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Was passiert mit den schwarz gewechselten Euro? (Gelesen: 5174 mal)
Simu
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13.01.11 um 13:28:23
 
Es ist zwar keine Frage die unbedingt das Reisen in Myanmar betrifft, doch interessiert sie mich ungemein. Was machen die Einheimischen mit den Euro, die sie auf dem Schwarzmarkt von den Reisenden erhalten? Sie können sie ja auch nicht zum Staat bringen. Oder gibt es einen kompletten Parallelmarkt zu den staatlich überwachten Märkten, wo auch die Einheimischen untereinander in Euro und Dollar bezahlen? Irgenwie komm ich dabei nicht zu einem logischen Schluss...
Kann mir das jemand erklären?
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arfe
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Antwort #1 - 13.01.11 um 14:04:33
 
Devisen für den Staat. Du kannst mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Junta dort mitmischt, wenn auch nur indirekt.
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Simu
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Antwort #2 - 13.01.11 um 14:26:34
 
Was meinst du mit "dass die Junta dort mitmischt"? Dass der Schwarzmarkt von der Regierung bewusst zugelassen wird um an Devisen zu kommen? Dann würde auf dem Schwarzmarkt ja kein Händler tauschen, weil sie sowieso Verlust machen würden. Der Staat wird ihnen für die Euro ja nicht mehr bezahlen als sie den Touristen.

Und der Staat würde ja viel einfacher an Devisen rankommen, wenn er den offiziellen Wechselkurs einigermassen im Rahmen halten würde.
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arfe
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Antwort #3 - 13.01.11 um 14:45:50
 
Simu schrieb am 13.01.11 um 14:26:34:
Was meinst du mit "dass die Junta dort mitmischt"? Dass der Schwarzmarkt von der Regierung bewusst zugelassen wird um an Devisen zu kommen? Dann würde auf dem Schwarzmarkt ja kein Händler tauschen, weil sie sowieso Verlust machen würden. Der Staat wird ihnen für die Euro ja nicht mehr bezahlen als sie den Touristen.

Und der Staat würde ja viel einfacher an Devisen rankommen, wenn er den offiziellen Wechselkurs einigermassen im Rahmen halten würde.



Dir ist vielleicht nicht bekannt, dass die EU und USA auch im Weltfinanzmarkt Myanmar sanktioniert.
Die Junta kann da sehr wohl gut daran mitverdienen und benötigt auch die Devisen, weil der Kyat
einfach zu schwach ist.
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Simu
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Antwort #4 - 13.01.11 um 15:46:47
 
Über die Sanktionen bin ich mir bewusst. Auch dass der Staat Devisen braucht und der Tourismus von daher ein guter Zweig ist, um an diese zu kommen.

Allerdings macht das ganze für mich immer noch keinen Sinn.

Werden die Schwarzhändler gezwungen, das Geld dem Staat abzugeben? Anders macht es ja keinen Sinn!
Wenn du für 1 Euro zur Zeit ca. 1000 Kyat bekommst, müsste der Schwarzhändler dann ja - damit es sich für ihn lohnt - von irgendwem mehr als 1000 Kyat für diesen Euro bekommen. Dass der Staat das macht kann ja nicht sein, da er ja sonst selbst zum Schwarzmarkt-kurs tauschen könnte. So würde er mehr Kyat pro Euro bekommen. 

Oder aber ich mach irgendwo einen Denkfehler...   Zwinkernd



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kweli
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Antwort #5 - 13.01.11 um 22:02:45
 
Die Schwarzhändler "schleusen" das Geld mehr oder weniger ins Ausland das ist alles. Staat hat damit nix zu tun..
Die Devisen die du dem Staat bringst sind in Form von Eintrittsgeldern, Visa-Gebühren, Verkehrsmitteln usw

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JE
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Antwort #6 - 13.01.11 um 23:46:33
 
Man kann auch in Thailand mit Euro und dollar z.b. elektronika,benzin, PKW usw. kaufen und wieder verkaufen in Myanmar.
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arfe
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Antwort #7 - 14.01.11 um 08:03:57
 
kweli schrieb am 13.01.11 um 22:02:45:
Die Schwarzhändler "schleusen" das Geld mehr oder weniger ins Ausland das ist alles. Staat hat damit nix zu tun..
Die Devisen die du dem Staat bringst sind in Form von Eintrittsgeldern, Visa-Gebühren, Verkehrsmitteln usw


... und durch den Schwarzgeldtausch. Wer es nicht glaubt, der ist blind.
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Simu
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Antwort #8 - 14.01.11 um 16:03:07
 
Hallo zusammen,
danke für die Antworten. Das ist ja schon alles sehr krass, wie korrupt das alles zu und her geht. Vor allem das mit dem Benzin hat mir eingeleuchtet. Das erklärt dann auch, woher das ganze Benzin an den nicht staatlichen "Tankstellen" herkommt.
@ arfe: Dass der Staat am Schwarzhandel mitverdient ist unlogisch. Wie ich bereits geschrieben habe, könnte er dann ja direkt den Tausch abwickeln. So könnte er viel mehr Devisen machen. Jetzt kriegt er halt nur die paar Euro und Dollar von den Touristen, die so dumm sind und trotzdem bei staatlichen Banken tauschen.
Liebe Grüße,
Simu
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arfe
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Antwort #9 - 15.01.11 um 08:47:20
 
[quote author=Simu link=1294921703/8#8 date=1295017387
@ arfe: Dass der Staat am Schwarzhandel mitverdient ist unlogisch. Wie ich bereits geschrieben habe, könnte er dann ja direkt den Tausch abwickeln. So könnte er viel mehr Devisen machen. Jetzt kriegt er halt nur die paar Euro und Dollar von den Touristen, die so dumm sind und trotzdem bei staatlichen Banken tauschen. [/quote]

Gerade weil es die Touristen nicht machen, verdient die Junta auf diesen Weg mit.  Smiley
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besserwisser
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Antwort #10 - 30.01.11 um 12:36:47
 
Der Schwarzmarkt in Yangon ist ja nicht so geheimnisvoll und riskant. Da werden wohl entsprechende Gelder fliessen, damit es so ist und bleibt.
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ulli
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Antwort #11 - 31.01.11 um 20:16:14
 
Alle Importe nach Myanmar werden in harten Währungen (überwiegend
$, €, evtl. ThaiBat oder Yen abgewickelt. Die Landeswährung ist außerhalb Myanmars wertlos. Und da die Wirtschaft stark mit dem Regime verbandelt ist, handelt  es sich beim Schwarzmarkt  um eine geduldete und erwünschte Form des Tausches von weicher in harte Währung.
Das gab es doch früher schon, z.B. in den Ostblockstaaten.
Also nichts Neues.
Gruß
Ulli
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arfe
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Antwort #12 - 01.02.11 um 08:51:50
 
ulli schrieb am 31.01.11 um 20:16:14:
Alle Importe nach Myanmar werden in harten Währungen (überwiegend
$, €, evtl. ThaiBat oder Yen abgewickelt. Die Landeswährung ist außerhalb Myanmars wertlos. Und da die Wirtschaft stark mit dem Regime verbandelt ist, handelt  es sich beim Schwarzmarkt  um eine geduldete und erwünschte Form des Tausches von weicher in harte Währung.
Das gab es doch früher schon, z.B. in den Ostblockstaaten.
Also nichts Neues.
Gruß
Ulli


Das ist und war die ganze Zeit mein Reden. Das Regime/die Junta verdient daran mit, um an Devisen zu kommen.
Der Schwarzmarkt zum Umtausch von Devisen ist gewollt und erwünscht.
Der Kyat ist doch nur Spielgeld und der FEC reine makulatur.  Smiley
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