 Jahre alt und erzählt mir bei Kaffee und Ei sein halbes Leben. Er war mit einer jemenitischen Beduinin verheiratet und hat auch mehrere Jahre bei den Beduinen gelebt, erzählt von deren sagenhaften Fähigkeiten im Spurenlesen. Sie können genau sagen, wer oder was dort langgelaufen ist, Geschlecht, alt oder jung, klein oder gross oder was auch immer. Sie gehen nicht zum Arzt, denn dieser ist ja auch nur ein Mensch und somit sterblich – was kann so einer ihnen schon helfen ???? Umwerfende Logik. Sie vertrauen auf Gott – oder wer auch immer für sie dort oben sitzt – und die Kräuter und Gräser die er ihnen gibt. Er hat sich dann später von seiner Frau scheiden lassen weil sie ein “ganz primitivisches Gedenk “ hatte. Er spricht so ein lustiges Jiddisch-Deutsch, hat in den sechzigern mal für zwei Jahre in Kassel gelebt und spricht diese Sprache immer noch fliessend. Respekt !
Ich bleib noch ein Weilchen bei meinem Kaffee sitzen und mach mir so Gedanken über die Menschen die ich sehe.
Da kommt die etwa fünfzigjährige sehr korpulente Frau mit Dauerwelle und verhärmten Gesicht, Französin, latscht wie eine Ente, gekleidet in ein absolut durchsichtiges Strandhemd, welches ihr gerade bis über den fetten Hintern reicht. Jedes Detail ist zu sehen, von der grossen Unterhose bis zur Bauchrolle. Ich schäme mich fremd und kann den Blick garnicht abwenden....wie kann man nur SO in Bangkok City rumlaufen ???       
Dann sind da die Backpacker mit einem Schrankgrossen Rucksack auf dem Rücken, einen normalgrossen vor der Brust hängend. Sie laufen nach vorne gebeugt, damit ihr Schrankrucksack sie nicht nach hinten auf die Strasse knockoutet. Meistens tragen sie Schlabber-Pump-oder sonstige Windelhosen, Sportschuhe barfuss (das riecht gut, wenn man die abends auszieht...) und haben grösstenteils ungepflegte Haare. Es ist eine seltsame uniformiertheit, doch gerade das, was sie nicht sein möchten. Die Armen sehen oft irgendwie gehetzt aus. Ich frage mich – warum nehmen die keine Reisetasche mit Rollen, das ist so viel bequemer ,und so viel wie in einen Schranksack geht da auch rein. Schliesslich habe ich so eine ! Aber vielleicht ist eine Reisetasche ein zu grosses Zugeständniss ans Establishment und man macht das erst so ab fünfunddreissig. Wie auch immer, ich könnte so nicht reisen, aber ich gehöre auch schon zu einer Generation, die ihren Rücken schon kaputt hat, wogegen diese gerade dabei ist, sich den ihren kaputt zu machen.       
Familien mit kleinen Kindern sehe ich viele, junge Eltern mit zwei bis drei Kindern, oft nur im Babyalter oder zwei bis drei Jahre alt. Sie sind die Ruhe in Person und wahrscheinlich muss man dafür ein bestimmter Typ Eltern sein um keine Bange zu haben , unterwegs so fern der Heimat mit den Kleinen.
Der Typ älterer Reisender – und ich meine alt - die sehr leger gekleidet sind, alles sehr locker nehmen. Man sieht ihnen an, dass sie schon viel von der Welt gesehen haben und kaum etwas kann sie aus der Ruhe bringen. Dieser Eindruck bestätigt sich immer wieder im Gespräch. Durchweg angenehme Zeitgenossen, interessant, haben viel erlebt und eine gesunde Einstellung zur Welt und dem Zirkus darauf.
Jetzt muss ich mich aber auf den Weg machen, ich will noch schnell eine Radtour bei Spiceroads reservieren. Es wird die Tour Bangkok Jungle, da freu ich mich drauf.
Mit der Ferry geht es zum Pier bei Chinatown. Dort wird ausgiebig gebummelt und noch eine Armbanduhr für meine Tochter gekauft.
Auf dem Rückweg schau ich mal bei Beautiful Optical rein, denn ich brauche eine neue Lesebrille. Eine schicke mit rotem Gestell ist auch schnell gefunden und eine neue Sonnenbrille auch. Über den Preis kann ich nicht klagen. Morgen kann ich beide abholen.
Meine Wäsche ist auch fertig. Ich steh in der zur Strasse offenen Wäscherei und warte auf die Klamotten. Die Frau holt sie, legt sie auf den Boden und ich glaub, ich seh nicht richtig......da laufen fünf oder sechs richtig grosse Cucarachas aus den Shirts und Hosen...uuuaaaaaaaahhhhh               ....... ich hab Angst vor denen !!!!!!!!! Die Unterwäsche steckt schon in einer Plastiktüte und ich laufe mit ausgestreckten Armen, die Tüten an den Händen, zurück zum Hotel. Vielleicht krabbelt ja noch so ein Monster aus den Unterhosen und dann auf meine Hand....??????? Im Hotel direkt zum Pool auf dem Dach, alle Tüten auf die Sonnenliege ausschütten. Wär da noch was drin gewesen.....wäre wohl alles in den Pool geflogen. Aber meine Wäsche ist nun Schabenfrei. Jetzt muss ich nur noch die Bilder aus dem Kopf bekommen, wie die es sich vorher auf den Klamotten haben gutgehen lassen und in der Unterwäsche gekuschelt haben. Die legen doch wohl keine Eier in frisch gewaschene Wäsche......o d e r ?????        Ich habe schon viele unangenehme Erfahrungen mit den Viechern.
Ich brauch nun dringendst ein kühles Bierchen und der Abend wird wieder gemütlich.

Am nächsten Morgen mach ich mich gleich auf den Weg in die Sukhumvit Road, will da ein wenig rumbummeln. Soviel habe ich im Forum darüber gelesen....aber ich finde, so anders als die Silom Road ist die nun auch nicht, nur länger. Wie es dort nachts aussieht, habe ich nicht ausprobiert, aber ich glaube, für mich wäre das dann auch nicht das richtige Pflaster. Ist dann wohl eher ne Männergegend.
Also ich laufe über 2 Stunden rauf und runter, in Sois rein und raus. Mein Eindruck ist – nicht mein Ding, ich wohne doch lieber nah am Fluss.
Um 13.00 Uhr ist der Treffpunkt für die Radtour am Face Restuarant. Ich bin viel zu früh dort und treffe auf den Manager. Ich habe Glück, er führt mich überall herum und wir unterhalten uns. Dies ist ein zauberhafter Komplex aus Spa , Bar und drei verschiedenen Restis. Er ist Kanadier und mit einer Indonesierin verheiratet, sie haben zwei Kinder. Lebt seit zwanzig Jahren in Indonesien und Thailand und spricht auch beide Sprachen. Also, ich glaube, der hatte grosse Langeweile, dass er mir alles zeigte und erzählte. Ich fand´s schön. Man plant, etwas ähnliches wie das FACE in Spanien zu eröffen. Leider in Madrid oder Barcelona, das ist dann zu weit weg für mich.
Um Punkt eins holt mich dasAuto ab. Wir sind nur vier und der Guide Num.
Der Rest der Grppe besteht aus einer autralischen Familie, Oma, Tochter und Enkelsohn. Ich hatte ja schon Autralier kennengelernt, die sind sehr lustig, ein wenig derb und haben bestimmt nicht die Bescheidenheit und Zurückhaltung erfunden. Ich hatte viel Spass mit ihnen.
Es geht zu einem Frachthafen am Stadtrand von Bangkok, riesige Containerschiffe werden hier von Monsterkränen beladen. Auf der anderen Flusseite das Kontrastprogramm, dichtes dunkles Grün , geheimnissvoll. Dieser Bereich heisst Bang Kra Jao und man erreicht ihn nur per Boot, eine Brücke gibt es nicht. Wir werden mit passenden bikes und Helmen ausgestattet. Ich setze meinen natürlich verkehrtherum auf, aber das fällt mir erst am Ende der Tour auf. Die Räder werden auf ein schmales Boot verladen und ab geht’s. Es ist erstaunlich, dass diese Gegend noch nicht touristisch geplündert wurde, ich stehe am anderen Ufer, sehe zwar die grosse Stadt in garnicht so weiter Entfernung – aber irgendwie ist sie doch ganz weit weg. Und als wir uns erst auf den Weg machen und um zwei Ecken biegen, ist sie vollends verschwunden und wir radeln vergnügt auf einem anderen Planeten. Es gibt kleine Gemeinden, einzelne Tempel, einen Markt der nur am Wochenende auf hat und so gut wie keinen Verkehr !! Nach einigen Minuten tauchen wir ein in einen tropischen Wald, fahren auf schmalen Betonpfaden übers Wasser und die Blätter der Bäume und grossen Stauden berühren fast unsere Köpfe. Ich bin total begeistert, denn ich bin in einem anderen Universum gelandet. DAS hatte ich nicht erwartet.
Num ist sehr lieb und besorgt uns an den Ständen am Strassenrand ständig was zu essen und zu trinken , wie zum Beispiel in Bananenblättern eingepackter Kokospudding oder Klebereis mit Banane und süssen schwarzen Bohnen ebenfalls in Bananenblättern, auch Kekse und Gebäck. Die Aussis sind gut drauf, vor allem die Oma. Sie trägt ganz kurze Shorts und ein grünes Shirt mit Puffärmelchen. Die Haut an den Armen ist schon so faltig, dass sie sich in quadratische Falten gelegt hat, die Haare rot gefärbt. Zum Glück ist sie genauso unfit auf dem Rad wie ich, so brauche ich keinen Komplex zu entwickeln.
Unterwegs treffen wir auf eine Gruppe Pfadfinderjungs- und Mädchen. Oma will ein Foto mit ihnen, setzt sich zwischen sie und umarmt die Kinder.......Man sieht auf meinem Foto ( gemein.....   ) genau, wie sich die armen Mädchen abwenden und ihre Hand wegschieben. Die im Hintergrund lachen schallend. Ich glaube, ein wenig mehr Feingefühl wäre angebracht. Dabei meint sie es absolut nicht böse.
Bei einer Familie die Tigerbalm und andere gesunde Sachen herstellt, kehren wir ein. Sie sind sehr nett und machen uns eine kleine Nackenmassage. Zum Dank wird auch eingekauft, claro !
Auf einem Platz wird Petanca gespielt – hier heisst es Peteng - und Num erzählt, dass vor kurzem die Weltmeisterschaft ausgetragen wurde und dass Thailand Frankreich besiegt hat . Ich stell mir die langen Gesichter der Franzosen vor, als sie von Asiaten in ihrem „Nationalspass“ besiegt wurden, und lache laut. Herrlich........
Es geht weiter zu einem alten Tempel und Num hat auch hier viel Interessantes zu erzählen. Die Fahrt durch die üppige Vegetation und die Stille, die eigentlich nur von unserem Lachen und dem Vogelgezwitscher unterbrochen wird, geht viel zu schnell vorbei. Nach etwas mehr als drei Stunden Fahrt und 25 Km sind wir wieder am Fluss und schauen auf den grossen Hafen. Auf der anderen Seite sehe ich ein riesiges Bild vom König an einem Hochhaus, es ist an die 15 Etagen hoch. Noch lächelt er auf seine Stadt herab.........
Num lässt mich am Fluss beim Taxin Pier aussteigen und ich nehm die Fähre. Die Sonne geht fast unter und ich schiesse einige stimmungsvolle Bilder von Spiegelungen in verglasten Hochhäusern und der untergehnden Sonne hinter dem Wat Arun.
Ein leckeres Red Curry und ein kühles Singha Bier auf der Terasse des Navalai wo die hübsch beleuchteten Boote wieder vor meinen Augen vorbeiziehen , danach einen Banana Pancake und eine frischen Saft um alles abzurunden – dann bin ich müde.
Nachdem ich ausgeschlafen habe....achhhh tut das sooo gut , lecker frühstücken und meine Brillen abholen. Die Lesebrille ist super geworden, jetzt kann ich endlich wieder entspannt lesen denn meine Augen hatten sich schon verschlechtert.
Mit dem Boot den Fluss runter und ein bissel in der Silom Road bummeln. Im Triple Two bestelle ich mir ein Club Sandwich, weil es hier das beste gibt mit leckeren Pommes Frittes. Muss ja auch mal sein. Schon gleich mit der ersten Kartoffel landet das Ketchup auf dem blütenweissen Bermudas. Super, Romy ! Wie gut, dass ich immer Feuchttücher dabei habe, so sieht es nicht aus als würde ich gerade menstruieren.......       
Um 14.00 treffe ich mich mit Anna ( so nenne ich sie mal ), einer Schweizerin die über ihre Website gesunde Pflanzenkapseln verkauft. Die soll ich jemandem mitbringen. Anna und ich kommen ins Gespräch , da ist gleich eine Sympathie vorhanden. Sie ist 69 Jahre alt und wohnt seit 50 Jahren in Bangkok !!!!
Der Nachmittag vergeht in süssem Nichtstun , denn ich besuche zum allerersten Mal den Lumpini Park, kaum zu glauben ! Es ist so friedlich hier und zugleich kurios, denn der Park ist sozusagen eingerahmt von originellen Hochhäusern, da kommt man sich fast vor wie in einer Schneekugel drin. Und ich habe elf Warane gesehen, der grösste davon war ca 160/170 cm lang , sehr beeindruckend. Sie liegen dort einfach so auf dem Rasen herum oder schwimmen eine Runde, unglaublich, denn nicht weit davon sonnen sich die gestressten Bangkoker auch auf dem Rasen.
Der Park hat mir sehr gut gefallen und ich bin sicherlich nicht zum letzten Mal hier.

Für den folgenden Tag hab ich volles Programm : CHATUCHAK !!!!!! Mädels, ihr wisst, was ich meine !!!! Aber ich habe mir vorgenommen, einmal im Narai Hotel zufrühstücken, denn dort gibt es das beste Tagesanfangsessen. Also mit Boot, Skytrain und zu Fuss eine Stunde lang zum Narai (ich weiss, total plemplem, aber was will man machen?) ,und Frühstückscoupon kaufen,kostet 250 THB. Ich staune, denn die gesamte Frühstücksetage ist komplett renoviert in schwarz, silber und viel Glas...wouwww, sehr edel. Ich freu mich schon wie Bolle auf den leckern Blümchenkaffe, den es hier immer gab. Ich liebe Blümchenkaffe. Da haben die doch tatsächlich eine teure italienische Esspressomaschine mit allem Pipapo angeschafft und aus den Düsen kommt nun ein für mich tötlicher schwarzer Kaffee.....da muss ich ran an den Milchaufschäumer und die Brühe strecken. Hier gibt es thai, chinesisches,  und europäisches Frühstück mit allem drum und dran. Ich Mund mich durch so viele Leckereien, wie  ich kann, 40 Minuten lang !! Später werd ich´s noch bereuen.
Mit der Kühlschrankbahn zum Markt, wo man beim Aussteigen gleich wieder einen Hitzschlag bekommt und rein ins Gewühl. Ich hatte eine Einkaufsliste dabei, denn sonst hab ich wieder die Taschen voll und für niemanden das richtige Mitbringsel. Also die Liste abarbeiten, laufen laufen laufen, finde auch die kleinen getrockneten Gambas und nehm gleich zwei Kilo !
Nach vier Stunden hab ich das Gefühl, gleich in Achselschweiss, Fussschweiss, Muskelschmerzen, Erschöpfung und Selbstmitleid zu zerfliessen. Dann erreiche ich den Fressbereich – und nun tut es mir leid, so sehr im Narai zugeschlagen zu haben. Es gibt die allerleckersten Sachen – aber ich kann einfach nichts essen....SO EIN MIST, MENSCH !!!       
Es ist schon Nachmittag und ich nehme mit meinen vollen Taschen ein Taxi zum Hotel. Erst abends kann ich wieder einen Reis in der Rambuttri Road in mich reinbekommen.
Meine Zeit neigt sich dem Ende zu und nie verlasse ich diese Stadt, ohne einen Coctail in der Vertigo Bar im Babyan Tree Hotel zu trinken. Da es aber alleine ziemlich öde ist, rufe ich Anna an und frage, ob sie mich begleitet. Tut sie. Wir treffen uns in der Lobby und fahren nach oben in die 64 Etage, wo der Ausblick wie immer atemberaubend ist.
Beim Drink kann ich nicht mehr an mich halten, denn ich bin natürlich wahnsinnig neugierig, mehr über Annas Leben zu erfahren, und sie erzählt auch bereitwillig . Vor 50 Jahren, mit 19 hat sie ihren Bachelor in London gemacht und lernte dort ihren Mann, einen Thai kennen. Sie haben geheiratet und sie beschloss, mit ihm nach Siam zu gehen, denn so hiess das Land damals noch. Ihre Mutter in der Schweiz bekam fast einen Herzinfarkt, denn sie wusste noch nichteinmal, wo dieses Siam denn lag. Natürlich habe ich gefragt, wie den Bangkok damals ausgesehn hat. Kein Hochhaus, nur Teakholzhäuser durch die der Wind streifen konnte, gaaaanz viele Kanäle auf welchen sich das gesamte Leben abspielte, ein paar schöne Kolonialbauten, einige wenige Autos und Pferdekutschen und ganz viele Rickschahs. Die Frauen trugen alle Sarongs ( oder wie nannte man die damals in Thailand?) und lange Haare. Die Paläste und Wats stachen noch aus der Stadt hervor, man musste sie nicht suchen wie Heute. In diesem Königreich Siam war die Königin Sirikit noch eine junge strahlende Schönheit und auch der König war noch jung und frisch. Hört sich an wie ein Märchen, gell ?? Anna hatte ein Talent für die Sprache und hat innerhalb von nur zwei Jahren fliessend und mit allen Tonhöhen sprechen , lesen und schreiben gelernt. Für eine junge Frau aus der behüteten Schweiz war das wohl anfangs ein fremder Planet.
Dann hat eine grosse – deutsche? - Stromgesellschaft die ersten Stromkabel in Thailand verlegt und weite Teile des Landes mit Strom versorgt, und sie bekam den Job der Chefsekretärin, der Sprache wegen. Acht Jahre war das ihre Arbeit, dann brauchte man sie nicht mehr. Anna dachte so bei sich....hier gibt es kein gutes Brot, ich back mal selber welches und sie eröffnete eine eigene Bäckerei. Zu Anfang buck sie noch selber, aber dann lief es so gut dass sie 34 Angestellte hatte und am Tag 1.000 Kilo Mehl verbrauchte. Allerdings wurde sie oft betrogen und ihr Tag hatte öfter als ihr lieb war 20 Stunden. Kurz vor einem kompletten Burnout , nach 12 Jahren, hat sie den Betrieb aufgegeben. Später hat sie 15 Jahre lang in einer gehobenen Hotelkette einen guten Job gehabt. Zwischendurch bekam sie noch zwei Töchter und ist mittlerweile seit drei Jahren geschieden, was, wie sie sagt sehr schwierig und schmerzhaft war. Nun hat sie sogar einen thailändischen Pass.
Unglaublich, wieviel man in so kurzer Zeit über ein Menschenleben erfahren kann.
Dann war ich sehr erstaunt. Ich fragte nach dem Befinden des Königs, der ja nun schon seit über einem Jahr im Krankenhaus ist. Anna erzählte mir Dinge über die Königsfamilie und die politische Situation, die mir einen Schauer über den Rücken jagten, und zwar ins Ohr, obwohl wir bei Musik auf einer Dachterasse sassen und sich niemand um uns scherte. Aber sie meinte, man weiss nie, wo es Ohren gibt die hören und über bestimmte Dinge redet man einfach nicht und schon garnicht zu einem Farang.    Es gab mir verdammt viel zu denken.

Mein letzter Tag in Thailand ist angebrochen und ich werd schon wieder wehmütig......wie immer.               
Nachdem meinem Schwiegersohn in Spe gerade erst eingefallen ist, was ich ihm schönes mitbringen kann, muss ich mich nochmal auf den Weg zum MBK Shopping Center machen. Dort gibt es einen japanischen Nudelsuppenladen und da muss ich unbedingt rein. Also Ramen mit Currysuppe bestellen. Was wohl Ramen sind...???? Jou, das sind leckere Nudeln ! Schmeckt alles super , auch der Nachtisch der aussieht wie ein kleiner grüner Gummiball – ist wohl Bohnenpastengelee...oder so. Auf dem Weg zum Train seh ich, das Bangkok Cultural Center ist geöffnet, letztens hatte ich Pech und es war zu. Also nix wie rein. Tja......das war mal wieder ein Glücksfall. Hier gibt es einen Shop, da verarbeitet eine junge Frau Reissäcke zu Taschen in allen Grössen, Formen und Farben....soooooooooooooooooooooo schön. Eine grosse Tasche aus pinkem Reissack mit nem grossen Buddha auf ner Lotusblume, eine kleinere blaue auch mit Blumen, und anders unbedingt benötigte Reissackgedöne verbringt nun seinen Lebensabend in meiner Familie. Und auch noch sooo preiswert !! Sowas hatte ich zuletzt in Siam Reap gesehen und natürlich gekauft und immer wieder gesucht.
Eine letzte Fahrt mit dem Boot den Fluss entlang, ein letzter Sonnenuntergang, ein letztes leckeres Essen, ein letztes Singha Bier, ein letzter Bummel durch die Rambuttri Road, eine letzte Massage..... LETZTER........Scheisswort.
Ja, es ist wieder vorbei und ich muss sehen, wie ich diesen Gemischtwarenladen in meine Reisetasche bekomme ohne die zulässigen 30 Kilo zu überschreiten. Meine Handtasche wandert in die Reistasche, diese in die grosse Reistasche, darin wird alles verstaut, was schwer ist, die schwere Bilderrolle hängt neben der „Handtasche“ und der Fototasche an meiner Schulter....autsch !!
Aber das muss morgen irgendwie gehen.
Ein Minibus, der völlig mit Reisenden UND dem Gepäck im Innenraum überladen ist, bringt mich zum Flughafen.
Die Zeit ist knapp und ich kann mir nochnicht mal einen letzten Klebereis mit Mango kaufen....
Der Flug ist lang und mein Gesicht auch.
Jetzt bin ich wieder hier und schon seit fast zwei Monaten......aber wenn ich könnte, würde ich gleich wieder nach Bangkok fliegen.
Aber, nicht verzagen, denn …..nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub ! Auch wenn die Zeit immer sehr lang scheint und der Blues mich immer mal wieder überfällt.....Ich studiere schon mal die Flugpreise.               
Tschüss, Sawadee Kha und Tatá........ bis zum nächsten Mal                     

So, das war´s. Ich hoffe, ihr hattet soviel Spass beim lesen wie ich während der Reise.

Liebe Grüsse
Romy
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Romy
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Antwort #7 - 07.04.11 um 07:25:28
 
Tja so ist das, wenn man Alzheimer Tür und Tor öffnet.... Durchgedreht Augenrollen

Ihr wollt sicherlich auch Fotos sehen, gell??!!
Also hier ist der Link zu meiner Pisasa Seite : 

http://picasaweb.google.es/Beaglehund2

Ich kann leider sehr schlecht aussortieren, deshalb sind es bei mir immer viele........

Liebe Grüsse
Romy
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Andreas
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Antwort #8 - 07.04.11 um 07:31:53
 
Hallo Romy, ich habe die einzelnen Teile in einem Thread zusammengeführt.
Gruss Andreas
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Romy
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Antwort #9 - 07.04.11 um 15:21:15
 
Vielen Dank Andreas, ich wusste nicht, wie ich das hätte machen können. So ist es viel übersichtlicher.
Liebe Grüsse
Romy
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ulli
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Beiträge: 197
Antwort #10 - 10.04.11 um 20:06:49
 
Hallo Romy,
vielen Dank für diesen sehr ausführlichen Reisebericht. Ich habe ihn in mehreren Etappen gelesen und finde ihn -um Deine Worte zu gebrauchen-
herzallerliebst. Nach 5mal Myanmar geht es dieses Jahr nach Thailand und Laos und da Du Dich in Bangkok gut auszuscheinen kennst werde ich
irgendwann versuchen mit Dir per PN Kontakt aufzunehmen.
Dein Bericht hat mir die Vorfreude noch gewaltig verstärkt.
Liebe Grüße
Ulli
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Romy
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Antwort #11 - 12.04.11 um 22:08:53
 
Hallo Ulli
Kein Problem. Melde dich, wann immer du magst.
Liebe Grüsse.
Romy
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